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An apple a day...

Malang, Indonesien

Exotische Früchte sind ständige Begleiter eines Urlaubs.

Doch was nun als „exotisch” gilt, hängt auch immer von der Umgebung ab. Durian, Salak und Mango sind uns in Indonesien schon oft untergekommen. Aber auch der bei uns so beliebte Apfel hat im Inselreich seinen Platz gefunden – bei der Gegend um Malang kann man ohne weiteres vom Mittelpunkt des indonesischen Apfelanbaus sprechen. Im Osten Javas, etwa 100 Kilometer südlich von Surabaya, befindet sich die Region mit den kühleren Temperaturen, die schon während der niederländischen Kolonialzeit ein beliebtes Reiseziel für Europäer war. Dieser Anziehungskraft ist es zu verdanken, dass bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Eisenbahn hierher verlegt wurde. Seitdem ist die Stadt mit Jakarta verbunden und erlebte dadurch einen rasanten industriellen Aufschwung.

Spuren der Kolonialisierung und lokale Tanzkunst

Auch heute noch ist das Stadtbild von kolonialen Einflüssen geprägt, wie man etwa auf dem Ijen Boulevard erkennen kann. Dort erwartet den Besucher eine reizende Komposition aus Kolonialarchitektur und der Blütenpracht der Bougainvillea. Auch das Brawijaya Militärmuseum öffnet hier seine Pforten und informiert über Javas berühmte Brawijaya-Garnison, die im Unabhängigkeitskrieg der späten 1940er Jahre eine tragende Rolle gespielt hat. Erinnerungsstücke an diese Zeit und an die kommunistischen Säuberungen der späten 1960er Jahre können hier bewundert werden. Sehr viel friedlichere Energie versprüht hingegen der Botanische Garten Purwodadi auf der gleichnamigen Jl. Raya Purwodadi. Auf 85 Hektar findet man hier Ruhe und Erholung im Grünen. Und im Rauschen des Baung-Wasserfalls entdeckt man schnell die eigene innere Ruhe.

Was wäre Indonesien ohne seine traditionellen Tanzaufführungen? Im Park Taman Rekreasi Senaputra auf der Jl. Brawijaya finden während der Trockenzeit regelmäßig am Wochenende Wayang-Aufführungen statt. Hin und wieder hat man auch das Glück, einer Wayang Kulit Schattentheater-Vorstellung beiwohnen zu können. Auch der Maskentanz Tari Topeng gehört zum lokalen Kulturgut dazu und erlebt ständige Begeisterungsstürme. Und hier ein kleiner Tipp: In den Dörfern Jabung und Kedungmonggo werden Masken immer noch von Hand gefertigt und schließlich auch zum Verkauf angeboten.

Wer sich nach dem Gefühl von warmem Sand auf der Haut sehnt, dem sei eine Reise von etwa 60 Kilometern südwärts ans Beach Boy- und Strandnixen-Herz gelegt. Balekambang ist ein traumhafter Küstenabschnitt südlich der Stadt. Eigentlich sind es ja drei verschiedene Strände, doch wird der Name des einen Strandes oft als Synonym für alle zusammen verwendet. Drei kleine Inseln, die sich direkt vor dem Strand befinden, können über Brücken erreicht werden. Für die weiter entfernte Insel Pulau Sempu hingegen ist dann jedenfalls doch ein Charter-Boot notwendig. Für Abenteuerlustige stehen simple Übernachtungsmöglichkeiten bereit. Aber Achtung: An Wochenenden kommen relativ viele Leute darauf, dass es sich hier um ein wunderschönes Fleckchen handelt. Mehrere Tempel befinden sich in der Umgebung von Malang. Etwa 12 Kilometer nördlich erwartet einen der hinduistische Singosari Tempel, der um 1300 zu Ehren Shivas erbaut wurde und sich in der Konstruktion von seinen balinesischen Artverwandten unterscheidet.

Die Mondlandung selber erleben

Es ist dies auch der Weg zum Bromo Tengger Semeru Nationalpark – ein ausgedehntes Vulkanmassiv, das den Eindruck erweckt, in einer bizarren Mondlandschaft gelandet zu sein. Zwischen den beiden aktiven Feuerbergen Mount Bromo und Mount Semeru hat der Naturschauplatz unterschiedlichste Ausformungen übernommen: Lavagestein trifft auf tropische Wälder und Wasserfälle. Da zahlt es sich schon aus, eine mehrtägige Trekking-Tour zu buchen, während der man in Camps übernachtet. Der Mount Semeru ist übrigens mit seinen mehr als 3.600 Metern der höchste Berg Javas.

Doch zurück zur Zivilisation - die Stadt Batu, 45 Fahrminuten von Malang entfernt, gilt bereits seit geraumer Zeit als Rückzugsort. Wohlhabende haben hier ihre Wochenendhäuser aber auch die nicht so Reichen verschlägt es an den Wochenenden gerne auf die Anhöhe mit den kühleren Temperaturen. Spazieren, Mountainbiken und Paragleiten sind bei etwa 20 Grad weitaus angenehmer. Besuchen Sie auch die berühmten Apfelplantagen und lassen Sie es sich gut gehen bei Apfelkuchen und Apfelchips. Und wenn die Nacht anbricht, geht im Stadtzentrum der Rummel los – in einem Vergnügungspark mit eigenem Riesenrad. Mit Shuttlebussen und Bemos ist Batu übrigens recht gut zu erreichen.

Ein fein gewobenes Verkehrsnetz

Heute ermöglichen zahlreiche Zugverbindungen die Fühler in alle Himmelsrichtungen auszustrecken. Der größte Bahnhof ist die Kotabaru Station, wo Reisende ihre Tickets etwa nach Yogyakarta oder Bandung lösen können. Auch Intercity-Busse halten am großen Busbahnhof im Norden der Stadt mit dem Namen Arjosari. Jakarta, Yogyakarta, Surabaya, Denpasar, Mataram und Solo stehen auf den Anzeigen der teilweise klimatisierten Langstreckenbusse. Im städtischen Verkehr ist man vor allem mit Angkots (Kleinbussen) und Microvans versorgt, die ihre Routen sehr günstig, allerdings nicht besonders komfortabel, befahren. Natürlich sind auch Becaks – die traditionellen Fahrrad-Rikschas – und Taxis meist zur Stelle. Etwa für den Weg zum Abdul Rachman Saleh Airport, der vor allem Inlandsflüge nach Jakarta oder Bali empfängt. Benannt wurde er nach einem indonesischen Piloten, der zur Zeit der Revolution von den Niederländern abgeschossen wurde.

Mahlzeit und Gute Nacht

Sobald Sie angekommen sind, werden Sie sehen, dass es eine beachtliche Bandbreite an Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Den Anfang dieser Liste machen Backpacker-Schlafsäle und Hostels mit Gemeinschaftsduschen. Weiter geht es mit preiswerten Budget-Hotels bis man schließlich bei den 4-Sterne-Hotels angelangt ist. Diese überzeugen mit einer Einrichtung aus traditionellen javanischen Antiquitäten, einem Pool und eigenen exklusiven Restaurants.

Und wenn wir schon beim Essen sind – neben einer Menge an frischen Meeresfrüchten werden hier viele chinesische Gerichte aber auch Burger und Steaks angeboten. Gegrillte Maiskolben – ein beliebter lokaler Snack – werden an allen Ecken und Enden angeboten. Nicht nur am beeindruckenden Nachtmarkt auf der Jl. Merdeka. Und wer den typischen Geschmack der Region einfangen möchte, der probiere die würzige Fleischbällchen-Suppe „Bakso Malang” oder die Ochsenschwanzsuppe „Sop Buntut”.

Und als Nachspeise natürlich der Lokalmatador im Früchtereigen – ein Apfel aus regionalem Anbau, aus dem Herzen der Apfelproduktion des Inselreichs.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Malang!

Malang / Indonesien
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Beiläufige Informationen

Im Gespräch behandeln Sie Einheimische immerzu mit angemessenem Respekt. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch lokale Gepflogenheiten.

Handeln Sie verantwortungsbewusst: Den C02-Ausstoß des Fluges kann man ausbügeln, zum Beispiel bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Mindern Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer Abduschen). Pfeifen Sie auf überflüssigen Verpackungsmüll. Befürworten Sie kleine Gewerbetreibende und nicht internationale Multis.

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