Hintergrundbild: © Joan Campderrós-i-Canas (modified by UI) - CC BY 2.0

Botanische Vielfalt mit einem erfrischend kühlen Lufthauch

Bedugul, Indonesien

Tempel, Reisterrassen, idyllische Gewässer und ein Botanischer Garten. Das sind die Ingredienzen, die die Gegend im Hochland von Zentralbali zu einem lohnenswerten Ziel machen.

In einander unterstützender Gemeinschaft ergeben die Dörfer Bedugul, Candikuning, Wanagiri, Pancasari und Pacung unter einem Dach vereint die Urlaubsregion Bedugul.

Signatur dieser reizenden Gegend ist, abgesehen von den Naturschönheiten, einmal mehr ein heiliger Tempel. Der Pura Ulun Danu Bratan ist nach dem Tanah Lot eine der am öftesten auf Fotopapier gezeichneten Tempelanlagen des Inselreiches. Malerisch am Ufer des Kratersees Danau Bratan gelegen, sprüht das Hindu-Heiligtum aus dem 17. Jahrhundert Mystik und Geschichten der Vergangenheit in den weiten Himmel. Auf zwei kleinen Inseln ragen zwei Pagoden empor. Die dreistufige hat sich der Verehrung von Shiva und Dewi Danu, der Göttin des Gewässers, verschrieben, während der elfstufige Turm für Vishnu und seine Gattin Dewi Sri, Göttin der Schönheit und des Reichtums, erbaut wurde. Der größere Teil des Tempelkomplexes, der auf dem Festland thront, beinhaltet wiederum eine siebenstufige Pagode zu Ehren von Brahma und einen dreistufigen Lotusthron als Symbol der Hindu-Trinität „Brahma-Vishnu-Shiva”. Auch heute noch finden hier religiöse Zeremonien statt, um für das Wasser zu danken, das die Gegend so fruchtbar macht.

Auch wenn an der Westküste des Danau Bratan die Spiritualität ihre zarten Zweige ausstreckt, so ist der übrige See dennoch ein Ort, an dem der Pulsschlag schon mal auf ein höheres Level getrieben werden kann. Als beliebtes Wassersportzentrum etabliert, verlockt der See zu Parasailing oder Jetski-Fahren. Oder man mietet sich ein Motorboot und dreht rasante Runden. Für mehr Naturverbundenheit oder Muskelzüchter stehen allerdings auch Ruderboote bereit.

Von geheimnisvollem Nebel umhüllt

Wie die Dreifaltigkeit der Götter, gehen auch die Kraterseen der Umgebung einen Pakt mit der Zahl 3 ein. Einen haben Sie ja bereits kennengelernt. Die beiden anderen hören auf die Namen Danau Buyan und Danau Tamblingan und stehen ihrem Genossen in nichts nach, was mehrstündige Wandertouren angeht. Ausgangspunkt für organisierte Trekking-Touren sind übrigens „Taman Rekreasi Bedugul“ am Danau Bratan oder der Botanische Garten in Candikuning. Hier besteht die Möglichkeit, die Planung in erfahrene Hände zu legen. Wolkenverhangene Wälder, Kaffeeplantagen und geographische Erhebungen wie der Gunung Batur machen die oftmals nebelige Region zu einem geheimnisvollen Ort, den es zu Fuß oder mit dem Mountainbike zu erkunden gilt. Canyoning ist darüber hinaus eine weitere Alternative, mit der Natur auf besonders intensive Tuchfühlung zu gehen. Beim Springen, Schwimmen und Laufen lernt man Wald und Wasser von einer ganz anderen, faszinierenden Seite kennen. Aufgrund der hohen Lage herrscht ein kühleres Klima vor. Seien Sie also gewappnet für Nächte, in denen man gerne mal die Heizung aufdreht. Achten Sie darauf bei der Wahl einer Unterkunft. Luxushotels und Mittelklasse-Bungalows – von denen einige vorhanden sind – sollten darauf eingestellt sein. Budget-Hotels und Gastfamilien können aber schon mal auf Heizung oder dicke Decken verzichten.

Lebende Schatzvitrine der Natur

Gemäßigtere Temperaturen bedeuten in diesem Fall auch eine übermäßige Vielfalt der Flora. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich in Candikuning eine Art „Garten Eden“ eröffnet, in dem mehr als 20.000 Pflanzenarten nebeneinander leben – die meisten von ihnen sind endemisch. Mit dem „Kebun Raya Eka Karya” öffnet einer von vier offiziellen botanischen Gärten Indonesiens seine breiten Pforten in ein Areal, das so groß ist, dass es das Programm eines ganzen Tages oder noch mehr füllen kann. Entsprechend gibt es auch vereinzelt Übernachtungsmöglichkeiten im Garten selbst und wer eine Gebühr entrichtet, darf den Weg durch die Grünanlage auch mit dem eigenen Auto antreten. Durch Orchideen-Haine, Rosengärten und Farnwälder geht es vorbei an Palmen zu Begonien-Ansammlungen und einem Kakteenhaus. Und während man so durch das botanische Areal schlendert, kann es immer wieder passieren, dass man auf einen kleinen, von Pflanzen umschlungenen, Tempel im Wald stößt.

Als Königreich der Erholung und Hort des Wissens vereint der Garten unterschiedliche Bestimmungen. Man findet hier Weisheit – im Herbarium, in der Bibliothek oder bei einem Tauchgang durch die Pflanzen-Datenbank. Gleichzeitig treibt hier auch die Romantik ihre schönen Blüten – etwa bei einem Picknick im Grünen. Aber in diesem Fall ist Vorsicht nicht unangebracht, denn die einheimischen Affen haben noch keine Benimmschule besucht und gehen mitunter recht frech zur Sache, wenn der Hunger oder die Neugier sie treibt.

Wie auch immer – planen Sie eine Reisezeit zwischen April und Juni ein, dann stehen die Chancen gut, dass Sie von einem exotischen Farbenmeer empfangen werden. In dieser Zeit stehen nämlich die meisten Pflanzen in prächtiger Blüte. Abseits der Botanik bietet der Garten mit dem „Bali Treetop Adventure Park” Kletter-Action für alle Altersgruppen von Kindern bis zu gemütlicheren Semestern. Verschiedene Parcours führen durch ein Gewirr aus Holzbrücken, Kletternetzen und Stahlseilrutschen entlang der Bäume.

Kaffee, Erdbeeren und fliegende Golfbälle

Der Eingang zum Park ist nicht weit vom traditionellen Markt in Candikuning entfernt. Und dieser ist an sich schon eine Sehenswürdigkeit. Frisches Obst und Gemüse der Region wird mit einem Händchen fürs Schöne aufgeschlichtet, Orchideen recken ihre Köpfe aus den Ständen und überall werden Gewürzpäckchen und Kunsthandwerk als Souvenirs verkauft. Das Hochland ist aber vor allem für eine süße Spezialität bekannt – Erdbeeren! Sie können die süßen Köstlichkeiten auf dem Markt kaufen oder auch in den reichlich vorhandenen Erdbeerfarmen selber pflücken.

Ein kulinarischer Gruß der Sasak, einer ansässigen ethnischen Volksgruppe, ist „Ayam Taliwang”: Das gegrillte Huhn wird mit würzigen Aromen von Chili, Knoblauch und Garnelenpaste versetzt und gerät so zu einem süß-scharfen Geschmackserlebnis, das in vielen Restaurants genossen werden kann.

Direkt an den Danau Tamblingan schließt die kleine Ortschaft Munduk an, die von Kaffeeplantagen umgeben ist und entlang deren Hauptstraße viele einfache Unterkünfte zu finden sind. Mit dem „Air Terjun Munduk“ findet man hier einen wunderschönen, 30 Meter hohen, Wasserfall vor, der besonders in der Regenzeit für spektakuläre Eindrücke sorgt. Zu finden ist er nördlich der Ortschaft und die wenigen, die ihn besuchen, können dann ein erfrischend kühles Bad im kristallklaren Wasser nehmen.

Nicht zuletzt verfügt die Region über einen der schönsten Golfplätze der Welt. Im Krater eines erloschenen Vulkans zwischen Danau Beratan und Danau Buyan befindet sich der „Bali Handara Golf & Country Club“. Umgeben von Regenwald und Seen, schafft es die gepflegte 18-Loch-Anlage, entworfen vom mehrmaligen British Open Champion Peter Thomson, immer wieder in Top-Rankings der besten Golfplätze weltweit.

Wie man hierher kommt? Denpasar mit internationalen Flugverbindungen ist etwa eine Autofahrstunde entfernt. Von dort geht es weiter mit Bemos (Dreirad-Taxis) oder Minibussen. Oder sie mieten sich ein Fahrzeug – wahlweise auch mit Fahrer. Wegen unregelmäßiger Verbindungen ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur etwas für Abenteurer oder Engelsgeduldige. Dafür ist es dann ein Einfaches, das Umland zu erkunden: Lovina mit seinen Fischerdörfern, Stränden und Delfinen oder Singaraja mit dem ehemaligen Königspalast, kolonialer Architektur und einer bedeutenden Bibliothek mit Büchern aus Blättern der Lontar-Palme, machen Ausflüge lohnenswert.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Bedugul!

Bedugul / Indonesien
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Bekannte Reiseinfos

Treffen Sie Einheimische immer mit Respekt. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch lokale Gepflogenheiten.

Reisen Sie verantwortungsvoll: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug können Sie neutralisieren, beispielsweise bei atmosfair mit Sitz in Deutschland. Drosseln Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Pfeifen Sie auf unsinnigen Einwegmüll. Unterstützen Sie kleinere Familienunternehmen an Stelle von großen Unternehmen.

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