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Hintergrundbild: © Joan Campderrós-i-Canas (modified by UI) - CC BY 2.0
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Botanische Vielfalt mit einem erfrischend kühlen Lufthauch
👍🏼 Gutes Attraktivitätslevel

Bedugul, Indonesien

Wer bei Bali nur an Strand und Surfbrett denkt, hat die Insel erst zur Hälfte entdeckt. Im kühlen Hochland Zentralbalis, wo die Wolken tiefer hängen und die Luft nach nassem Gras und frisch geröstetem Kaffee riecht, liegt eine ganz andere Seite des Inselreichs.

Die Dörfer Bedugul, Candikuning, Wanagiri, Pancasari und Pacung schließen sich zur Urlaubsregion Bedugul zusammen und ergänzen sich dabei wie die Zutaten eines guten Rezepts. Herausgekommen ist eine Gegend, die mit Tempeln, Kraterseen, Reisterrassen und einem der größten Botanischen Gärten Südostasiens aufwartet und dabei angenehm entschleunigt daherkommt.

Pura Ulun Danu Bratan: Der Tempel im See

Nach dem berühmten Tanah Lot ist der Pura Ulun Danu Bratan wohl der meistfotografierte Tempel Balis, und wer ihn einmal mit eigenen Augen gesehen hat, versteht sofort, warum. Malerisch am Ufer des Kratersees Danau Bratan gelegen, scheint die Anlage bei entsprechendem Nebel förmlich auf dem Wasser zu schweben.

Zwei kleine Inseln tragen die markanten Pagoden des Tempels. Die dreistufige ist Shiva und Dewi Danu, der Göttin des Wassers, gewidmet, während der elfstufige Turm Vishnu und seiner Gemahlin Dewi Sri, der Göttin der Schönheit und des Reichtums, gehört. Auf dem Festland erhebt sich zudem eine siebenstufige Pagode zu Ehren Brahmas sowie ein dreistufiger Lotusthron, der die Hindu-Trinität Brahma-Vishnu-Shiva symbolisiert. Bis heute finden hier Zeremonien statt, bei denen den Göttern für das Wasser gedankt wird, das die Region so fruchtbar macht.

Adrenalin und Ruderromantik auf dem Bratansee

So andächtig es an der Tempelseite des Sees zugeht, so lebendig kann es auf dem restlichen Danau Bratan werden. Der See hat sich als Wassersportzentrum einen Namen gemacht und lockt mit Parasailing und Jetski-Fahrten alle, die ihren Puls gerne mal in den Grenzbereich treiben. Wer es lieber gemächlich mag, mietet sich ein Motorboot für entspannte Runden oder greift, ganz ohne Motor, zum Ruder. Letzteres eignet sich übrigens hervorragend, um die Kondition für das nächste Nasi-Goreng-Festmahl zu rechtfertigen.

Drei Seen, ein Nebelschleier: Wandern rund um Bedugul

Die Zahl Drei scheint in dieser Gegend eine gewisse Anziehungskraft zu besitzen. Neben dem Danau Bratan warten mit dem Danau Buyan und dem Danau Tamblingan zwei weitere Kraterseen darauf, auf teils mehrstündigen Wandertouren erkundet zu werden. Ausgangspunkte für organisierte Trekkingtouren sind meist der Taman Rekreasi Bedugul direkt am Danau Bratan oder der Botanische Garten in Candikuning, wo sich die Routenplanung getrost erfahrenen Guides überlassen lässt.

Wolkenverhangene Wälder, Kaffeeplantagen und umliegende Erhebungen verleihen der Region eine geheimnisvolle, oft nebelverhangene Atmosphäre, die sich zu Fuß, mit dem Mountainbike oder beim Canyoning erleben lässt. Beim Springen, Schwimmen und Klettern durch Schluchten und Wasserläufe lernt man Wald und Wasser noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen.

Ein Hinweis für die Kofferpackung: Aufgrund der Höhenlage ist es hier merklich kühler als am Strand. Nächte, in denen man sich nach einer zweiten Decke sehnt, sind keine Seltenheit. Luxushotels und Mittelklasse-Unterkünfte sind meist gut darauf vorbereitet, bei einfacheren Gästehäusern und Homestays kann es dagegen sein, dass Heizung oder dicke Decken fehlen. Ein Blick in die Zimmerbeschreibung lohnt sich also, bevor man bibbernd unter dem Moskitonetz liegt.

Kebun Raya Eka Karya: Grünes Paradies mit Weitblick

Dass es in Candikuning merklich kühler zugeht, freut vor allem die Pflanzenwelt. In einem der wenigen offiziellen Botanischen Gärten Indonesiens, dem Kebun Raya Eka Karya, leben tausende Pflanzenarten dicht an dicht, ein Großteil davon endemisch. Das Areal ist so ausgedehnt, dass es locker einen ganzen Tagesausflug füllt, manche Besucher übernachten sogar direkt im Garten, um am nächsten Morgen weiterzuschlendern.

Der Weg führt durch Orchideenhaine, Rosengärten und Farnwälder, vorbei an stattlichen Palmen, Begonien-Beeten und einem Kakteenhaus. Immer wieder taucht dabei, halb verschluckt von Ranken und Blättern, ein kleiner Tempel im Wald auf, wie eine Erinnerung daran, dass auf Bali selbst die Natur ihre Götter hat.

Der Garten ist gleichzeitig Ort des Wissens und der Erholung. Im Herbarium und in der Bibliothek lässt sich in die botanische Vielfalt der Insel eintauchen, während sich ein Picknick im Grünen für die romantischere Seite des Ausflugs anbietet. Nur Vorsicht: Die hier heimischen Affen sind keineswegs schüchtern und schnappen sich schon mal ungefragt ein Sandwich, wenn der Hunger sie plagt. Wer zwischen April und Juni anreist, wird zudem mit einem besonders üppigen Blütenmeer belohnt, denn dann stehen die meisten Pflanzen in voller Pracht.

Bali Treetop Adventure Park: Kletterspaß hoch über dem Boden

Direkt im Botanischen Garten wartet mit dem Bali Treetop Adventure Park noch eine zweite Attraktion, die weniger botanisch, aber nicht weniger aufregend ist. Verschiedene Parcours führen über Holzbrücken, durch Kletternetze und auf Stahlseilrutschen von Baum zu Baum, geeignet für kleine Abenteurer genauso wie für Erwachsene, die sich noch einmal wie ein Kind fühlen möchten.

Markt, Erdbeeren und ein scharfes Stück Hühnchen

Nicht weit vom Eingang des Botanischen Gartens liegt der traditionelle Markt von Candikuning, der schon für sich genommen eine Sehenswürdigkeit ist. Frisches Obst und Gemüse der Region wird kunstvoll aufgeschlichtet, Orchideen strecken ihre Köpfe aus den Ständen und überall werden Gewürzpäckchen sowie Kunsthandwerk als Souvenirs angeboten.

Berühmt ist das Hochland vor allem für seine Erdbeeren. Die süßen Früchte lassen sich auf dem Markt kaufen oder in einer der zahlreichen Erdbeerfarmen der Region gleich selbst pflücken, samt Fingern, die danach verräterisch rot gefärbt sind. Für den herzhaften Hunger empfiehlt sich Ayam Taliwang, ein Gericht der Sasak: gegrilltes Hähnchen, mariniert mit Chili, Knoblauch und Garnelenpaste, das für ein süß-scharfes Geschmackserlebnis sorgt und in vielen Restaurants der Region auf der Karte steht.

Munduk: Kaffeeduft, Nebel und ein Wasserfall zum Verlieben

Direkt am Danau Tamblingan liegt die kleine Ortschaft Munduk, umgeben von Kaffeeplantagen, deren Duft an manchen Tagen die ganze Luft parfümiert. Entlang der Hauptstraße reihen sich einfache Unterkünfte, die sich bestens als Basis für Wanderungen in die Umgebung eignen.

Ein beliebtes Ziel ist der Air Terjun Munduk, ein imposanter Wasserfall nördlich der Ortschaft, der besonders in der Regenzeit für spektakuläre Wassermassen sorgt. Wer die kurze Wanderung durch den Wald wagt, wird mit einem erfrischend kühlen Bad im kristallklaren Wasser belohnt, weit weg vom Trubel der Küstenorte.

Golfen im Krater eines erloschenen Vulkans

Wer seine Golfschläger nach Bali mitnimmt, findet in Bedugul einen der ungewöhnlichsten Plätze der Welt vor. Der Bali Handara Golf & Country Club liegt im Krater eines erloschenen Vulkans, eingerahmt von Regenwald und den Seen Danau Beratan und Danau Buyan. Entworfen vom mehrfachen British-Open-Champion Peter Thomson, taucht die 18-Loch-Anlage regelmäßig in Rankings der schönsten Golfplätze der Welt auf, und wer schon einmal versucht hat, sich beim Abschlag nicht von der Aussicht ablenken zu lassen, weiß auch, warum.

Anreise und Ausflüge ins Umland

Bedugul lässt sich gut mit dem Auto von Denpasar aus erreichen, wo auch der internationale Flughafen liegt. Alternativ verkehren Bemos, die kleinen Dreirad-Taxis, sowie Minibusse zwischen den Orten. Wer ein Fahrzeug mit Fahrer mietet, spart sich zudem das ein oder andere Abenteuer auf kurvigen Bergstraßen. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren eher unregelmäßig und sind daher eher etwas für Reisende mit Engelsgeduld oder ausgeprägtem Entdeckergeist.

Von Bedugul aus lohnen sich Ausflüge ins nahe Umland. Lovina begeistert mit Fischerdörfern, ruhigen Stränden und der Möglichkeit, wilde Delfine zu beobachten, während Singaraja mit seinem ehemaligen Königspalast, kolonialer Architektur und einer bedeutenden Bibliothek voller Schriften auf Lontar-Palmblättern einen spannenden Kontrast zum grünen Hochland bietet.

Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge

Mittwoch, 07.10.2026
Sonnenaufgang
06:00:35
Sonnenhöchstand
12:07:14
∠ 86,8°
Sonnenuntergang
18:13:54
Samstag, 17.10.2026
Sonnenaufgang
05:55:50
Sonnenhöchstand
12:04:44
∠ 89,4°
Sonnenuntergang
18:13:39
Dienstag, 27.10.2026
Sonnenaufgang
05:52:08
Sonnenhöchstand
12:03:14
∠ 85,8°
Sonnenuntergang
18:14:19
Freitag, 06.11.2026
Sonnenaufgang
05:49:49
Sonnenhöchstand
12:02:56
∠ 82,6°
Sonnenuntergang
18:16:04

∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Asia/Makassar

Unterkünfte

💶 Wechselkurs 💳
1 EUR = 20.098,00 IDR (Indonesische Rupiah)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:03 Uhr MEZ
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Allgemeine Urlauberinfos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die Lokalbevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Achten Sie dabei auch auf lokale Gepflogenheiten.

Urlauben Sie verantwortungsvoll: Die CO2-Emission der Flugreise kann man wiedergutmachen, beispielshalber bei atmosfair mit Sitz in Deutschland. Drosseln Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Pfeifen Sie auf überflüssigen Verpackungsmüll. Unterstützen Sie lokale Kleinhändler statt Großunternehmer.