Grahamstown, Südafrika
Wer heute auf der Landkarte nach „Grahamstown“ sucht, wird kurz stutzen: Offiziell trägt die Stadt inzwischen den Namen Makhanda, benannt nach dem Xhosa-Anführer Makhanda kaKhonkco. Unter Reisenden und in vielen Reiseführern hat sich der alte Name jedoch hartnäckig gehalten, weshalb beide Bezeichnungen munter nebeneinander existieren. Wir bleiben der Einfachheit halber bei „Grahamstown“, meinen damit aber natürlich dasselbe pittoreske Städtchen im Ostkap.
Von Port Elizabeth (das mittlerweile ebenfalls unter einem neuen Namen firmiert: Gqeberha) aus lässt sich Grahamstown bequem mit dem Auto erreichen und eignet sich hervorragend als Zwischenstopp auf der Garden Route oder als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Hinterland. Der charmante Hafenort Port Alfred liegt nicht weit entfernt, und auch der berühmte Addo Elephant Park ist in überschaubarer Zeit erreichbar. Wer noch mehr Wildnis sucht, findet in der Umgebung mehrere kleinere Reservate, in denen sich spontane Safaris organisieren lassen.
Viktorianisches Flair und bewegte Geschichte
Gegründet wurde die Stadt im frühen 19. Jahrhundert als britischer Militärposten, und dieses koloniale Erbe ist bis heute an fast jeder Ecke sichtbar. Zahlreiche Wohnhäuser im viktorianischen Stil säumen die Straßen, liebevoll restauriert und teils noch immer bewohnt. Die sogenannten Settlers Hill Cottages haben sich sogar in ein gemütliches Hotel verwandelt, in dem Sie nächtigen können, als hätten Sie eine Zeitreise gebucht.
Die Geschichte der Stadt ist eng mit der Ankunft britischer Siedler verknüpft, die hier eine neue Heimat suchten, und mit den daraus resultierenden Konflikten mit der ansässigen Xhosa-Bevölkerung. Diese wechselvolle Vergangenheit lässt sich in mehreren Museen der Stadt hautnah nachvollziehen.
Stadt der Heiligen
Wer durch die Straßen schlendert, merkt schnell: Hier wird geglaubt, und zwar in vielen Variationen. Mehr als 50 Gotteshäuser unterschiedlichster Glaubensgemeinschaften prägen das Stadtbild, weshalb Grahamstown auch liebevoll „Stadt der Heiligen“ genannt wird. Den Ton gibt die imposante anglikanische Kathedrale an, deren Turm weithin sichtbar über die Dächer ragt und die als spirituelles Zentrum der Stadt gilt.
Museen zum Eintauchen in Geschichte und Natur
Kulturinteressierte kommen in Grahamstown voll auf ihre Kosten, allein zwei große Museumskomplexe warten im Zentrum auf Entdecker. Der Albany Museum Complex verteilt sich auf mehrere historische Gebäude in der ganzen Stadt und bietet Einblicke in Naturgeschichte, Archäologie und die bewegte Vergangenheit der Region. Ergänzt wird das Angebot durch das History and Natural Museum, das sich ausführlich den Naturwissenschaften und der lokalen Geschichte widmet.
Ein Highlight für Technikfans und Nostalgiker ist das Observatory Museum mit seiner original erhaltenen Goldschmiedewerkstatt und der faszinierenden Camera obscura, die schon Generationen von Besuchern zum Staunen gebracht hat. Wer sich für die Ankunft der britischen Siedler interessiert, sollte dem Settler Memorial Museum einen Besuch abstatten.
Grüne Oasen und ein Fort mit Aussicht
Oberhalb der Stadt liegt der Botanische Garten, ein grünes Refugium mit schattigen Wegen und einheimischer Flora, ideal für eine Verschnaufpause zwischen Sightseeing-Etappen. Noch ein Stück weiter oben thront ein kleines Fort aus der Kolonialzeit, das heute eine militärhistorische Sammlung beherbergt und obendrein einen herrlichen Blick über die Dächer von Grahamstown bietet.
Souvenirs mit Klang
Wer nach einem Mitbringsel sucht, das mehr erzählt als eine gewöhnliche Postkarte, wird bei African Musical Instruments fündig. In der kleinen Werkstatt werden traditionelle afrikanische Instrumente von Hand gefertigt, und Besucher dürfen den Handwerkern dabei über die Schulter schauen. Auch regionales Kunsthandwerk lässt sich in der Stadt in vielen kleinen Läden entdecken.
National Arts Festival: Wenn die Stadt zur Bühne wird
Grahamstown hat sich nicht nur als Standort der angesehenen Rhodes University einen Namen gemacht, sondern gilt auch als Festival-Hauptstadt Südafrikas. Rund 15 Festivals finden hier über das Jahr verteilt statt, das unangefochtene Highlight ist jedoch das National Arts Festival, das im südafrikanischen Winter tausende Kulturbegeisterte in die Stadt lockt. Theater, Musik, Tanz, bildende Kunst und Straßenperformances verwandeln Grahamstown für einige Tage in ein pulsierendes Freilichttheater, bei dem selbst der gemütlichste Couch-Potato plötzlich Lust auf Kultur bekommt.
Studenten der Rhodes University sorgen das restliche Jahr über für ein junges, lebendiges Flair in den Cafés und Kneipen rund um den Campus, sodass Grahamstown trotz seiner Kleinstadt-Idylle nie ganz zur Ruhe kommt.
Ausflüge in die Umgebung
Grahamstown eignet sich hervorragend als Basis für Erkundungen des Ostkaps. Neben dem bereits erwähnten Addo Elephant Park mit seinen Elefantenherden laden mehrere private Wildreservate in der Umgebung zu Pirschfahrten ein, oft mit deutlich weniger Trubel als in den großen Nationalparks. Der Küstenort Port Alfred lockt mit Stränden, Wassersport und einer entspannten Atmosphäre, perfekt für einen Tagesausflug ans Meer nach all der Kultur und Geschichte.
Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Grahamstown!
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
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Ermittelte Zeitzone: Africa/Johannesburg
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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 17:03 Uhr MEZ
Allgemeine Infos
Treffen Sie die ansässigen Menschen stets mit dem nötigen Respekt. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf landestypische Gebräuche.
Reisen Sie verantwortungsfreudig: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug kann man kompensieren, beispielshalber bei myclimate aus der Schweiz. Mindern Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit weniger Duschen). Verzichten Sie auf unsinnigen Einwegmüll. Befürworten Sie kleine Händler an Stelle von großen Unternehmen.









