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Hintergrundbild: © Tiago Fioreze - CC BY-SA 3.0
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Urlaub beim Wasserfall
👍🏼 Gutes Attraktivitätslevel

Canela, Brasilien

Der Name ist Programm, könnte man meinen: „Canela“ bedeutet im Portugiesischen „Zimt“, auch wenn die Stadt selbst weniger nach Gewürzen als nach frischer Bergluft und Eukalyptus duftet. Im Bundesstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens gelegen, unweit von Porto Alegre, hat sich der einst beschauliche Ort zu einem der beliebtesten Reiseziele der Region entwickelt.

Wer sich Brasilien vor allem als Land der endlosen Sandstrände und der schwülen Tropenhitze vorstellt, wird in Canela überrascht: Hier, in den Höhenlagen der Serra Gaúcha, ticken die Uhren anders. Backsteinhäuser im europäischen Stil, gepflegte Gärten und ein angenehm kühles Klima erinnern eher an einen Kurort in den Alpen als an Südamerika – kein Wunder, schließlich haben deutsche, italienische und portugiesische Einwanderer hier ihre Spuren hinterlassen.

Von Einwanderern und Weinreben geprägt

Die Geschichte Canelas ist eng mit der Einwanderung aus Europa verknüpft. Vor allem italienische Siedler brachten den Weinbau in die Region, der bis heute prägend für die gesamte Serra Gaúcha ist. Ein Großteil des brasilianischen Weins und Sekts stammt aus diesem fruchtbaren Landstrich, was Weinliebhaber auf ihrer Reise durchaus goutieren dürfen.

Neben dem Weinbau spielt die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Rolle: Mais, Äpfel, Reis und Mate-Tee gedeihen prächtig in der fruchtbaren Erde, ergänzt durch Viehzucht mit Rindern, Schweinen und Hühnern. Heute allerdings verdient ein Großteil der Bevölkerung sein Geld im Tourismus, denn Canela hat sich vom Bauerndorf zum charmanten Feriendomizil gewandelt, ohne dabei seine ländlichen Wurzeln zu verleugnen.

Wasserfälle und Schluchten: Die Naturparks von Canela

Das größte Pfund, mit dem Canela wuchert, ist seine spektakuläre Natur. Der Parque do Caracol beherbergt einen der bekanntesten Wasserfälle Brasiliens: Über eine Basaltwand stürzt das Wasser aus über 130 Metern Höhe in die Tiefe, ein Schauspiel, das man am besten von einer der Aussichtsplattformen aus genießt. Für Adrenalinjunkies gibt es zudem die Möglichkeit, sich per Sessellift oder Zipline noch näher an das Naturspektakel heranzuwagen.

Nicht minder beeindruckend ist der Parque da Ferradura, benannt nach seiner hufeisenförmigen Schlucht. Von den Aussichtspunkten am Rand der Schlucht blickt man tief hinab in ein grünes Tal, durch das sich ein Fluss schlängelt – ein Motiv, das für Fotografen kaum zu toppen ist. Wer schwindelfrei ist, kann sich hier auch an Seilrutschen oder Hängebrücken versuchen.

Zwischen Araukarien und Regenwald

Botanisch gesehen liegt Canela an einer spannenden Schnittstelle: In den höheren Lagen dominieren die markanten Araukarien, jene Nadelbäume mit der schirmartigen Krone, die fast schon als Wappenbaum von Rio Grande do Sul gelten. Weiter unten geht die Vegetation in dichten atlantischen Regenwald über, in dem es grünt und blüht, was die Region auch als „Região das Hortênsias“, also Hortensien-Region, bekannt gemacht hat.

Naturfans und Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten, denn zahlreiche Wege führen durch dieses satte Grün, vorbei an Farnen und Moosen, immer wieder unterbrochen von kleinen Aussichtspunkten, die zum Verschnaufen und Staunen einladen.

Catedral de Pedra und die Rota Romântica

Mitten im Ort erhebt sich die Catedral de Pedra, eine im neugotischen Stil errichtete Steinkathedrale, die zu den meistfotografierten Bauwerken der Region zählt. Mit ihren Zinnen und Bögen wirkt sie fast wie aus einem europäischen Märchenbuch entsprungen und ist ein beliebter Treffpunkt für einen Spaziergang durch die Stadt.

Wer mit dem Auto anreist, tut dies am schönsten über die „Rota Romântica“, eine malerische Route, die durch von Einwanderern geprägte Orte führt und einen guten Eindruck davon vermittelt, wie tief die europäischen Wurzeln in dieser Region noch immer verankert sind. Der alte Bahnhof von Canela, einst Endpunkt einer Bahnlinie, dient heute übrigens als kleines Museum und erinnert an die Zeit, als die Eisenbahn die Region erschloss.

Beste Reisezeit

Dank seiner Höhenlage genießt Canela ein deutlich milderes Klima als der Rest Brasiliens. Im Sommer klettern die Temperaturen auf angenehme, selten schwüle Werte, während es im Winter durchaus empfindlich kühl werden kann – warme Kleidung im Koffer ist also keine schlechte Idee. Genau dieser Klimamix macht Canela zu einem ganzjährig attraktiven Ziel, das sich wohltuend von der Hitze der brasilianischen Küste abhebt.

Ausflüge in die Umgebung

Canela liegt quasi Tür an Tür mit dem berühmten Nachbarort Gramado, der mit seinen Schokoladenfabriken, Lichterfesten und alpinem Flair ebenfalls einen Ausflug wert ist. Wer noch tiefer in die Natur eintauchen möchte, kann von hier aus auch die spektakulären Canyons des Nationalparks Aparados da Serra ansteuern, wo sich schwindelerregende Schluchten wie der Cânion Itaimbezinho durch die Landschaft ziehen.

Kurzum: Canela eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt, um die gesamte Serra Gaúcha zu erkunden, von Weingütern über Wasserfälle bis hin zu tiefen Schluchten.

Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge

Mittwoch, 07.10.2026
Sonnenaufgang
05:54:18
Sonnenhöchstand
12:11:02
∠ 65,8°
Sonnenuntergang
18:27:46
Samstag, 17.10.2026
Sonnenaufgang
05:43:11
Sonnenhöchstand
12:08:34
∠ 69,5°
Sonnenuntergang
18:33:57
Dienstag, 27.10.2026
Sonnenaufgang
05:33:23
Sonnenhöchstand
12:07:06
∠ 73,1°
Sonnenuntergang
18:40:49
Freitag, 06.11.2026
Sonnenaufgang
05:25:21
Sonnenhöchstand
12:06:53
∠ 76,3°
Sonnenuntergang
18:48:24

∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: America/Sao_Paulo

Unterkünfte

💶 Wechselkurs 💳
1 EUR = 5,69 BRL (Brasilianischer Real)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:35 Uhr MEZ
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Wohlbekannte Reiseinfos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die Bewohner vor Ort stets mit dem nötigen Respekt. Achten Sie dabei auch auf regionale Traditionen.

Urlauben Sie verantwortungsvoll: Die CO2-Emission der Flugreise kann man ausbügeln, zum Beispiel bei myclimate aus der Schweiz. Reduzieren Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Verringern Sie beim Einkaufen entbehrlichen Plastikmüll. Befürworten Sie kleine Händler statt Großunternehmer.