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Kondome - Quelle: Fotolia
Fakten zum thailändischen Rotlichtgewerbe

Sextourismus in Thailand

Viele Touristen lockt nicht allein die Aussicht auf unberührte Strände und exotische Landschaften nach Thailand, sondern die Aussicht, dort viel Sex für wenig Geld zu bekommen. Schätzungen zufolge besucht sogar mehr als die Hälfte der männlichen Touristen das südostasiatische Königreich der Liebesdienste wegen.

Fakten zum thailändischen Rotlichtgewerbe

Die Städte Pattaya, Bangkok, Chiang Mai, Hat Yai und die Inseln Phuket und Ko Samui sind bei Sextouristen besonders beliebt. So beliebt, dass die thailändische Rotlichtbranche etwa 27 Mrd. Dollar im Jahr umsetzt, das sind 14% des BIP.  Die Anzahl der sich prostituierenden Frauen in Thailand wird auf über 2 Millionen geschätzt. Prostitution ist in Thailand zwar gesetzlich verboten, doch da sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, werden ausländische Sextouristen selten bestraft. Fast ein Drittel, nämlich 28% der nordthailändischen Haushalte werden durch die Prostitution finanziert. Kontakte zu den Damen des ältesten Gewerbes der Welt finden sich nicht nur in Bordellen, sondern auch in (Gogo-)Bars, Lokalen, Massage-Parlors und Karaoke-Clubs.

Die Anfänge des Sextourismus in Thailand

Heutzutage ermöglichen es günstige Flüge schnell in weit entfernte Länder wie Thailand zu reisen. Aber schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist mit dem Wohlstand einiger Weltregionen auch das Ausmaß des Sextourismus gewachsen. Im Grunde genommen war der Vietnamkrieg der Auslöser des thailändischen Sextourismus in seiner heutigen Form. Denn in ihren Ferien entspannten sich die US-Soldaten mit einheimischen Prostituierten an den schönen Stränden Thailands. Seit den 80er Jahren steigt mit dem Tourismus auch die Prostitution im Land kontinuierlich an.

Hintergründe der Prostitution

Thai Frau - Quelle: fotoliaDie Gründe für Prostitution sind vielfältig: Armut, weder Ausbildung noch Arbeitsstelle sowie niedrige Löhne sind die häufigsten. Die thailändischen Frauen sehen in der Prostitution oft die einzige Möglichkeit genügend zu verdienen. Auch wenn das die wenigsten Freier interessiert: Viele thailändische Prostituierte arbeiten, weil sie Kinder und Familie durchbringen müssen. Schule und ärztliche Versorgung lassen sich mit einem „normalen“ Job in Thailand schwer finanzieren. Auch gibt es Frauen, die sich neben Arbeit oder Studium etwas dazuverdienen. Drogenabhängige Prostituierte sind im Teufelskreis der Beschaffungsprostitution gefangen und der Ausstieg daraus ist schwer. Die Familie ernähren, sich etwas leisten wollen oder einen Mann finden, der für ein sorgt; so unterschiedlich wie die (finanziellen) Interessen der Liebesdienerinnen sind auch die Vorstellungen und Wünsche von Sextouristen.

Die Sextouristen

Auch wenn man es vermuten würde, Sextouristen in Thailand suchen nicht alle nur das Eine, sondern haben ganz individuelle Vorstellungen vom Sex-Spaß im fernen Thailand. Ob das nun das Bedürfnis ist Sex ohne Kondom zu haben, eine exotische und immerzu brav lächelnde Sexpartnerin zu finden oder seine homosexuelle Neigungen frei auszuleben. Meist dauern die sexuellen Beziehungen nur eine Nacht, aber mitunter wünschen sich Sextouristen auch eine Art Beziehung für die Zeit, in der sie in Thailand sind oder auch darüber hinaus. Sehr viel geringer ist die Zahl weiblicher Sextouristen, die auf der Suche nach jungen,  Thailändern sind.

Sextouristen kommen überwiegend aus Nordamerika, Westeuropa und Australien, aber auch aus China und Japan. Die Thailänder selbst und ihre malaiischen Nachbarn nutzen die Liebesdienste am häufigsten, gefolgt von Amerikanern, Briten und Deutschen. Übrigens reisen etwa 400.000 Deutsche jedes Jahr nach Thailand mit der Absicht, sexuelle Dienste in Anspruch zu nehmen.

Sex ohne Verstand und Gewissen

Woran viele Sextouristen keinen Gedanken verschwenden möchten, ist das Thema Verhütung. Dabei sind viele Prostituierte in Thailand HIV-positiv und ungeschützter Geschlechtsverkehr trägt zur weiteren Verbreitung von AIDS auf der ganzen Welt bei. Im Jahr 2000 betrug die Zahl der HIV-infizierten ThailänderInnen ungefähr 4 Millionen. Aus diesem Grund ist es in jedem Fall klüger bei sexuellen Handlungen immer ein Kondom zu benutzen.

Das Geschäft mit der Kinderprostitution ist in Thailand traurigerweise weit verbreitet. Pädophile erhoffen sich fernab der Heimat straffrei sexuelle Handlungen mit Minderjährigen ausüben zu können. Seit einer Weile gibt es jedoch in Europa gesetzliche Regelungen, durch welche eine Strafverfolgung auch dann möglich ist, wenn der Missbrauch im Ausland geschehen ist. Es wird geschätzt, dass in Thailand über 200.000 Kinder und Jugendliche dazu gezwungen werden sich zu prostituieren.

Der Sextourismus wird weiterhin boomen, auch wenn es einem wunderschönen Land wie Thailand nicht gerecht wird, lediglich auf das älteste Gewerbe der Welt reduziert zu werden.


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Ein Artikel von Mona Groß

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