Hintergrundbild: © Ken Marshall (modified by UI) - CC BY 2.0

Isoliert - aber mitten im Abenteuer

Salavan, Laos

Viele suchen im Urlaub die Ruhe. Doch Ruhe kann auch Abenteuer sein. Zumindest Salavan, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süden von Laos, schenkt dieser Behauptung einen großen Schuss Wahrheit.

In der Stille liegt das Abenteuer

Vietnam liegt im Osten, Thailand im Westen - und mittendrin befindet sich das isolierteste Gebiet von Laos - umgeben von dichtem Urwald. Salavan ist ein verschlafenes Nest, das nicht allzu viele Besucher in seine Gegend lockt. Durchreisende, Backpacker und Abenteurer sind es, auf die man hier in erster Linie trifft.

Schon die Anfahrt in die Provinz Salavan gibt einem sofort zu erkennen, worauf man sich einlässt. Straßen sind kaum vorhanden, dafür gibt es schlammige Feldwege, die irgendwann einmal schließlich im Dschungel enden. Busse von Vientiane und Thakhek kämpfen sich aber zumindest in die Hauptstadt - ganz abgeschnitten ist man also nicht.

Salavan City verbreitet aufgrund seiner geographischen Lage und den nicht im Überfluss vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten eine Art „Grenzort-Feeling”. Zwar findet man hier einige sehenswerte buddhistische Tempel, einen Markt, der eine Vielfalt an exotischen Früchten und Gemüse bietet und auch der Nahe Fluss Xedon lädt zu verträumt-schönen Spaziergängen entlang des Ufers ein. Doch hat gerade die Umgebung einiges mehr zu bieten.

Etwa der Distrikt Ta Oy, der ungefähr 80 Kilometer von Salavan City entfernt liegt. Hier können Sie noch die für diese Region typischen Langhäuser finden, in denen nicht selten mehrere Familien vereint in einem gemeinschaftlichen Verhältnis wohnen. Unternehmen Sie eine Bootsfahrt auf dem Fluss Xe Lanong oder mieten Sie sich ein Fahrrad und wandeln Sie auf den Spuren des Ho-Chi-Minh-Pfades, dessen Überreste eine Idee geben, wie es zur Zeit des Zweiten Indochinakrieges gewesen sein muss. Achtung: Bombenkrater sind keine Seltenheit.

Die Brücke des Roten Prinzen

Etwas näher liegt die Khoua Ban Danh-Brücke. Oder - besser gesagt - deren Überreste. Denn das Bauwerk über dem Fluss Xedon, das im Jahr 1942 ganz strategisch Salavan mit Toumlan verband, wurde 1968 ein Ziel US-amerikanischer Sprengkörper. Unter dem „Roten Prinzen” Souphanouvoung erbaut, stellte die Brücke die Versorgung der kommunistischen Befreiungsbewegung Pathet Lao sicher und war auch an den Ho-Chi-Minh-Pfad angebunden. Der Prinz galt einst als Anführer des Widerstandes und wurde später schließlich der erste Präsident der Demokratischen Republik Laos. Ihm zu Ehren sprechen Einheimische auch von der „Souphanouvoung-Brücke“.

Etwa 25 Kilometer sind die Trümmer dieser historischen Konstruktion von Salavan City entfernt. Für gewöhnlich sorgt ein Bus für den Transfer. Doch mit seiner Verlässlichkeit ist es so eine Sache und deswegen ist es wohl ganz gut, doch ein Fahrzeug auszuborgen oder in Salavan eine Tour zu buchen. Über die Route 23 geht es Richtung Toumlan nach Ban Darn Nyai, wo schließlich ein Boot den Fluss entlang der Brückentrümmer überquert.

Übernachten am Wasserfall

Nicht allzu weit entfernt und auf jeden Fall einen Ausflug wert ist Tad Lo, erreichbar mit Bussen oder noch abenteuerlicher mit dem Motorrad. Gleich drei eindrucksvolle Wasserfälle gibt es hier zu entdecken. Ihnen zu Füßen liegt ein idyllisches Ressort, wo Sie tagsüber um den Wasserfall schwimmen und die Nächte in einem reizenden Bungalow mit Wasserblick verbringen können. Vor Ort können Sie übrigens auch Local Guides anheuern, die Ihnen bei Tagestrips durch die Umgebung zur Seite stehen. Etwa beim Elefantenreiten.
Oder Sie leihen sich ein Fahrrad und besuchen die nahe gelegenen Dörfer der Suay - einer der vielen ethnischen Minderheiten, die gemeinsam den kulturellen Reichtum Salavans ausmachen. Neben ihnen gibt es noch die Laven, die Tahoy, die Katang, die Kado und die Pako - um nur einige zu nennen. Die Suay sind jedenfalls eine der am längsten ansässigen Volksgruppen und führen ein faszinierendes Leben zwischen Mystik und Tradition.

Kleider machen Affen

Im westlichen Teil Salavans können Sie in ein Meer an seltenen Tierarten eintauchen. Der Phu Xieng Thong Nationalpark bietet tierischen Exoten ein Zuhause - dem Asiatischen Schwarzbären oder Kragenbären, Leoparden, Tigern, Gibbons, Siam-Krokodilen oder den Kleideraffen, deren charakteristische Fellzeichnung einen glauben lässt, diese Affen trügen Gewänder. Alles inmitten wildromantischer, unberührter Natur.

Da Salavan eine der Provinzen ist, durch die sich das Bolaven-Plateau erstreckt, sollten Sie hier mit Kaffeepausen nicht sparen. Das Bolaven-Plateau ist eine feuchte Hochebene, die aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen über einen Reichtum an regionaltypischen Früchten verfügt. So auch über Kaffeebohnen. Und der Kaffee, der hier produziert wird, rinnt durch viele Kehlen als eine der besten Sorten der Welt. Also lassen Sie sich diesen Genuss nicht entgehen - vielerorts werden die wertvollen Bohnen auch auf der Straße zum Verkauf angeboten.

Wer gerne abseits der zertrampelten Pfade des Massentourismus wandert, wird in Salavan sein Glück finden. Also Rucksack gepackt und rein ins Abenteuer! Denn die spannendsten Geschichten schreibt immer noch das Unbekannte.

 

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Salavan!

Salavan / Laos
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Bekannte Reiseinfos

Im Gespräch behandeln Sie Einheimische immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Achten Sie dabei auch auf lokale Gepflogenheiten.

Benehmen Sie sich verantwortungsbewusst: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug können Sie neutralisieren, zum Beispiel bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Beschränken Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Verringern Sie beim Einkaufen unsinnigen Plastikmüll. Fördern Sie lokale Kleinhändler statt Großunternehmer.

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Vorschlag: Salavan bei Urlauberinfos

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