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Amazonas - Foto: Daniele Gidsicki - CC BY 2.0
Foto: Daniele Gidsicki - CC BY 2.0

Amazonas Regenwald

Bedrohter Schatz: Das Amazonas Gebiet Brasiliens

Mächtig und ruhig schlängelt sich der Amazonas, wasserreichster Fluss der Welt, durch Brasilien und den nördlichen Teil Südamerikas: Ein Fluss der Geschichte geschrieben hat und Reisende seit jeher fasziniert

Hütte im Regenwald am Wasser
© gaelj - Fotolia.com

Vogel im Regenwald
© davidevison - Fotolia.com
Über 6.000 km ist der Amazonas lang und er hat die Geschichte des gesamten Kontinents nicht unbedeutend beeinflusst. An manchen Stellen mehrere Kilometer breit durchzieht er stolz die brasilianische Provinz Amazonas und gliedert sich in zahlreiche Seitenarme und Flussdeltas. Doch nicht nur der Amazonas selbst ist ein weltweites Unikum, auch die tropischen Regenwälder des Gebietes bergen zahlreiche ungelüftete Geheimnisse. Mysteriöse Arten von Pflanzen und Tieren, von der Außenwelt teilweise unberührte indigene Völker und die tropisch-endlose Feuchtigkeit mit ihren Farben und Formen gelten als geheime Schätze ganz Südamerikas und vor allem Brasiliens. Die Wälder des Amazonas machen ein Drittel der weltweit noch vorhandenen Regenwaldgebiete aus und spielen eine lebenswichtige Rolle im fragilen weltweiten Klimakreislauf und Ökosystem. Mit zig tausenden verschiedenen Tierarten und exotischen Pflanzen gehört das Gebiet zu einem faszinierenden Wunderwerk der Natur, das weltweit einzigartig ist. Lianen, Schmetterlinge, hunderte Frosch- und Vogelarten, Riesenpflanzen, undefinierbare Farben und Lichtreflexe kombiniert mit tropischer Hitze, die sich sonst nur in Südostasien finden lässt, fasziniert Abenteurer und Naturliebhaber gleichermaßen. Hypnotisch schön sind auch die Seitenarme des Hauptflusses wie der Rio Negro, der Madeira, Tapajos und andere kleinere Seitenarme und Deltas. Über 1.500 verschiedene Fischarten, aber auch Krokodile und Schlangenarten leben noch im Amazonas, davon sind einige auf Grund von Verschmutzungen vom Aussterben bedroht. Fisch bildet den Lebensunterhalt für viele von der Subsistenzfischerei lebende Familien.

Das Klima im tropischen Regenwald ist das ganze Jahr über unverändert feucht und sehr heiß. Hohe Luftfeuchtigkeit bis zu achtzig Prozent mit Temperaturen über dreißig Grad ist für die Region normal. Das Amazonasbecken ist ein äußerst wichtiger Süßwasservorrat und Sauerstoffproduzent der Erde.

Update März 2012:Illegaler Kahlschlag ohne Strafen?!
Die Abholzung hat dramatisch zugenommen. Satellitenbilder zeigen, dass zwischen Januar und März 2012 in Brasilien eine dreimal so große Fläche wie im Vorjahreszeitraum abgeholzt wurde. Besonders betroffen war der Wald im Bundesstaat Mato Grosso, in dem viele Sojaproduzenten und Viehzüchter arbeiten. Leider ist die brasilianische Politik nicht fähig, schärfere Regeln für den Schutz des Amazonaswaldes zu erlassen. Obwohl es eigentlich schon Konsens darüber gibt, die Zerstörung bis zum Jahr 2020 um 80 Prozent zu reduzieren, passiert gerade genau das Gegenteil. Aktuell liegt im Abgeordnetenhaus eine Gesetzesnovellierung bereit, welche den Schutz des Regenwaldes drastisch aufweichen würde. NGOs und Umweltaktivisten sehen in dem Gesetz ein „fatales Signal“ und einen Freibrief für illegale Rodungen, denn im Gesetzestext ist unter anderem von einer Amnestie für kleine Landwirtschaftsbetriebe die Rede, die vor Juli 2008 Flächen illegal abholzten. Nicht nur beim WWF in Brasilien schrillen die Alarmglocken.

Klimapolitik am Amazonas

Rindfleisch
© Christy Thompson - Fotolia.com
Wie die Lianen im tiefen Urwald ranken sich nach wie vor Legenden um geheime indigene Stämme, unerforschte Arten und verstrickte Geschichte und Politik geschrieben im Amazonasgebiet, die den ganzen Kontinent Südamerika bewegt haben. Mittlerweile sind es aber eher Wirtschaftskorruption und Konzernriesen, die tragische Geschichten erzeugen und schonungslos von den reichen Vorkommen des einst so behüteten Gebiets profitieren: Fleisch- und Holzkonzerne verdanken einen Großteils ihres Reichtums der teils illegalen Abholzungen und Brandrodungen um Platz für landwirtschaftliche Flächen zu schaffen.

Bradrodung Amazonasgebiet
© guentermanaus - Fotolia.com
Als Agrarkolonialismus werden die Brandrodungen und Abholzungen durch Großgrundbesitzer und verschiedene internationale Konzerne bezeichnet. Auch die bergbauliche Erschließung von Eisenerz-, Zinn und Gold führte zu großangelegten Rodungen des wertvollen Regenwaldes, tausende Menschen wurden vertrieben bzw. ihrer natürlichen Lebensgrundlage entzogen. Die Rodungen und Ausbeutungen des Gebietes halten bis heute teils unverändert an und haben zu starken ökologischen Schäden sowie zum Klimawandel und der globalen Erwärmung maßgeblich beigetragen. Nicht unbedeutend sind auch die Ölvorkommen der Region und die damit oft problematische Konzernpolitik im gesamten Gebiet.

Klimawandel
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Die Zerstörung des Regenwaldes hat weitreichende Folgen auf den Rest der Welt; Reisende in die Region sollten sich mit der Problematik vertraut machen, um dementsprechend behutsame Reiseformen zu wählen. Weltweite Abholzungen der Regenwälder wie auch der Regenwälder um den Amazonas verstärken die graduelle Erhöhung der weltweiten Temperatur pro Jahr und sind somit ein Mitauslöser für Klimawandel und Erderwärmung.

Auch Dürre, Hurrikans, misslungene Ernten und dadurch ausgelöste Hungersnöte sind direkte Folgen des weltweiten Klimawandels, der unter anderem durch Abholzungen der Regenwälder entsteht und sich weiterhin verschärft. „Extremwetterereignisse“ und ihre Auswirkungen auf Wasserressourcen, Gesundheit, Essensqualität, hochinfektiöse Krankheiten, Kindersterblichkeit sind weitere Folgen mit weltweitem Ausmaß. Die elementare Rolle der Regenwälder, um dies Folgen zu verhindern, kann somit nicht unterschätzt werden: Durch erfolgreiche Aufforstungsprogramme kann der von Menschen produzierte CO2-Gehalt vermindert werden, weil Wälder klimaschädliches CO2 binden. Im Amazonasbecken sind riesige Menge an CO2 gebunden, die durch Rodung sukzessive freigesetzt werden.

Die CO2 Bilanz kann durch den Schutz des Waldes und mit Hilfe von Aufforstungsprogrammen verbessert werden. Traditionsreiche Kartelle und Großgrundbesitzer in Südamerika aber auch internationale Konzerne stellen sich diesen Ideen bisher erfolgreich entgegen und viele Initiativen nicht tief genug, um oben genannte Probleme wirksam zu bekämpfen.

Verantwortungsvolles Reisen durch hypnotische Landschaften

Luftbild Amazonas Gebiet
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Regenwald
© chris74 - Fotolia.com
Trotzdem sind Reisen am Fluss und in den Wäldern möglich, zahlreiche Reiseanbieter haben sich auf moderaten Ökotourismus, Aufklärungsreisen und Projektunterstützung für Sozialprojekte spezialisiert. Idealer Ausgangsort für eine Reise am Amazonas und seinen Nebenflüssen ist Manaus, die 1,79 Millionen-Einwohner-Hauptstadt der brasilianischen Provinz Amazonas. Die Hauptstadt liegt am Rio Negro, einem der beeindruckendsten Seitenarme des sagenumwobenen Flusses. Manaus ist eine Hafenstadt und ankert Schiffe jeglicher Größe. Alle Arten von Bootsreisen, auch mehrtägig können vor Ort organisiert werden. Anbieter gibt es zur Genüge, es zahlt sich jedoch aus, diese in Ruhe zu vergleichen und vor Ort Erkundigungen anzustellen.

Schiffsverbindungen für die Weiterreise finden sich von Manaus nach Peru, Kolumbien, Venezuela und nach Belem, das an der Atlantikküste Brasiliens liegt. Der Amazonas ist nach wie vor Traumziel jedes Reisenden, der sich für Südamerika interessiert und auch die Macht und Gemächlichkeit des Flusses am eigenen Leib spüren möchte. Je kleiner die Reisegruppen, desto einfacher ist es mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Respektvolles Benehmen gegenüber Natur und Mensch und sparsamer Umgang mit Ressourcen vor Ort wie Wasser und anderen sind Voraussetzung, um der Region den wohlverdienten Respekt zu erweisen.

Ökotourismus hat sich in den letzten Jahren verstärkt und immer mehr Anbieter legen Wert auf „faires Reisen“, das für beide Seiten bereichernd wirkt, ohne die Schätze der Region weiter zu gefährden. Eine bezaubernde Variante des Reisens am Amazonas ist die Kombination aus Dschungelexpedition und mehreren Tagen Bootsfahrt mit Zwischenstopps in Dörfern und kleineren Städten, die vom Tourismus profitieren. Auf diese Art kann der komplexe ökologische Zusammenhang zwischen Urwald, Fluss und seinen Bewohnern auf respektvolle Art verinnerlicht werden und die Schönheit der einzigartigen Amazonasregion aufgenommen werden: Zwischen Hitze, Farben, endlosem Grün und Braun, Wasser und dem Charme seiner Bewohner.

Genießen Sie Ihre Reise in das Amazonas-Regenwaldgebiet!

Link: Amazonas Regenwald (Greenpeace)


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Ein Artikel von Mag. Eva Pilipp

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