Hintergrundbild: © flickr-User: Prince Roy - CC BY 2.0

Wo die Uhren keinen Minutenzeiger brauchen

Xam Neua, Laos

Noch ziemlich unberührt vom westlichen Tourismus schlummert die Hauptstadt der Provinz Hua Phan in einem Tal, das vom Fluss Nam Sam seine Gestalt erhielt.

Die Region befindet sich im Nord-östlichen Teil von Laos und grenzt dort an das Nachbarland Vietnam. Lao dominiert hier zwar immer noch als Hauptsprache, doch können sich ein paar wenige Bewohner auch auf Französisch verständigen - eine Nachwirkung der Zeit, als das Gebiet noch auf der Liste der französischen Kolonien stand.

Langsam erwacht die Stadt der Ruhe

Ein paar Gästehäuser und Restaurants sind jedoch ein Anzeichen, dass die Chancen des Tourismus allmählich erkannt werden. Immerhin existiert ein Flughafen, der sich 3 Kilometer von der Stadt entfernt befindet und für Inlandsflüge von Vientiane offen ist. Zwar in unregelmäßigen Abständen, aber immerhin - ist ja auch schon was. Und mit Bussen ist die Stadt sowieso von beinahe überall erreichbar - selbst von Vietnam führen die Routen an diesen Ort.

Das Leben in Xam Neua ist langsam. Gemütlichkeit hat hier eine Art Königreich gefunden. Und gerade diese Langsamkeit ist es, die einige westliche Reisende an diesem Ort besonders fasziniert. Durch die verschlafenen Straßen flanieren, am frühen Morgen die Frauen der Stadt beim Wäschewaschen am Fluss antreffen - einfach mal einen Gang zurück schalten, ist ja schließlich Urlaub.

Die Umgebung stellt sich dieser Idee nicht in den Weg - ursprünglich traditionelle Häuser, umgeben von saftig grünen Reisfeldern und bewaldeten Felsen, lassen Urlaubsgefühle hoch kommen.

Eine kulturelle Sehenswürdigkeit ist jedenfalls das Wat Pho Xai Kloster. Es ist das einzige in dieser Stadt und bietet hinter seiner farbenfroh bemalten Fassade auch heute noch Wohnraum für einige wenige Mönche. Auf einem Hügel im Nord-westlichen Teil der Stadt thront das Unabhängigkeitsdenkmal, das 1979 errichtet wurde und heute eine gern besuchte Sehenswürdigkeit ist.

Die besten Weberinnen von Laos

Bekannt ist Xam Neua Allerortens für seine Webkunst. Die Produkte sind im ganzen Land gefragt, weil sie zu den schönsten Kunsthandwerken von Laos zählen. Deswegen gehören nicht nur Touristen auf Souvenirjagd zur Kundschaft, sondern auch stilbewusste Damen aus dem ganzen Land.

Einen Ausflug wert ist auf jeden Fall das benachbarte Vieng Xai. Etwa 29 Kilometer von Xam Neua entfernt, trifft man auf die Stadt, die einst als Hauptsitz der Pathet Lao das pulsierende Herz des Unabhängigkeitskampfes war. Die "Pathet Lao“, Laos Widerstandsbewegung unter kommunistischer Führung, kämpfte bereits in den 1940er Jahren gegen die französische Kolonialmacht und stand während des Vietnamkrieges auf Seiten der Vietcong. In den 1970er Jahren gewann Pathet Lao die Herrschaft über das gesamte Königreich Laos, war maßgebende politische Kraft und bildet auch heute noch gemeinsam mit der Volkspartei die regierende Laotische Revolutionäre Volkspartei.

Auf unterirdischen Gängen ins dunkle Höhlenreich

Höhle Höhle - © WP-User: GuillaumeG (modified by UI) - CC BY-SA 3.0

Ein Erbe der dunklen Kriegszeit zählt heutzutage zu den wichtigsten touristischen Anziehungspunkten der Region: die Höhlen von Vieng Xai. Besucher können eine Reise in die Vergangenheit unternehmen, indem sie sich in das Höhlensystem der Pathet Lao mit seinen unterirdischen Gängen begeben. Hier lebten sie, hier planten sie ihre Kampfhandlungen, hier hatten sie alles, was sie zum Leben benötigten. Von der Bibliothek zur Krankenstation, zur Waffenkammer, zum Besprechungszimmer, zur Druckerei und Weberei bis hin zum Schlafzimmer findet man hier alles - organisiert wie eine eigene kleine Stadt. Bis Mitte der 1990er Jahre blieben die Höhlen geschlossen. Die Politik wollte es so. Doch schließlich erkannte man doch den touristischen Wert dieser aus der Luft kaum angreifbaren Zufluchtsorte, die guten Schutz vor dem Feind boten. Reiseführer weisen heute den Weg durch die dunklen, engen Gänge. Ähnlich dem berühmteren Ho-Chi-Minh-Pfad in Vietnam, der ja auch eine Menge Touristen in seinen Bann zieht. Warum also nicht auch hier ein Vorbild an dem nehmen, was andernorts so gut funktioniert?

Ein Schutzgebiet für bedrohte Tierarten

Eine Empfehlung für die Freunde der Natur ist die "Nam Et - Phou Louey National Protected Area“ im Nordosten von Laos. In beeindruckender Größe von beinahe 6000 Quadratkilometern streift dieser Nationalpark drei Provinzen. Eine von ihnen ist Hua Phan.

Im Gebiet des namensgebenden Flusses Nam Et und des Berges Phou Louey ("Ewiger Berg") herrschen immergrüne Vegetation und reizende Bambushaine vor. Zahlreiche bedrohte Tierarten haben in diesem Paradies ihr Zuhause gefunden: Tiger, Wildrinder, Pferdehirsche und Weißwangen-Gibbons etwa. Ziel der Verantwortlichen ist es, die Populationen dieser tierischen Besonderheiten maßgeblich zu vergrößern. Und sie können es schaffen. Langsam zwar - aber mit Langsamkeit scheint Xam Neua ja schließlich so gar keine Probleme zu haben.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Xam Neua!

Xam Neua / Laos
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