Hintergrundbild: © Jorge Láscar (modified by UI) - CC BY 2.0

Von der Unterwasserzauberwelt bis zum Reich der Drachen

Labuan Bajo, Indonesien

Vor einigen Jahren schlummerte Labuan Bajo am westlichen Ende der Insel Flores noch den Schlaf der Unberührtheit.

Heute ist die Hauptstadt des Regierungsbezirks Manggarai Barat im Aufbruch und lockt vor allem Individualtouristen in die Region Ost-Nusa Tenggara.

Das immer noch liebliche Fischerdorf erstreckt sich entlang einer geschützten Bucht und ist vor allem für Besucher des Komodo Nationalparks ein guter Platz zum Eintauchen. Von hier aus starten zahlreiche Boote in Richtung der Inseln Komodo und Rinca, die mit etwa 100 weiteren Erhebungen im Wasser das Gebiet des Nationalparks markieren. Jene genannten Inseln gelten als das Reich des Komodowarans, des berühmten kleinen Drachen Indonesiens. Und weil er nirgendwo sonst in freier Natur vorkommt, bedarf es keines weiteren Lockmittels für Tierliebhaber und Naturforscher. Wer nicht im Park bei den Drachen übernachten möchte, findet in Labuan Bajo eine gute Alternative und zudem hat hier auch das Nationalpark-Büro seine Basis.

Der „Hafen der Badjo”, wie sich der Name übersetzen lässt, wurde von der ethnischen Gruppe der „Badjo” besiedelt, die ihre Ursprünge im Malaiischen haben und vor allem nach muslimischen Werten leben. Die ursprünglichen Seenomaden haben eine tiefe Verbundenheit mit dem Meer und halten diese unter anderem mit ihren reizenden Holz-Segelbooten aufrecht, die im Hafen vor Anker liegen. Überhaupt ist der hiesige Hafen ein Stern auf der Karte der Fährverbindungen. Sowohl Personenfähren als auch Frachter sorgen für regen Austausch mit Sumbawa, Bali und Sulawesi.

Etwas schneller und vielleicht auch etwas Magen-schonender geht es über den Luftweg. Der eigene kleine Flughafen („Komodo Airport”) schlägt regionale Netze und sorgt für eine schnelle Verbindung zu Denpasar in Bali aber auch zu Ende, Mataram, Maumere und Kupang. Zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, empfängt er die Besucher der Region mit seiner Winzigkeit und der sehr simplen Infrastruktur und ist damit kein Ort, an dem man länger als nötig verweilen muss. Ist meist auch nicht schwer, da sich die örtlichen Taxifahrer hier einen Lauerplatz eingerichtet haben. Wer aber gut bei Fuß ist, schafft den Katzensprung in die Stadt auch so. Im Zentrum selbst bieten außerdem Fahrer von Ojeks (Motorradtaxis) und Bemos (größere Kleintaxis auf meistens drei Rädern) oft gar nicht zurückhaltend ihre Dienste an. Aber natürlich können Sie auch Motorrad oder Fahrrad mieten.

Kleines Zentrum - große Ziele

Labuan Bajos Zentrum ist klein. Es ist im Großen und Ganzen die Hauptstraße, an der sich ein paar Shops und immer mehr Restaurants angesiedelt haben. Die Qualität ist im Ansteigen – neben regionaler Kulinarik verbreiten die Köche auch zunehmend westliche Aromen: Pizza, Pasta und Burger haben sich längst ihren Stammplatz neben Seafood und Bratnudeln erkämpft und auch Cafés und Cocktail-Bars sprießen aus dem tropischen Boden wie aromatische Pilze. Wer aber die Regionalität kosten möchte, findet am Nachtmarkt im Norden der Stadt bestimmt ansprechende Klassiker wie das Salatgericht Gado-Gado, die köstlichen Sate-Spießchen oder gehaltvolles Bami Goreng.

Souvenirjäger werden ebenfalls auf der Hauptstraße reiche Beute machen können – neben den Schnitzfiguren des Komodowarans werden hier auch Schlüsselanhänger, T-Shirts und regionaler Kaffee an den Reisenden gebracht. Wer seinen Mut beweisen möchte, greift zur Chilischote aus lokalem Anbau und kann dann vielleicht auch Drachenfeuer speien.

Wie bereits erwähnt, befindet sich die Stadt im Aufwind. Das betrifft auch die Übernachtungsmöglichkeiten. Ja, es gibt sie zwar noch, die spartanischen Bungalows und die abgelebten Budget-Hotels. Aber genauso findet man hier mittlerweile auch 4-Sterne-Ressorts mit eigenen Spas, die verwöhnende Massagen und Therapien anbieten.

Tauchen, tauchen, tauchen

Aufgrund der idealen Meereslage und des benachbarten Nationalparks ist der Tauchtourismus etwas, das sich die Einheimischen stolz auf die Fahne schreiben können. Zahlreiche Tauchschulen bieten Kurse und Equipment. Anbieter, die sich als Mitglied der „Komodo National Park Dive Operators Association” zu erkennen geben, setzen sich für ein besonders nachhaltiges Programm ein, das den natürlichen Lebensraum von Mantas, Riffhaien, Lippfischen, Schildkröten, den farbenprächtigen Papageienfischen und auch der Mini-Seepferdchen und Korallen zu schützen versucht. Die Vielfalt an Tauchrevieren bietet alle möglichen Schwierigkeitsstufen und darüber hinaus wird mit Mehrtages-Tauchtrips bis hin zum Nachttauchen das Angebot massiv erweitert. Aber auch Schnorchler und Kayak-Fahrer werden ob der Gewässer ins Schwärmen geraten.

Einige der besten Tauchplätze befinden sich bei Pulau Kanawa, einer 15 Kilometer entfernten idyllischen Insel, auf der man in einfachen Bungalows übernachten kann. Oder man begibt sich auf das Eiland Seraya Kecil, nördlich der Stadt, wo sich neben einem Fischerdorf und traumhaften Stränden ein Korallenriff etwa 150 Meter ins Meer erstreckt, um dann plötzlich steil abzufallen. Ausflugspakete inklusive Bootstransfers und Übernachtungen in reizenden Bungalows lassen sich in Labuan Bajo buchen. Für kleine Bootstouren in der Umgebung hat es sich immer wieder bewährt, die lokalen Fischer zu fragen.

Einsame Strände und geheimnisvolle Glitzerhöhlen

Manchmal kommt es vor, dass jemand lieber festen Boden unter den Füßen haben möchte – auch kein Problem! Wer sich die Wanderschuhe schnürt, ist in wenigen Stunden in einer magischen Welt aus erfrischenden Wasserfällen, geheimnisvollen Höhlen, saftigen Wäldern, verborgenen Stränden und vulkanischen Seen, die kräftig in der Palette leuchtender Farben rühren.

Ein weiteres Fünkchen Magie erwartet den Wanderer in der Gua Batu Cermin, der Spiegelsteinhöhle, die sich drei Kilometer östlich der Stadt versteckt. Bei einem bestimmten Einstrahlwinkel reflektieren die Sonnenstrahlen auf der Gesteinsoberfläche und tauchen die gesamte Höhle in ein mystisches Licht.

Wer sich schon auf dem Wandertrip befindet, dem sei es auch angeraten, zumindest einen der zahlreichen Berge zu erklimmen, um dann mit einem atemberaubenden Panorama über die stattliche Ansammlung kleiner Inseln, weißer Sandstrände und der türkisblau funkelnden Tauchreviere belohnt zu werden.

Vielleicht sehen Sie sogar zu Kalong Island, einer malerischen Insel in der Nachbarschaft, die ebenfalls mit dem Boot erreichbar ist. Sie ist ein einziges riesiges Nest für eines der größten lebenden Fledertiere der Welt – den Kalong-Flughund. Aber keine Angst, den Knoblauch brauchen Sie nicht auszupacken, denn der geflügelte Artgenosse, der eine Spannweite von bis zu 1,7 Metern erreichen kann, ernährt sich überwiegend von Früchten und Nektar. Bei Anbruch der Dämmerung können Sie Zeuge eines eindrucksvollen Naturschauspiels werden, wenn sich die riesigen Flughund-Kolonien zur Nahrungssuche in die Lüfte erheben und dabei wie ein fliegender Teppich über den Himmel gleiten.

Bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 31 Grad, hat man relativ freie Wahl, was die Reisezeit angeht. Nur von Jänner und Februar sollte man, wenn möglich, Abstand nehmen. Dann weint nämlich der Himmel und das unwirtliche Wetter macht den Hafen nur schwer bis gar nicht erreichbar. Auch einige Geschäfte sind dann in Winterschlaf versetzt.

Aber ansonsten ist Labuan Bajo bereit. Bereit, sich den Sand aus den Augen zu reiben.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Labuan Bajo!

Labuan Bajo / Indonesien
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Grundsätzliche Infos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die Bewohner vor Ort immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch landestypische Gebräuche.

Benehmen Sie sich verantwortungsfreudig: Die CO2-Emission der Flugreise kann man kompensieren, beispielshalber bei myclimate aus der Schweiz. Drosseln Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzeren Duschgängen). Dezimieren Sie beim Shopping unnützen Einwegmüll. Fördern Sie lokale Kleinhändler und nicht internationale Multis.

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