Fußball WM 2010 in Südafrika
Durch die erforderlichen Stadienbauten und Verbesserungen der Infrastruktur wurden vor der WM unzählige Arbeitsplätze geschaffen, während der Veranstaltung sollen die WM-Touristen für Einnahmen im südafrikanischen Winter sorgen. Die Südafrikaner hoffen auf eine nachhaltige Wirkung der Aktivitäten, um vor allem die Lebensqualität der ärmeren Bevölkerungsschichten zu verbessern. Im Kampf gegen die Kriminalität wurden mehrere hundert neue Polizisten ausgebildet, die natürlich auch nach der Weltmeisterschaft weiterhin ihren Dienst tun.
Vor allem in den Townships ist Fußball die Sportart Nummer eins. Schon zur Zeit der Apartheid spielten die Schwarzen im Großteil des Landes begeistert Fußball, während andere Sportarten wie Rugby und Cricket, für die teure Ausrüstung nötig ist, den Weißen vorbehalten blieben.
Die politischen Häftlinge auf der Gefängnisinsel Robben Island bei Kapstadt kämpften in den 1960ern lange um das Recht, am Wochenende eine halbe Stunde Fußball zu spielen, und organisierten schließlich eine eigene Liga, die bis ins kleinste Detail den FIFA-Richtlinien folgte. Dadurch konnten sie einen kleinen Bereich ihres tristen und von Willkür geprägten Alltags selbstverantwortlich gestalten und erlebten Fairness, Kameradschaft, Respekt und Einhaltung von Regeln. Und dies alles in einer Zeit, in der Südafrika aufgrund seiner Politik der Rassentrennung von vielen internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen war, von 1962 bis 1990 sogar von den Olympischen Spielen!
Seit 1992, als sich das Apartheid-System zu lockern begann, nimmt die südafrikanische Fußball-Nationalmannschaft wieder an internationalen Wettkämpfen teil. Sie wird liebevoll „Bafana Bafana“ genannt, was so viel bedeutet wie „unsere Jungs“. Ein anderer Ausruf, den die Fußballfans während der WM sicher oft hören werden, ist „Ladumaaa!“, das südafrikanische Wort für „Tooor!“. Außerdem ertönen in südafrikanischen Stadien die Vuvuzelas, unglaublich laute Plastiktröten, die ihren Ursprung im Shembe-Glauben haben. Auch das Maskottchen der WM trägt einen südafrikanischen Namen: Zakumi. „ZA“ ist die internationale Abkürzung für Südafrika, und „kumi“ bedeutet zehn, also Südafrika 2010!
Austragungsorte und Stadien
In der Metropole Johannesburg befinden sich gleich zwei WM-Stadien, in denen insgesamt 15 Spiele stattfinden werden, unter anderem die Eröffnung und das Finale. Soccer City wurde 1982 gebaut und fasst heute über 94.000 Zuschauer. Dort befinden sich das FIFA-Hauptquartier während der WM und ein Museum zur Geschichte des Fußballsports in Südafrika. Farbe und Form der charakteristischen Fassade sollen an einen afrikanischen Tontopf erinnern. Im Ellis Park Stadium finden sieben WM-Spiele statt, bei denen jeweils 62.000 Zuschauer mitfiebern können. Vor dem Umbau war es ein Rugby-Stadion, und 1995 gewann Südafrika hier die legendäre Rugby-Weltmeisterschaft gegen Neuseeland.
Im benachbarten Pretoria werden sechs Spiele im Loftus Versfeld Stadium gespielt. Das Heimstadion des erfolgreichsten Vereins der südafrikanischen Fußballliga, der Mamelodi Sundowns, fasst heute 55.000 Zuschauer und steht an einem Ort, der seit über hundert Jahren für Sportveranstaltungen genutzt wird.
Rustenburg liegt westlich von Pretoria und Johannesburg, an der Straße nach Botswana. Das dortige Royal Bafokeng Stadium wurde 1999 fertiggestellt und bietet bei den sechs WM-Spielen Platz für 42.000 Zuschauer.
Nelspruit in der Nähe des Krüger-Parks ist Austragungsort von vier Vorrundenspielen. Das eigens für die WM errichtete Mbombela Stadium fasst 46.000 Zuschauer und bietet ein großes Medienzentrum. Die Nähe zu zahlreichen Wildparks ist hier Programm: Tragpfeiler sollen an Giraffen erinnern und die Stühle sind wie Zebras gemustert.
Im Nordosten Südafrikas liegt Polokwane, jeweils etwa drei Autostunden von Pretoria, Botswana, Simbabwe, Mosambik und dem Krüger-Park entfernt. Im Peter Mokaba Stadium, das 45.000 Zuschauer fasst und an den Affenbrot-Baum Baobab erinnern soll, finden vier WM-Spiele statt.
Das Free State Stadium in Bloemfontein ist Schauplatz von sechs WM-Partien. Es ist nach der Provinz Free State benannt und hat eine Kapazität von 45.000 Zuschauern.
In der Metropole Durban am Indischen Ozean steht eines der architektonisch spektakulärsten Stadien der WM 2010: Das Moses Mabhida Stadium bietet Platz für 70.000 Zuschauer, ist Austragungsort für sieben Spiele und ist schon von Weitem an dem 100 Meter hohen Stahlbogen erkennbar, der die Einheit aller Südafrikaner symbolisieren soll. Mit einer Seilbahn kann man auch die Aussicht aus diesen luftigen Höhen genießen.
Das Stadion von Port Elizabeth wurde nach Nelson Mandela benannt und ist der Austragungsort von acht WM-Spielen, darunter das Spiel um den dritten Platz. Das neu errichtete Nelson Mandela Bay Stadium fasst 46.000 Zuschauer und verfügt über Seminar- und Veranstaltungsräume sowie mehr als 200 Logen.
Der Bau des Green Point Stadium in Kapstadt sorgte für große Diskussionen, da es in einem seit der Ankunft der Holländer 1652 geschützten Gebiet liegt. In der Nähe der beliebten Waterfront werden bei acht WM-Partien jeweils bis zu 70.000 Fans jubeln.
Wir wünschen gute Unterhaltung bei der Fußball WM 2010 in Südafrika
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Ein Artikel von Mag. Anissa Strommer
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