Kimberley, Südafrika
In Kimberley dreht sich buchstäblich alles um Diamanten. Die Stadt in der Provinz Northern Cape zählt zu den ersten Anlaufstellen für Südafrika-Reisende, die auf dem Landweg von Johannesburg aus Richtung Westen unterwegs sind, und ist ein spannender Zwischenstopp zwischen pulsierender Metropole und weiter Halbwüste.Ihren Ruhm verdankt Kimberley einem Zufallsfund: Als Ende des 19. Jahrhunderts Diamanten im Boden entdeckt wurden, brach hier ein regelrechtes Fieber aus. Glücksritter aus aller Welt strömten in die Region, gruben, schürften und hofften auf den großen Wurf. Diese wilde Mischung aus Nationalitäten und Kulturen legte damals schon den Grundstein für das, was Südafrika heute gerne die „Regenbogen-Nation“ nennt. Kriminalität und Chaos gehörten in jenen Tagen leider ebenso zum Alltag wie Diamantenfunde. Davon ist heute nichts mehr zu spüren: Kimberley präsentiert sich als angenehme, lebendige Stadt, die ihre schillernde Vergangenheit mit sichtlichem Stolz zur Schau stellt.
Das Big Hole – wo alles begann
Die mit Abstand größte Attraktion der Stadt ist das Big Hole, eines der größten von Menschenhand gegrabenen Löcher der Welt. Was heute wie ein gigantischer, wassergefüllter Krater wirkt, war einst Schauplatz eines der intensivsten Diamantenrausch-Ereignisse der Geschichte. Tausende Männer hingen an den steilen Wänden, klopften sich Stück für Stück durch das Gestein und hofften auf den funkelnden Glücksfund. Aus dem Big Hole wurden über die Jahrzehnte gewaltige Mengen an Diamanten gefördert, bis der Abbau schließlich eingestellt wurde.
Wer heute an den Rand des Kraters tritt, bekommt eine Ahnung davon, welche Dimensionen menschlicher Ehrgeiz annehmen kann. Der Anblick ist beeindruckend und ein bisschen unheimlich zugleich, fast so, als hätte jemand versucht, ein Stück Erde einfach zu verschlucken.
Freilichtmuseum und funkelnde Ausstellungsstücke
Rund um das eigentliche Big Hole hat der Diamantenkonzern De Beers ein gleichnamiges Freilichtmuseum errichtet. Ganze Straßenzüge aus der Zeit des Diamantenfiebers wurden hier originalgetreu nachgebaut, komplett mit Läden, Werkstätten und Wohnhäusern, die einen lebendigen Eindruck davon vermitteln, wie hart und gleichzeitig hoffnungsvoll das Leben der Schürfer damals war.
Ein echtes Highlight ist die weit über das Big Hole hinausragende Aussichtsplattform, von der aus man ungehindert in die Tiefe blicken kann. Wer danach noch nicht genug vom Diamantenglanz hat, sollte unbedingt der Diamantenausstellung einen Besuch abstatten. Zu sehen sind dort unter anderem der „Eureka“, der erste in Südafrika entdeckte Diamant, sowie der legendäre „616“, einer der größten ungeschliffenen Diamanten der Welt. Beide Steine sind ein eindrucksvoller Beweis dafür, wofür sich Menschen einst durch tonnenweise Gestein gruben.
Museen und Galerien mit Geschichte
Wer der Stadtgeschichte noch tiefer auf den Grund gehen möchte, wird im McGregor Museum fündig. Das Gebäude selbst hat schon einige Leben hinter sich: Es diente im Laufe der Zeit als Sanatorium, als Schule und sogar als Hotel, bevor es zu einem Museum über Natur- und Kulturgeschichte der Region wurde.
Absolut sehenswert ist zudem die Duggan Cronin Gallery. Hier sind zahlreiche historische Fotografien ausgestellt, die der Hausfotograf von De Beers einst von einheimischen Volksgruppen und ihren Ritualen aufnahm. Die Sammlung besitzt einen unschätzbaren völkerkundlichen Wert und gibt einen berührenden Einblick in das Südafrika vergangener Tage.
Kunstliebhaber sollten sich die William Humphreys Art Gallery nicht entgehen lassen, während Technik- und Geschichtsfans im Transport Museum sowie im Pioneers of Aviation Museum auf ihre Kosten kommen.
Belgravia: Villenpracht mit Vergangenheit
Ein Spaziergang durch das vornehme Villenviertel Belgravia zeigt eindrucksvoll, wie krass die sozialen Gegensätze zur Blütezeit Kimberleys gewesen sein müssen. Während unzählige Arbeiter in notdürftigen Hütten hausten, brachten es einige wenige Glückliche mit ihren Diamantenfunden zu enormem Reichtum und ließen sich prachtvolle Anwesen errichten. Die herrschaftlichen Häuser mit ihren verzierten Veranden und gepflegten Gärten erzählen bis heute vom schnellen Geld jener Zeit, und man kann sich beim Vorbeischlendern gut vorstellen, wie hier einst rauschende Feste gefeiert wurden.
Gänsehaut garantiert: Geisterführungen
Bei einer derart abenteuerlichen Geschichte verwundert es kaum, dass sich in Kimberley so einige Spukgeschichten ranken. Mittlerweile gibt es eigene Geisterführungen, bei denen die schaurigsten Anekdoten direkt an ihren historischen Originalschauplätzen erzählt werden. Ob man nun an Gespenster glaubt oder nicht: Diese Touren sind eine unterhaltsame und leicht gruselige Art, sich mit der bewegten Vergangenheit der Stadt auseinanderzusetzen, und definitiv ein Programmpunkt für alle, die es abends etwas schauriger mögen.
Ausflüge in die Umgebung
Nördlich von Kimberley liegt der Bloemhof-Staudamm, ein Paradies für Angler. In einer Landschaft, die oft eher karg und trocken wirkt, überrascht dieser fischreiche Stausee umso mehr und lädt zu einem entspannten Tag am Wasser ein.
Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich das Wildebeest Kuil Rock Art Centre. Dort können Besucher eindrucksvolle Felsmalereien aus der späten Steinzeit bestaunen, die von den San, den Ureinwohnern der Region, geschaffen wurden. Die Anlage ist besonders liebevoll und informativ aufbereitet und bietet einen faszinierenden Einblick in eine Welt, die tausende Jahre zurückliegt.
Gut zu wissen
Kimberley liegt im halbtrockenen Landesinneren Südafrikas und punktet mit angenehm sonnigem Klima, das sich hervorragend für Städtetrips und Tagesausflüge eignet. Die Stadt ist überschaubar und lässt sich bequem zu Fuß oder mit dem Auto erkunden, was sie zu einem entspannten Zwischenstopp auf einer größeren Südafrika-Rundreise macht.
Neben Geschichte und Kultur kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: In den gemütlichen Cafés und Restaurants der Stadt lässt sich nach einem Tag voller Diamantenglanz wunderbar entspannen, und wer ein Souvenir sucht, wird in den lokalen Geschäften garantiert fündig, von handgefertigtem Kunsthandwerk bis hin zu funkelndem Schmuck.
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
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12:08:49 ∠ 66,4° |
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| Samstag, 17.10.2026 | ||
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12:06:20 ∠ 70,2° |
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| Dienstag, 27.10.2026 | ||
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12:04:51 ∠ 73,7° |
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| Freitag, 06.11.2026 | ||
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12:04:36 ∠ 77,0° |
18:44:59 |
∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Africa/Johannesburg
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Destinationen zu Northern Cape
1 EUR = 18,63 ZAR (Südafrikanischer Rand)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 17:03 Uhr MEZ
Wohlbekannte Infos
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