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Hintergrundbild: © Dennis Jarvis (modified by UI) - CC BY-SA 2.0
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Das drittgrößte Amphitheater des römischen Reiches
👍🏼 Gutes Attraktivitätslevel

El Djem, Tunesien

El Djem liegt mitten im tunesischen Hinterland und wirkt auf den ersten Blick wie ein gemütliches, eher unscheinbares Provinzstädtchen. Bis man um die Ecke biegt und plötzlich vor einem der beeindruckendsten Bauwerke der Antike steht.

Kaum ein Reisender bleibt hier länger als einen Tag, und ehrlich gesagt reicht das auch völlig aus. Viele kommen als Tagesausflügler aus Sousse oder Mahdia vorbei, werfen einen Blick in die Ränge des berühmten Amphitheaters und ziehen weiter. Wer sich aber etwas mehr Zeit nimmt, merkt schnell: Diese kleine Stadt hat architektonisch mehr zu bieten, als ihre Größe vermuten lässt.

Immer wieder pendeln Touristen nach El Djem, um das dortige römische Amphitheater zu besichtigen. Es war einst das drittgrößte im gesamten römischen Reich und kommt in seinen Ausmaßen erstaunlich nah an das Kolosseum in Rom heran. Kein Wunder also, dass es zu den bedeutendsten antiken Kulturdenkmälern Tunesiens zählt und heute als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt wird.

Das drittgrößte Amphitheater der Antike

Errichtet wurde das Amphitheater von El Djem im 3. Jahrhundert nach Christus, mitten in einer wohlhabenden römischen Provinzstadt namens Thysdrus, die ihren Reichtum vor allem dem Olivenölhandel verdankte. Das ovale Bauwerk misst rund 148 mal 122 Meter und ragt stolze 36 Meter in die Höhe. Platz fanden hier einst bis zu 35.000 Zuschauer, was für eine Stadt dieser Größe eine ziemlich beeindruckende Nummer ist.

Gedacht war die Arena für Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen und sogar nachgestellte Seeschlachten. Manche Historiker vermuten allerdings, dass das Theater nie richtig fertiggestellt wurde oder zumindest nie in vollem Umfang genutzt werden konnte, da die Region kurz nach der Bauzeit in einen Aufstand gegen Rom verwickelt war. Fertig oder nicht: Beeindruckend ist das Bauwerk bis heute allemal, und es gehört zu den besterhaltenen Amphitheatern des gesamten Mittelmeerraums.

Unterirdische Gänge und ein Hauch Hollywood

Besonders spannend wird ein Besuch, wenn man unter die Arena hinabsteigt. Im Untergrund verbirgt sich ein ausgeklügeltes System aus Gängen und Kammern, in denen einst Gladiatoren, wilde Tiere und die technische Ausstattung für die Vorstellungen auf ihren großen Auftritt warteten. Wer durch die schmalen, kühlen Korridore läuft, bekommt eine sehr direkte Vorstellung davon, wie es sich angefühlt haben muss, kurz vor dem Kampf in der Dunkelheit zu warten.

Übrigens ist die Arena von El Djem auch cineastisch kein Unbekannter: Filmfans erkennen die markanten Steinbögen möglicherweise aus Monty Pythons Klassiker "Das Leben des Brian", der hier gedreht wurde. Ein bisschen Hollywood-Glamour also, mitten im tunesischen Hinterland.

Archäologisches Museum und prächtige Mosaiken

Nur einen kurzen Spaziergang vom Amphitheater entfernt liegt das Archäologische Museum von El Djem. Sehenswert ist es nicht nur wegen der Ausstellungsstücke, sondern auch wegen des Gebäudes selbst, das mit kunstvollen Mosaiken verziert ist. Die Region rund um das antike Thysdrus war einst berühmt für ihre exzellente Mosaikkunst, und viele der hier gefundenen Bodenmosaike zählen zu den schönsten Beispielen römischer Handwerkskunst in ganz Nordafrika.

Auch der Garten im Arkadenhof neben dem Museum lohnt einen Abstecher. Sollte er einmal nicht frei zugänglich sein, hilft meist ein freundliches Nachfragen beim Wärter vor Ort weiter. In der Umgebung finden sich zudem einige ehemalige römische Villen, deren originale Mosaikböden teilweise noch an Ort und Stelle bewundert werden können, ein spannender Kontrast zu den eher wuchtigen Steinmassen des Amphitheaters.

Musik unter freiem Himmel

Wer glaubt, in der alten Arena passiere heute nichts mehr, irrt sich gewaltig. Regelmäßig verwandelt sich das Amphitheater in eine spektakuläre Konzertbühne, wenn im Rahmen eines internationalen Festivals für symphonische Musik Orchester aus aller Welt zwischen den antiken Steinreihen auftreten. Die Akustik der alten Arena, kombiniert mit einem Sternenhimmel über den Zuschauerrängen, sorgt für Gänsehautmomente, die man so schnell nicht vergisst.

Auch abseits solcher Veranstaltungen lohnt sich ein Besuch am späten Nachmittag, wenn das Licht golden über die Steinbögen fällt und die Arena in ein ganz besonderes Licht taucht.

Gut zu wissen für den Ausflug

El Djem ist zwar zu klein für einen mehrtägigen Aufenthalt, aber einen Tag sollte man dieser beeindruckenden Stadt unbedingt widmen. Bequeme Schuhe sind Pflicht, schließlich führt der Weg über unebenes Steinpflaster und durch enge Gänge. An heißen Tagen empfiehlt sich ein Besuch am Vormittag oder späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht ganz so gnadenlos auf die steinernen Ränge brennt. Kopfbedeckung und ausreichend Wasser gehören ebenfalls ins Gepäck.

Wer noch etwas Zeit übrig hat, kombiniert den Ausflug am besten mit einem Abstecher an die Küste, sei es nach Sousse mit seiner lebendigen Medina oder ins ruhigere Mahdia mit seinen schönen Stränden. So lässt sich ein Tag voller antiker Geschichte wunderbar mit etwas Meeresluft abrunden.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach El Djem!

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Dienstag, 27.10.2026
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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:40 Uhr MEZ
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