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Zu Gast in Argentiniens zweitgrößter Stadt

Córdoba Stadt, Argentinien

Córdoba ist nicht nur die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, sondern auch die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie liegt nahe des geographischen Mittelpunktes von Argentinien, östlich der Bergkette Sierras de Córdoba. Aufgrund der zahlreichen hier beheimateten Bildungs- und Lehreinrichtungen bzw. Kirchen wird die Metropole auch einfach La Docta, „die Gelehrte“, oder Ciudad de las Campanas, „Stadt der Glocken“ genannt. Córdoba vermittelt aufgrund der vielen Studenten einen recht jungen und lebendigen Eindruck – auch das kulturelle Angebot ist äußerst vielfältig. Aber die Stadt kann auch mit einer Menge Kolonialbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufwarten, die heute größtenteils unter Denkmalschutz stehen.

Unterkunft, Shopping, Gastronomie, Nightlife

Hotels findet man hier in allen Preiskategorien, vor allem jedoch im Zentrum der Stadt. Günstige Quartiere gibt es etwa in der Nähe des Busbahnhofes, die etwas nobleren eher an der Plaza San Martín oder in Nueva Córdoba. Dank der guten Busverbindungen sind ruhesuchende Touristen auch mit einem Hotel in einem der Vororte, wie z.B. Villa Carlos Paz oder Río Ceballos, gut beraten. 

Auch Gaststätten gibt es in Córdoba in allen Kategorien und Preisklassen. Neben den omnipräsenten Grill-Restaurants (parrillas) findet man vor allem zahlreiche arabische und mexikanische Lokale. Regelrechte „Gastro-Zentren“ sind der Bezirk Cerro de las Rosas und das gesamte Stadtviertel Nueva Córdoba. Cerro de las Rosas ist aber nicht nur für seine berühmten Restaurants und vielen Geschäfte bekannt, die vorwiegend Bekleidung, Lebensmittel und Sportausrüstung verkaufen, sondern beheimatet auch die ältesten Gebäude der Region. Pubs, Clubs und Diskotheken locken zudem viele junge Menschen an, wenngleich die Mehrheit eher in Nueva Córdoba, dem größten Distrikt der Stadt, zu finden ist. Dort gibt es neben großen Shopping Malls, Restaurants und Supermärkten auch ein bedeutendes kulturelles Zentrum, das Palacio Ferreyra.

Palacio Ferreyra Palacio Ferreyra - © Micah MacAllen (modified by UI) - CC BY-SA 2.0

Die Stadt hat auch ein reges Nachtleben zu bieten, das aber in Ermangelung eines brauchbaren Veranstaltungskalenders selbst für Einheimische oft schwer zu überblicken ist. Man lässt sich am besten von den Cordobeses selbst beraten oder schlägt in der Zeitung La Voz del Interior nach, die donnerstags einen kurzen „Nightlifeguide“ (Guía del fin de semana) enthält.

Sehenswürdigkeiten

In Córdoba sind unzählige historische und architektonische Monumente zu finden, die vorwiegend aus der spanischen Kolonialära stammen. Der Großteil davon ist um den zentral gelegenen Platz der Stadt, den Plaza San Martín angesiedelt.

Plaza San Martín Plaza San Martín - © Rafael Bravo (modified by UI) - CC BY-SA 2.0

Besonders bemerkenswert sind dabei die Bauten der katholischen Kirche, wie etwa der Häuserblock der Jesuiten (Manzana Jesuitica, seit 2000 Weltkulturerbe der UNESCO). Der Gebäudekomplex aus dem 17. Jhdt. beinhaltet neben der Universität bzw. dem historischen Museum der Universidad Nacional de Córdoba, die Montserrat School und die Kirche der Gesellschaft Jesu.

Weitere interessante Sehenswürdigkeiten sind z.B. die Compañía de Jesús, die älteste erhaltene Kirche Argentiniens, das Monasterio de Santa Teresa – ein rosafarbenes Kloster aus dem Jahr 1717, das historische Regierungsgebäude Cabildo (ein Arkadenbau der Kolonialzeit mit großem Ausstellungszentrum) oder der Justizpalast mit dem Paseo de Sobremonte – angeblich einer der schönsten Plätze Córdobas. Eine der beliebtesten Grünflächen der Stadt ist der ca. 6 km² große Parque Sarmiento mit seinem Zoo, Vergnügungspark (Super Park), Rosengarten und sogar einem kleinen See.  Darüber hinaus  gibt es noch zwei Observatorien in bzw. in der Nähe von Córdoba, die eine bedeutende Rolle in der Sternenbeobachtung Argentiniens einnehmen.

Ausflüge in die Umgebung

Wer im Sommer nach Córdoba reist, sollte den knapp 10 km nord-westlich der Stadt gelegenen kleinen Stausee La Calera besuchen. Hier ist der Río Suquía noch sauber und lädt zu einem erfrischenden Bad ein.
Die Studentenstadt ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die Berglandschaft der Sierras de Córdoba sowie zum größten See Argentiniens bzw. zweitgrößten See ganz Südamerikas, dem Laguna Mar Chiquita im Nordosten der Provinz. Das salzhaltige Wasser des Sees enthält auch viele Mineralien, die gegen zahlreiche Erkrankungen helfen sollen. 

Insider-Tipps

Córdoba ist DIE Kulturmetropole Zentralargentiniens – das Angebot ist äußerst vielfältig, wird aber oft zugunsten der Szene von Buenos Aires vernachlässigt. Es gibt hier nicht nur viele Theater, Kunst- und Kulturzentren aller Art, auch Sport kann man so gut wie überall treiben. Wer sich körperlich betätigen will, dem seien die (nicht allzu teuren) Kurse der Universidad Nacional de Córdoba empfohlen, die ein breitgefächertes Spektrum bieten!

Eine – vor allem bei Jugendlichen – beliebte Musikrichtung in Córdoba ist der Cuarteto, eine schnelle Tanzmusik aus europäischen und karibischen Elementen, die zu einer regelrechten Massenbewegung avanciert ist. Cuarteto wird in Pubs, Discos, aber auch Konzert- und Turnhallen gespielt. Diese so genannten Bailes (Tänze) werden vorwiegend von der Arbeiterjugend bzw. den ärmeren Bevölkerungsschichten besucht. Man sollte es sich nicht entgehen lassen, einmal an einem derartigen Ereignis teilzunehmen – wenn möglich in Begleitung eines Einheimischen! Für „Einsteiger“ ist z.B. der Baile von der Band La Barra mit einem etwas schickeren Publikum zu empfehlen, etwas abenteuerlicher hingegen geht es bei dem bekanntesten Cuarteto-Sänger Córdobas, Carlos „La Mona“ Jiménez zu.  

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise in die Stadt Cordoba!

Text von Mag. Manuela Molk

 / Argentinien
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Wohlbekannte Infos zu Fernreisen

Behandeln Sie die Lokalbevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch landestypische Gebräuche.

Handeln Sie anständig: Die CO2-Emission der Flugreise können Sie neutralisieren, beispielsweise bei der schweizerischen Organisation myclimate. Beschränken Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Dezimieren Sie beim Shopping unnötigen Plastikmüll. Fördern Sie kleinere Familienunternehmen und nicht internationale Multis.

Gerne können Sie kleine Ausschnitte aus dem Artikel zitieren. In diesem Fall bitten wir um einen Link.
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