Hintergrundbild: © Adriaan Castermans (modified by UI) - CC BY-SA 3.0

Ein verschlafenes Nest inmitten eines Naturjuwels

Attapeu, Laos

"Massentourismus" ist ein Wort, das in Attapeu kaum jemand kennt. Nur eine Hand voll Reisender verschlägt es in die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Südosten von Laos.

Umgeben von den Provinzen Xekong im Norden und Champasak im Westen, ist Attapeu jener Ort, an dem die Ruhe zu Hause ist. Und wer dann doch noch das große Kribbeln verspürt, kann auf die Schnelle mal einen Abstecher ins benachbarte Vietnam im Osten oder ins südlich angrenzende Kambodscha unternehmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Basic Living abseits der Massen

Der öffentliche Verkehr ist jedenfalls noch ein gutes Stück von dem entfernt, was als „ausgebaut” bezeichnet werden kann. Holprige Straßen, die stolz ihre Schlaglochsammlungen zum Besten geben, lassen schon bei der Hinreise erkennen, dass Abenteurer hier die besseren Karten haben. Zumindest die nächste größere Stadt, Pakse, ist mittels Bus auf einer 5- bis 6-stündigen Fahrt erreichbar. Und gerade das ist es, was Attapeu so anziehend macht. Wer das Abenteuer sucht und einfach mal das reduzierte Leben auskosten möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

Wenig Tourismus bedeutet ebenfalls unberührte Natur. Und genau deswegen steht Eco-Trekking hier ganz oben auf der To-Do-Liste. Nicht weit von Attapeu entfernt, findet der Reisende mit den Wäldern Dong Ampham und Xepiane zwei Vertreter der Biodiversity Conservation Areas, die sich dem Schutz der laotischen Fauna und Flora verschrieben haben. Auch ein Tagesausflug zum etwa 6 Kilometer entfernten Wasserfall Tad Phaphong zeigt Ihnen die Schönheit der lokalen Natur, wenn die Sonnenstrahlen auf die farbenfrohen Felsen im Wasser treffen und die Umgebung in stimmiges Licht tauchen. Der beste Weg erfolgt natürlich über den Fluss - lassen Sie sich im Boot über den Xe Xou führen.

Wo Saruskraniche und Malaienbären ihre Nester bauen

Doch was wäre eine Reise nach Attapeu, ohne einen Abstecher in das Naturschutzgebiet von Xe Pian zu machen? Auf 2.400 Quadratkilometern begegnen dem Besucher hier Tiere und Pflanzen, die man sonst kaum noch wo in freier Wildbahn antrifft.
Viele seltene Vogelarten machen das Gebiet zu einem Paradies für Beobachter der gefiederten Freunde. Xe Pian hat nicht umsonst die höchste Anzahl an Vögeln verglichen mit allen anderen Naturschutzreservaten in Laos. Der Riesenibis, der Saruskranich- der größte seiner Art, der Kahlkopfgeier, und die Malaienente, die bereits auf der Roten Liste steht, sind nur ein paar Arten, die hier ihr sicheres Zuhause gefunden haben. Und der immergrüne Wald mit seinen Auen, Hügeln und teilweise weitläufigen Ebenen bietet zudem Schutz für Tiger, Elefanten, Irawadidelfine, Krokodile, Schildkröten, den Südlichen Gelbwangen Schopfgibbon oder den auf Bäumen lebenden Malaienbären.

Abenteuer pur - Zelten im Nationalpark

Besonders Abenteuerlustige haben die Möglichkeit, den Nationalpark im Zuge einer Campingtour zu erkunden. Diese wird von erfahrenen lokalen Guides angeboten und nimmt 3 Tage in Anspruch. Übernachten im Zelt bei den wilden Tieren, den Fluss mit dem Kanu passieren und jeden Tag um die 7 Stunden wandern - alles andere als eine Kinderjause aber für die harten Knochen die perfekte Herausforderung.

Zu erreichen ist Xe Pian entweder mit dem Boot über den gleichnamigen Fluss oder mittels Bus. Für den Busausstieg empfehlen sich die Orte Ban Kele, von wo es zu Fuß etwa 4 Kilometer weiter Richtung Ban Pha Pho geht, oder Ban Kiet Ngong, wo ein weiterer Fußmarsch von ungefähr 5 Kilometern angesagt ist. Was beiden Orten gemeinsam ist, sind die urigen Hütten, die dem Reisenden als traditionelle Übernachtungsmöglichkeit dienen. Die lokale Bevölkerung kümmert sich sehr fürsorglich um das Wohl der Gäste und serviert traditionelles regionales Essen.

In der Nähe von Ban Kiet Ngong ruft der Berg. Auf dem Phou Asa thronen die sehenswerten Überreste des alten steinernen Tempels Vat Phou Asa und die Aussicht über die weite Gegend ist hier unübertroffen.

Auf dem Rücken des Elefanten den Gipfel erklimmen

Einen weiteren Berg als Ziel haben die Elefantentouren, die von Ban Pha Pho aus starten und auf den Gipfel des Langmong führen. Die Reittour auf den Dickhäutern nimmt einen Tag in Anspruch und belohnt Sie nicht nur mit einem unvergesslichen Tiererlebnis sondern auch mit der prächtigen Aussicht über das Land.

Worauf in der Provinz Attapeu leider auch geachtet werden muss, ist das Erbe des Krieges in Form von versteckten Blindgängern. Da auch hier der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief, dessen Überreste heute noch besichtigt werden können, ist Laos eine der am meisten bombardierten Nationen der Welt. Deswegen ist es immer ratsam, einen ortskundigen Mitreisenden bei sich zu haben. Dieser kann einen dann auch zu den unterschiedlichen ethnischen Minderheiten führen, die den besonderen kulturellen Reiz von Attapeu ausmachen. Neun verschiedene Bevölkerungsgruppen leben hier in friedlicher Koexistenz und zeigen dem Besucher, welcher Reichtum abseits des Massentourismus zu finden ist.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Attapeu!

Attapeu / Laos
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Grundsätzliche Infos zu Fernreisen

Im Gespräch behandeln Sie die Lokalbevölkerung stets mit der notwendigen Anerkennung. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls lokale Gepflogenheiten.

Urlauben Sie verantwortungsvoll: Den Kohlendioxid-Ausstoß Ihres Fluges können Sie kompensieren, beispielshalber bei der schweizerischen Organisation myclimate. Reduzieren Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzer Abduschen). Pfeifen Sie auf entbehrlichen Verpackungsmüll. Befürworten Sie kleine Händler statt Großunternehmer.

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