Hintergrundbild: © Ilya Yakubovich (modified by UI) - CC BY 2.0

Im Dschungel-Reich der Orang Utans

Bukit Lawang, Indonesien

Orang-Utans in freier Wildbahn sind ein Anblick, den nur die wenigsten Menschen einmal erlebt haben.

Die „Waldmenschen” mit dem rotbraunen Fell zählen zu den stark bedrohten Tierarten dieser Welt. Hier in Indonesien leben die Menschenaffen noch unter freiem Himmel – sowohl der Sumatra Orang-Utan als auch sein Verwandter von der Nachbarinsel, der Borneo Orang-Utan.

Besucher haben vor allem eines im Sinn – diesen faszinierenden Geschöpfen des Waldes einmal Auge in Auge gegenüber zu stehen. Etwa 80 Kilometer nordwestlich von Medan, in der Provinz Nord-Sumatra, befindet sich das „Tor zu den Hügeln”, wie Bukit Lawang sich übersetzen lässt.

Einatmen und Abschalten

Direkt am Ufer des Bahorok Flusses gelegen, bereitet Bukit Lawang seinen Besuchern einen idyllischen Empfang vor. Besonders deutlich kommt dies zutage, wenn man zuvor den Straßenlärm und die Großstadtluft Medans in den Ohren und in den Lungen hatte.Von Medan führen schließlich Busse an diesen Ort, der mit der Natur noch auf Du und Du ist.

Der Ort selber ist von einer ungewohnten Überschaubarkeit. Im Grunde genommen ist alles zu Fuß erreichbar, von einem Ende des Dorfes zum anderen Ende benötigt man eine bequeme halbe Stunde.

War man hier noch nie zu Gast, so ist es kein Fehler, erst einmal den Stützpunkt des Nationalparks aufzusuchen. Hier helfen einem die freundlichen Mitarbeiter bei der Suche nach einer freien Unterkunft.

Zahlreiche Gästehäuser, Homestays und Eco Lodges stehen den Besuchern zur Verfügung. Die Unterkünfte sind in der Regel sehr einfach gehalten, dennoch sauber und vermitteln einem das Gefühl, direkt im Dschungel zu übernachten.

Neues Leben nach der Katastrophe

Der Tourismus zählt zur Haupteinnahmequelle des Ortes und machte Bukit Lawang schon in früheren Jahren zu einem der beliebtesten Reiseziele Sumatras. Doch im Jahr 2003 wurde der Ort nach langen Regenfällen von einer katastrophalen Überschwemmung heimgesucht, die zahlreiche Todesopfer forderte und die touristische Infrastruktur völlig zerstörte. Die damals vorhandenen Ressorts wurden Opfer der Fluten und der Wiederaufbau konnte nur langsam wieder ins Rollen gebracht werden. Zu gering waren die finanziellen Mittel, zu groß die Traumata innerhalb der Bevölkerung. Ein Waisenhaus am Rande des Dorfes kümmert sich heute noch um die hinterbliebenen Kinder, die ihre Eltern verloren hatten, bietet ihnen Unterkunft, Verpflegung und Bildung. Weil illegale Rodungen des Waldes den natürlichen Schutzgürtel zerstört hatten und damit die Katastrophe erst ermöglichten, achtet man heute ganz besonders auf Nachhaltigkeit. Und die Besucher können mit ihrem Aufenthalt ihren Teil dazu beitragen, dass Bukit Lawang wieder zu neuer Blüte geführt wird.

Souvenirstände bieten Schnitzereien und Schmuck aus Bambus oder Kokosnüssen an. Doch auch Batik-Textilien eignen sich als perfektes Mitbringsel aus der exotischen Ferne.

Abends sind manche Gästehäuser von Gitarrenklängen erfüllt und verlocken den Besucher dazu, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Einmal in der Woche findet man bei einer Jungle Party eine passende Mischung aus lauter Musik, kühlem Bier und spaßigem Tanz.

Die tierischen Menschen des Waldes und ihr natürliches Reservat

Ein natürlicher Publikumsmagnet ist allerdings ohne Frage das Orang-Utan Rehabilitations-Zentrum nahe dem Gunung Leuser Nationalpark. Hier werden Orang-Utans, die aus der Gefangenschaft befreit wurden, aufgepäppelt und wieder auf ein Leben in der Freiheit vorbereitet. Ranger zeigen den Primaten, wie man in der Wildnis überlebt. Zwei Mal am Tag werden die Affen auf einer eigenen Plattform gefüttert, was immer wieder ein unvergessliches Erlebnis für die Besucher ist. Die Hilfsstation wurde Anfang der 1970er Jahre gegründet und soll den Bestand sichern, der durch Jagd und Abholzung des natürlichen Lebensraumes stark zurückgegangen ist. Heute leben um die 5.000 Orang-Utans in der Umgebung von Bukit Lawang.

Doch auch abseits der Affenpfade hat der Ort genug für Erholungssuchende zu bieten. Vor allem die Trekking-Touren durch den Gunung Leuser Nationalpark lassen sich aus dem Vergnügungs-Programm nicht mehr wegdenken. Jedoch ist es nicht gestattet, das Gebiet ohne Guide zu betreten. Guides gibt es in Hülle und Fülle – man kann zuvor mit verschiedenen Sprechen, sich „beschnuppern” und sich dann entscheiden, mit wem man auch mehrere Tage in der Wildnis verbringen möchte. Doch gilt es zu bedenken: feuchtes, heißes Klima setzt auch gute körperliche Kondition voraus. Wenn diese gegeben ist, steht einer Wanderung mit anschließendem Rafting im Fluss, einem Bad unter dem Wasserfall und einer Übernachtung im Zelt nichts mehr im Wege. Köstliche indonesische Speisen und frische Früchte werden in den meisten Fällen vom Guide mitgebracht und angeboten.

Weitere Punkte im Unterhaltungsprogramm sind Tubing und Kayaking entlang des Bohorok oder des Sungai Wampu, sowie ein Ausflug in die Fledermaushöhle, bei dem Sie allerdings nicht auf eine Taschenlampe vergessen sollten. Spezielle Touren beinhalten auch die Übernachtung in Höhlen und den Besuch heißer Quellen. Informieren Sie sich im Tourismusbüro.

Ein Ausflug zu den Dickhäutern

Wer sich etwas weiter ins Umland wagen möchte, ist mit einem Tagesausflug nach Tangkahan gut beraten. Drei Fahrstunden muss man schon einplanen. Doch entschädigen Elefanten, die man hier beobachten, füttern, waschen oder auch für eine Trekking-Tour mieten kann, für die längere Anfahrt. Und sollte es einmal doch später geworden sein, so findet man sicher auch hier ein gemütliches Bett in einem Bungalow für die entspannte Nachtruhe.

An den Wochenenden und Feiertagen sieht sich Bukit Lawang mit einem weitaus größeren Besucheraufkommen konfrontiert. Dann wagen sich nämlich auch die Stadtmenschen aus Medan in die Natur, um dem Großstadtlärm und der dicken Luft für einen Augenblick zu entkommen.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Bukit Lawang!

Bukit Lawang / Indonesien
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Bekannte Informationen

Treffen Sie die lokale Bevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Achten Sie dabei auch auf landestypische Gebräuche.

Urlauben Sie verantwortungsbewusst: Die CO2-Emission der Flugreise können Sie neutralisieren, beispielshalber bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Drosseln Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Verringern Sie beim Einkaufen unnützen Verpackungsmüll. Supporten Sie lokale Kleinhändler statt Großunternehmer.

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