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Flagge Indien
Erleben Sie jahrtausendealte Kultur, majestätische Paläste und pure Faszination.Bereit für Indien?

Im Urlaub nach Indien reisen

Indien ist kein Reiseziel, das man nebenbei abhakt. Indien ist ein Land, das einem entgegenkommt: farbig, laut, duftend, manchmal überfordernd und fast immer überraschend. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine Reise, über die er noch Jahre später erzählt.

Geografisch nimmt Indien den größten Teil des indischen Subkontinents ein. Im Norden bildet der Himalaya eine natürliche Mauer, im Süden umspülen Arabisches Meer, Indischer Ozean und Bengalischer Golf das Land. Nachbarstaaten sind Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Bangladesch und Myanmar. Indien ist zugleich die größte Demokratie der Welt und ein echter Vielvölkerstaat.

Die Bandbreite der Landschaften ist enorm. Zwischen der Wüste Thar in Rajasthan, den schneebedeckten Pässen Ladakhs, den Teehängen von Darjeeling und Munnar, den Palmenkanälen Keralas und den traumhaften Stränden im Westen liegen Welten. Dazwischen: rastlose Millionenstädte, jahrhundertealte Tempelanlagen, Maharadscha-Paläste und Basare, in denen man sich herrlich verlieren kann.

Auch die Tierwelt spielt hier eine Hauptrolle. Elefanten begegnen Ihnen nicht nur in Nationalparks, sondern auch bei Tempelfesten im Süden, wo sie geschmückt durch die Straßen ziehen. Dazu kommen Tiger, Panzernashörner, Leoparden, Affenhorden an Tempeltreppen und Kühe, die sich mit stoischer Gelassenheit mitten auf die Kreuzung legen.

Die Kulturen, Sprachen und Religionen des Landes haben sich über Jahrtausende gegenseitig beeinflusst und trotzdem ihre Eigenständigkeit bewahrt. Genau das macht den Reiz aus: In Indien ist kaum etwas so, wie man es erwartet.

Mit der Bahn durch Indien

Das indische Eisenbahnnetz ist eines der größten der Welt und für Reisende die vielleicht schönste Art, das Land kennenzulernen. Im Zug sitzt Indien nämlich beisammen: Familien packen mitgebrachte Dosen aus, Verkäufer rufen im Minutentakt ihren Chai an, draußen zieht das Land vorbei. Eine Nachtfahrt im Schlafwagen ist Transport, Unterkunft und Kulturprogramm in einem.

Die Wagenklassen sind zahlreich und auf den ersten Blick verwirrend. Der klassische Sleeper ist einfach, luftig und sehr gesellig. Wer mehr Komfort und Klimaanlage möchte, wählt die klimatisierten Schlafwagenklassen, für Tagesstrecken auf schnellen Verbindungen gibt es bequeme Sitzwagen. Je höher die Klasse, desto ruhiger wird es, desto weniger bekommt man aber auch vom Treiben mit.

Ein Tipp aus Erfahrung: Buchen Sie beliebte Strecken früh. Beliebte Nachtzüge sind oft lange im Voraus ausgebucht, Reservierungen laufen heute bequem online. Und kalkulieren Sie Puffer ein. Indische Züge sind zuverlässig, was das Ankommen betrifft, bei der Pünktlichkeit sind sie eher großzügig.

Ein paar Strecken sind Sehenswürdigkeiten für sich, etwa die schmalspurigen Bergbahnen nach Darjeeling oder Shimla, die sich gemütlich in die Höhe schrauben.

Unterwegs abseits der Schiene und die Vielfalt der Religionen

Ziele ohne Bahnanschluss erreichen Sie mit Bussen, die von modern und klimatisiert bis charmant altersmüde reichen. Für kurze Wege gehören die knallbunten Autorikschas zum Alltag. Handeln Sie den Preis vorher aus oder achten Sie darauf, dass das Taxameter läuft. Inzwischen sind in vielen Städten auch Fahrdienst-Apps verbreitet, was das Feilschen erheblich entspannt.

Selbst fahren? Linksverkehr, dichter Verkehr und eine ganz eigene Hupsprache machen das zu einem Abenteuer für sehr erfahrene Nerven. Viel angenehmer ist ein Auto mit Fahrer, eine in Indien völlig übliche und erschwingliche Lösung, besonders für Rundreisen durch Rajasthan oder Südindien. Für große Distanzen lohnt das gut ausgebaute Netz der Inlandsflüge.

Wohin Sie auch fahren, Religion ist immer dabei. Indien ist die Wiege des Hinduismus, des Buddhismus, des Jainismus und des Sikhismus, dazu kommen eine große muslimische Bevölkerung, christliche Gemeinden mit langer Tradition, Zoroastrier und jüdische Spuren. Das Ergebnis ist eine unglaubliche Dichte an heiligen Orten.

Ein Höhepunkt ist der Goldene Tempel von Amritsar, das wichtigste Heiligtum der Sikhs. Das vergoldete Heiligtum spiegelt sich im heiligen Wasserbecken, Gesang liegt über dem Platz, und in der Gemeinschaftsküche werden Tag für Tag riesige Mengen kostenloser Mahlzeiten ausgegeben, an denen alle Menschen teilhaben dürfen. Wer einmal in der Halle sitzt und mit Tausenden gemeinsam isst, versteht sehr schnell, was Gastfreundschaft in Indien bedeutet. Kopfbedeckung ist Pflicht, Tücher liegen am Eingang bereit.

Diese Tipps sollten Sie in Indien immer beachten

Der Gruß: Handflächen vor der Brust aneinanderlegen, den Kopf leicht neigen, „Namaste“ sagen. Das passt zu jeder Tages- und Nachtzeit und öffnet Türen. Den Händedruck überlassen Sie besser dem Gegenüber, besonders bei Frauen.

Links ist tabu: Die linke Hand gilt als unrein. Reichen Sie Speisen, Geld oder Geschenke also mit der rechten Hand weiter und zeigen Sie nicht mit dem Finger auf Menschen. Auch die Füße spielen eine Rolle: Sie gelten als unrein, deshalb streckt man sie niemandem entgegen und berührt mit ihnen keine Menschen oder heiligen Gegenstände.

Kopf und Berührungen: Der Kopf gilt als Sitz der Seele. Kindern durchs Haar zu wuscheln, mag in Europa niedlich sein, in Indien ist es unpassend.

Schuhe aus: In Tempeln, Moscheen, Gurdwaras und Privathäusern bleiben die Schuhe draußen. Socken zum Mitnehmen sind bei heißem Steinboden eine echte Wohltat.

Kleidung: Bedeckte Schultern und Knie sind an religiösen Orten Pflicht und im Alltag eine gute Idee. Ein leichtes Tuch im Tagesrucksack löst fast jedes Problem. Öffentliche Zärtlichkeiten sind unüblich, Händchenhalten unter Freunden gleichen Geschlechts dagegen völlig normal.

Kopfwackeln und andere Rätsel: Das typische seitliche Wiegen des Kopfes bedeutet meist Zustimmung, Verständnis oder ein freundliches „passt schon“. Ein klares Nein hören Sie selten, weil Höflichkeit hier höher steht als Deutlichkeit. Fragen Sie im Zweifel lieber zweimal und nie in Ja-Nein-Form.

Fotografieren: Militärische Anlagen, Grenzgebiete, viele Bahnhöfe und Flughäfen sind tabu. In manchen Tempeln und Museen ist die Kamera ebenfalls unerwünscht oder nur gegen Gebühr erlaubt. Und bei Menschen gilt die einfachste Regel der Welt: vorher fragen.

Feilschen: Auf Basaren und bei Rikschafahrten gehört Verhandeln zum Spiel. Machen Sie es mit Humor und Lächeln, dann macht es allen Beteiligten Spaß. In Läden mit festen Preisen wird dagegen nicht gehandelt.

Und wenn Sie „scharf“ bestellen: Dann ist es wirklich scharf. Ein Joghurt-Lassi oder ein Löffel Raita in Reichweite ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Weisheit.

Das Goldene Dreieck: Delhi, Agra und Jaipur

Wer Indien zum ersten Mal besucht, landet meist im sogenannten Goldenen Dreieck. Die drei Städte liegen relativ nah beieinander und bieten eine perfekte erste Dosis: Weltstadt, Weltwunder und Wüstenromantik.

Delhi ist gleich zwei Städte in einer. In Old Delhi drängen sich Rikschas durch die Gassen von Chandni Chowk, die mächtige Jama Masjid thront über dem Viertel, und das Rote Fort erzählt von der Macht der Mogulherrscher. New Delhi wirkt dagegen weitläufig und repräsentativ, mit breiten Boulevards, Kolonialarchitektur und ruhigen Grünflächen. Zu den schönsten Orten zählen das Grabmal des Humayun und das Qutb Minar.

Agra ist die Adresse für das berühmteste Bauwerk des Landes. Der Taj Mahal, den Mogulkaiser Shah Jahan für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal errichten ließ, ist selbst in tausendfach fotografiertem Zustand noch atemberaubend. Kommen Sie zum Sonnenaufgang, wenn der Marmor rosig schimmert und die Menschenmenge noch überschaubar ist. Das Agra Fort und das verlassene Fatehpur Sikri in der Umgebung sind ebenfalls große Klasse.

Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans, trägt ihren Beinamen „Pink City“ wegen der rosa getönten Altstadthäuser. Der Palast der Winde, das Stadtpalast-Ensemble, die Sternwarte Jantar Mantar und das majestätische Amber Fort über dem See gehören zu den Höhepunkten. Dazu Basare voller Textilien, Edelsteine und Schuhe, bei denen der Koffer erfahrungsgemäß schwerer wird als geplant.

Rajasthan: Paläste, Forts und Wüstenluft

Rajasthan ist das Indien der Bilderbücher. Maharadschapaläste, Festungen auf Felsrücken, Kamele, Turbane in allen Farben und Sonnenuntergänge über Sanddünen.

Udaipur gilt als die romantischste Stadt des Landes. Der Stadtpalast spiegelt sich im Pichola-See, auf dem ein weißer Inselpalast zu schwimmen scheint. Jodhpur dagegen ist blau: Unter dem gewaltigen Fort Mehrangarh breitet sich ein Meer indigofarbener Häuser aus, das man am besten von den Wehrgängen aus bewundert.

Weit im Westen liegt Jaisalmer, eine sandfarbene Festungsstadt mitten in der Wüste Thar, in der noch heute gewohnt wird. Von hier starten Kamelsafaris zu Übernachtungen unter einem beeindruckend klaren Sternenhimmel. Ruhiger geht es in Pushkar zu, einem Pilgerort rund um einen heiligen See, der einmal im Jahr zur berühmten Kamelmesse erwacht.

Ein großer Vorteil der Region: Viele historische Paläste und Wüstenforts sind heute Hotels. Einmal wie ein Maharadscha zu übernachten, ist hier deutlich erschwinglicher, als es klingt.

Varanasi und der heilige Ganges

Varanasi ist einer der ältesten durchgehend bewohnten Orte der Welt und für Hindus die heiligste Stadt am heiligsten Fluss. Wer hier ankommt, braucht ein paar Stunden, um sich zu sortieren, und wird die Bilder danach nie wieder loswerden.

Das Leben spielt sich an den Ghats ab, den breiten Treppen, die zum Ganges hinabführen. Pilger nehmen ein Reinigungsbad, Wäscher schlagen Stoffe auf die Steine, Priester zelebrieren am Abend eine Lichtzeremonie mit Feuerschalen und Glocken, und an den Verbrennungsghats endet für viele Gläubige der Kreislauf der Wiedergeburten. Fotografieren ist dort tabu, stilles Zuschauen hingegen erlaubt.

Die schönste Einstimmung ist eine Bootsfahrt im ersten Morgenlicht, wenn die Stadtkulisse aus dem Dunst auftaucht. Ganz in der Nähe liegt Sarnath, wo Buddha nach der Überlieferung seine erste Lehrrede hielt. Wer sich für buddhistische Stätten interessiert, findet weiter östlich in Bodhgaya den Ort der Erleuchtung.

Der Norden: Himalaya, Klöster und Yoga

Wenn die Ebene im Sommer glüht, zieht halb Indien in die Berge. Zu Recht, denn der Himalaya-Norden ist landschaftlich das Spektakulärste, was das Land zu bieten hat.

Ladakh im äußersten Norden wirkt wie ein Stück Tibet: karge Hochtäler, Klöster auf Felsnadeln, Gebetsfahnen im Wind und eine Höhe, die Respekt verlangt. Nehmen Sie sich nach der Ankunft in Leh unbedingt Zeit zur Akklimatisierung, bevor Sie zu Pässen und Bergseen aufbrechen. Die Region ist nur in der warmen Jahreshälfte gut erreichbar.

In Himachal Pradesh locken die alte Sommerhauptstadt Shimla, das Bergsteigerstädtchen Manali und McLeod Ganj bei Dharamsala, Sitz des Dalai Lama und Zentrum der tibetischen Exilgemeinde. Weiter östlich liegen in Uttarakhand die Pilgerstädte am oberen Ganges. Rishikesh ist die Welthauptstadt des Yoga, mit Ashrams, Hängebrücken und Wildwasserfahrten auf dem Fluss.

Im Osten des Landes gehören Darjeeling mit seinen Teegärten und der Blick auf den Kangchendzönga sowie das benachbarte Sikkim mit seinen Klöstern zu den großen Geheimtipps. Und wer richtig abseits der Wege reisen will, fährt in die Bundesstaaten Nordostindiens, wo Bergvölker, Regenwald und Teeplantagen aufeinandertreffen.

Südindien: Tempel, Backwaters und Palmenstrände

Der Süden ist das entspanntere Indien. Grüner, tropischer, kulinarisch eigenständig und mit einer Tempelkultur, die dem Norden in nichts nachsteht.

Kerala begeistert mit den Backwaters, einem Labyrinth aus Kanälen, Lagunen und Reisfeldern. Eine Nacht auf einem umgebauten Hausboot mit Koch an Bord gehört zu den ruhigsten Erlebnissen, die Indien zu bieten hat. Dazu kommen die Teeberge von Munnar, die Gewürzgärten um Thekkady und Kochi mit seinem hübschen Hafenviertel, chinesischen Fischernetzen und einer alten Synagoge. Kerala ist außerdem das Kernland des Ayurveda, wo Kuren mit Ölmassagen, Ernährung und Yoga nicht Wellnessdeko sind, sondern Tradition.

In Tamil Nadu reihen sich die großen Tempelstädte auf. Madurai mit dem farbenprächtigen Meenakshi-Tempel, Thanjavur mit seinem gewaltigen Chola-Heiligtum, Mahabalipuram mit Felsentempeln direkt am Meer und Puducherry, wo französische Kolonialarchitektur und Baguettes auf indische Gelassenheit treffen.

Karnataka hat mit Hampi eine der eindrucksvollsten Ruinenlandschaften Asiens: Tempel und Paläste zwischen riesigen Granitblöcken, dazu Mysuru mit seinem prunkvollen Palast. Und in Goa reihen sich Strände, portugiesische Kirchen, Kokospalmen und Fischcurry zu einem eigenen kleinen Universum. Mehr dazu in unserem Beitrag über Reisen nach Goa.

Metropolen mit Charakter

Mumbai ist Indiens Wirtschaftsmotor und Heimat von Bollywood. Die Stadt am Meer verbindet viktorianische Prachtbauten, Art-déco-Fassaden, die Promenade Marine Drive, das Gateway of India und eine Restaurantszene, die sich international sehen lassen kann. Ein Bootsausflug zu den Höhlentempeln von Elephanta lohnt sich.

Kolkata gilt als intellektuelle Hauptstadt des Landes. Hier gibt es Kaffeehäuser mit Debattierkultur, koloniale Monumentalbauten, Blumenmärkte und das größte Festival des Ostens, die Durga Puja, bei der die ganze Stadt zur Freiluftgalerie wird.

Bengaluru ist jung, technikverliebt und überraschend grün, mit Parks, Craft-Beer-Lokalen und einem angenehm milden Klima. Hyderabad punktet mit Charminar, Festungsruinen und dem legendären Biryani. Und wer historische Baukunst liebt, sollte die Höhlentempel von Ajanta und Ellora im Landesinneren einplanen, in Fels gehauene Meisterwerke aus hinduistischer, buddhistischer und jainistischer Tradition.

Tiger, Nashörner und Nationalparks

Indien ist eines der besten Safarielände Asiens, was viele Reisende unterschätzen. In den Tigerreservaten Zentralindiens, etwa Bandhavgarh, Kanha oder Pench, gibt es realistische Chancen auf eine Begegnung mit dem Bengaltiger. Auch Ranthambore in Rajasthan ist berühmt, dort posieren die Großkatzen gelegentlich vor alten Festungsmauern.

Im Nordosten schützt Kaziranga im Bundesstaat Assam die weltweit größte Population des Panzernashorns, die man vom Jeep oder Elefantenrücken aus in weitem Grasland beobachtet. Die Sundarbans im Gangesdelta sind ein Mangrovenlabyrinth, das man per Boot erkundet. Im Süden lohnen Periyar in Kerala und Nagarhole in Karnataka mit Elefantenherden und Vogelreichtum.

Wichtig zu wissen: Die meisten Parks schließen während des Monsuns. Die trockene Jahreszeit ist auch die beste Beobachtungszeit, weil sich die Tiere an den verbliebenen Wasserstellen sammeln. Safaris werden in festen Zeitfenstern und mit begrenzter Zahl an Fahrzeugen durchgeführt, Plätze sollten Sie daher im Voraus buchen.

Essen und Trinken: das beste Argument für Indien

„Indisches Essen“ gibt es eigentlich nicht. Es gibt die Küchen von Dutzenden Regionen, und sie unterscheiden sich deutlich. Im Norden dominieren Weizenfladen wie Roti, Naan und Paratha, cremige Currys, Tandoori-Gerichte aus dem Lehmofen und Paneer, der indische Frischkäse. Im Süden dreht sich alles um Reis, Kokos und Linsen, um hauchdünne Dosas, fluffige Idlis, saure Sambar und Bananenblätter statt Teller.

An der Westküste kommt Fisch ins Curry, in Bengalen liebt man Senföl und Süßigkeiten, in Rajasthan wird trockenheitstauglich gekocht, und in Goa treffen portugiesische Einflüsse auf Chili und Essig. Der Thali, ein Tablett mit vielen kleinen Schälchen, ist die beste Methode, sich quer durch eine Region zu probieren, und wird oft so lange nachgefüllt, bis man kapituliert.

Indien ist außerdem ein Paradies für Vegetarier. In vielen Lokalen ist fleischlos der Standard, nicht die Ausnahme. Rindfleisch ist aus religiösen Gründen kaum zu finden, Schweinefleisch ist selten.

Zu trinken gibt es Masala Chai, süßen Gewürztee, der an jeder Ecke frisch aufgekocht wird, dazu Lassi, Kokoswasser und frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Trinken Sie Wasser aus versiegelten Flaschen und greifen Sie beim Streetfood dort zu, wo viel Betrieb ist und frisch gekocht wird. Übrigens: In einigen Bundesstaaten gilt ein Alkoholverbot, andere verlangen Lizenzen oder kennen alkoholfreie Tage. Wer auf sein Feierabendbier Wert legt, informiert sich also besser vorher über die Regeln vor Ort.

Feste: Indien im Ausnahmezustand

Wenn Sie Ihre Reise um ein Fest herum planen, erleben Sie das Land in seiner intensivsten Form. Holi, das Frühlings- und Farbenfest, verwandelt ganze Städte in ein Pulverwolken-Gewitter. Tragen Sie Kleidung, die Sie danach nicht mehr brauchen, und rechnen Sie damit, dass niemand verschont bleibt.

Diwali, das Lichterfest im Herbst, taucht Häuser, Tempel und Straßen in Öllampen und Lichterketten, begleitet von reichlich Feuerwerk und noch mehr Süßigkeiten. In Mumbai ist Ganesh Chaturthi das große Ereignis, in Kolkata die Durga Puja, in Kerala das Erntefest Onam mit spektakulären Schlangenbootrennen.

Weil die meisten Feste dem Mondkalender folgen, verschieben sich die Termine von Jahr zu Jahr. Ein Blick in den Festkalender vor der Buchung lohnt sich doppelt, denn zu Feiertagen sind Züge und Hotels besonders gut gefüllt.

Die beste Reisezeit für Indien

Indien ist so groß, dass es keine einzige richtige Reisezeit gibt, sondern mehrere. Grob gilt: Die angenehmste Phase für Nord- und Zentralindien, für Rajasthan, das Goldene Dreieck und Varanasi reicht vom Spätherbst bis in den frühen Frühling. Dann ist es tagsüber mild bis warm, nachts in der Wüste durchaus frisch.

Ab dem Frühjahr wird es in der Ebene sehr heiß, bevor im Sommer der Südwestmonsun von der Westküste nach Norden zieht und das Land mit kräftigen Regenfällen versorgt. Regenzeit heißt nicht Dauerregen, sie bedeutet meist heftige Schauer und dazwischen eine sattgrüne, dampfende Landschaft. Im Süden fällt zusätzlich im Spätjahr Regen an der Ostküste.

Genau umgekehrt funktionieren die Bergregionen. Ladakh, das Spiti-Tal und die Hochlagen des Himalaya besucht man im Sommer, wenn die Pässe offen sind. Für Strandurlaub in Goa und Kerala sowie für Safaris ist die trockene Jahreshälfte die klare Empfehlung.

Praktisches für Ihre Reise

Einreise: Für Indien benötigen Sie einen gültigen Reisepass und ein Visum. Touristenvisa lassen sich inzwischen bequem online als E-Visum beantragen. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum und prüfen Sie die aktuellen Vorgaben der indischen Behörden vor der Buchung.

Geld: Die Landeswährung ist die Indische Rupie. Geldautomaten sind in Städten reichlich vorhanden, Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und größeren Läden meist akzeptiert. Indien ist außerdem ein Vorreiter beim digitalen Bezahlen, selbst Straßenhändler zeigen gerne ihren QR-Code. Für Rikschas, kleine Läden, Tempelspenden und Trinkgelder brauchen Sie trotzdem Bargeld in kleinen Scheinen.

Sprache: Hindi und Englisch sind die Amtssprachen der Zentralregierung, daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer offiziell anerkannter Sprachen mit eigenen Schriften. Mit Englisch kommen Sie in Hotels, Bahnhöfen und Städten sehr gut durch. Ein freundliches „Namaste“ und ein „Dhanyavad“ für den Dank öffnen zusätzlich Herzen.

Zeit und Strom: Indien hat eine einzige Zeitzone für das ganze Land, und die liegt bemerkenswerterweise um eine halbe Stunde versetzt. Die Netzspannung entspricht der europäischen, die Steckdosen jedoch nicht, ein Universaladapter gehört also ins Gepäck.

Gepäck: Leichte, luftige Kleidung aus Baumwolle, etwas Wärmendes für Bergregionen und Nachtzüge mit eisiger Klimaanlage, ein Tuch für Tempelbesuche, bequeme Schuhe, die sich schnell ausziehen lassen, Sonnenschutz und eine kleine Taschenlampe. Wer Hausboot oder Wüstencamp plant, freut sich über Mückenschutz.

Ab in den Urlaub nach Indien!

Ein Rat zum Schluss: Planen Sie weniger, als Sie möchten. Indien ist riesig, und die Verlockung, in zwei Wochen von Delhi bis Kerala zu hetzen, ist groß. Doch die besten Momente entstehen dort, wo Zeit bleibt. Beim zweiten Chai auf derselben Bank, im Gespräch mit dem Sitznachbarn im Nachtzug, beim Sonnenaufgang über einem Fluss, dessen Namen man vorher nicht kannte.

Wer sich auf das Land einlässt, statt es kontrollieren zu wollen, kommt verändert zurück. Etwas staubiger, mit einem Kilo Gewürzen im Koffer und einer Liste von Orten, die es beim nächsten Mal auch noch zu sehen gilt. Indien lässt sich nicht abschließen, nur beginnen.

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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
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Behandeln Sie die Lokalbevölkerung immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten.

Handeln Sie anständig: Den CO2-Ausstoß des Fluges kann man wiedergutmachen, etwa bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Reduzieren Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Vermeiden Sie unnötigen Müll. Fördern Sie kleine Gewerbetreibende an Stelle von großen Unternehmen.