Hintergrundbild: © www.urlauberinfos.com - CC BY-SA 2.0

Der höchste Berg außerhalb des Himalayas

Das Dach Amerikas

Aconcagua, Argentinien

Der 60 Kilometer lange und 20 Kilometer breite Aconcagua (übersetzt „Felszitadelle“) ist mit seinen 6.962 Metern der höchste Berg der westlichen Hemisphäre und zieht Bergsteiger aus allen Herrenländern fast magisch an. Viele Funde beweisen, dass das „Dach Amerikas“ bereits von den Indianern bestiegen wurde, in der Moderne gelang es dem Schweizer Matthias Zurbriggen 1897 das erste Mal den Aconcagua zu erklimmen.

Zwischen Mitte November und Mitte März benötigt man für das Klettern und Wandern eine Genehmigung (Permit), die für Wanderer einen zweistelligen Dollarbetrag kostet, Kletterer sollten mit einem Preis im dreistelligen Dollarbereich rechnen. Verkauft werden die Genehmigungen von der Touristeninformation in Mendoza, von hier aus werden auch zahlreiche Abenteuer-Touren angeboten.

Nationalpark Eingang, im Hintergrund der Aconcagua Nationalpark Eingang, im Hintergrund der Aconcagua - © www.urlauberinfos.com - CC BY-SA 3.0

Die Normalroute führt die Bergsteiger zum Nordgipfel, wobei man für einen Aufstieg zumindest 13 bis 15 Tage einplanen sollte. Die "falsche Polenroute" über den nordöstlichen "polnischen Gletscher" ("Glaciar de los Polacos") ist etwas anspruchsvoller. Nach der Querung des Gletschers über einen flachen, spaltenfreien Teil erreichen Sie bei 6400 Meter Seehöhe den "normalen" Weg, der vom Lager Plaza de Mulas zum Gipfel führt. Die Besteigung des Aconcaguas über die Südseite gilt als schwierig, wobei der Aufstieg über die Südwand Pared Sur die wohl schwerste Route ist.

Südwand des Aconcaguas Südwand des Aconcaguas - © John Brennan - CC BY-ND 2.0

Trekking im Nationalpark Aconcagua

Vom Parkeingang des Aconcagua gelangt man durch das Horconestal in etwa vier Stunden zum Camp Confluencia, das sich auf einer Höhe von 3.400 Metern befindet. Für eine gute Akklimatisation sind hier zwei Übernachtungen empfehlenswert.
Vom Camp Confluencia aus erreicht man innerhalb von sechs bis zehn Stunden das Basislager Plaza de Mulas. Da der Aufstieg sehr anstrengend ist, sollte man sich hier einige Ruhetage gönnen. Im Lager haben Ranger eine Station, wo man sein Permit vorweisen muss. Außerdem gibt es einen medizinischen Dienst, bei dem man seinen Blutsauerstoff messen kann. Darüber hinaus sind von hier aus auch Touren auf so genannte Akklimatisationsberge wie den Cerro Manso, den Cerro Catedral oder den Cerro Bonete möglich.

Bergsteiger auf dem Weg zum Aconcagua Bergsteiger auf dem Weg zum Aconcagua - © JFL Photography - Fotolia

Zudem muss das Hochlager errichtet werden, wobei die meisten Bergsteiger das Camp Berlin oder das Camp Nido de Candores nutzen. Es empfiehlt sich ein mehrfacher Auf- und Abstieg, bevor man zum Gipfel aufbricht. Da oberhalb des Basislagers kein Wasser zur Verfügung steht, muss hier mit Schnee gekocht werden.

Aufgrund sehr extremer Temperaturen sollte man erst zwischen 5 und 8 Uhr morgens zum Gipfel aufbrechen. Der Anstieg führt die Bergsteiger an den Piedras Blancas („weiße Steine“) sowie den Piedras Negras („schwarze Steine“) vorbei bis hin zum Refugio Independencia, das sich auf 6.400 Metern befindet. Danach erfolgt der Einstieg zur Canaleta, wo viele Gipfelaspiranten ihren Rucksack zurücklassen, um Kraft für die letzten 300 Höhenmeter zu sparen. Das Gipfelplateau hat die Größe eines Handballfeldes, bei schönem Wetter kann man die Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Für den Abstieg muss man zwischen zwei und fünf Stunden einplanen, wobei die Sicht am Nachmittag meistens sehr schlecht ist.

Lager 1 beim Abstieg des Aconcaguas Lager 1 beim Abstieg des Aconcaguas - © winkyintheuk - CC BY 2.0

Praktische Informationen

Für eine Aconcagua-Beisteigung sind gute Ausdauer und Kondition sowie ein hervorragender gesundheitlicher Zustand Voraussetzung. Die Normalroute weist keine besonderen technischen Schwierigkeiten auf, daher benötigen die Teilnehmer auch nicht unbedingt Erfahrungen im Eis- oder Felsklettern. Die größte Herausforderung ist wohl die Höhe, daher sollte der richtigen Akklimatisation auf jeden Fall ein hoher Stellenwert beigemessen werden. Darüber hinaus stellen auch die sehr niedrigen Temperaturen eine weitere Schwierigkeit dar. In der Nacht muss man mit Temperaturen um die -20 Grad Celsius rechnen, am frühen Morgen liegen sie oft bei -25 Grad Celsius.

Genießen Sie Ihre Reise zum Nationalpark Aconcagua

Text von Mag. Manuela Molk

Aconcagua / Argentinien
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Wohlbekannte Infos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die lokale Bevölkerung immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls regionale Traditionen.

Handeln Sie verantwortungsbewusst: Den C02-Ausstoß des Fluges kann man kompensieren, beispielshalber bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Reduzieren Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit weniger Duschen). Verzichten Sie auf überflüssigen Verpackungsmüll. Befürworten Sie kleine Händler an Stelle von großen Unternehmen.

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