Anuradhapura
Lange bevor Colombo überhaupt eine Rolle spielte, war Anuradhapura das unangefochtene Zentrum Sri Lankas: die allererste Hauptstadt der Insel und bis heute einer der bedeutendsten Pilgerorte des Buddhismus weltweit. Wer heute durch die weitläufige Ruinenstadt spaziert, radelt oder im Tuk Tuk knattert, taucht ein in eine Welt aus gewaltigen Stupas, jahrhundertealten Klosteranlagen und einer Gelassenheit, die man an kaum einem anderen historischen Ort des Landes findet.
Nachdem der Königssitz im Laufe der wechselvollen Geschichte nach Polonnaruwa verlegt wurde, geriet Anuradhapura für lange Zeit in Vergessenheit und wurde vom Dschungel zurückerobert. Erst die britischen Kolonialherren legten die versunkene Stadt später wieder frei und brachten die beeindruckenden Ruinen ans Tageslicht, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Ein ganz besonderer Bewohner der Stadt hat all die Jahrhunderte übrigens klaglos überstanden: Der Jaya Sri Maha Bodhi gilt als der älteste urkundlich belegte, von Menschenhand gepflanzte Baum der Welt und zieht bis heute Pilger aus allen Teilen Sri Lankas an.
Maha Vihara und Ruwanwelisaya: Herzstücke der heiligen Stadt
Maha Vihara
Nahe des Basawak Kutama gelegen, zählt dieses altehrwürdige Kloster zu den ursprünglichen religiösen Zentren Anuradhapuras. Wer sich für die frühe Geschichte des Buddhismus in Sri Lanka interessiert, kommt an diesem Ort nicht vorbei.
Ruwanwelisaya Dagoba
Der strahlend weiße Stupa thront auf einer quadratischen Terrasse und gehört zweifellos zu den fotogensten Bauwerken der Stadt. Der Besuch ist allerdings nur barfuß erlaubt, und die Steinplatten heizen sich in der Sonne gerne bis zur Bratpfannen-Temperatur auf. Dicke Socken im Gepäck sind daher keine schlechte Idee, wenn Ihre Fußsohlen empfindlich sind.
Kuttam Pokuna und weitere Klosteranlagen
Kuttam Pokuna
Die „Zwillingsteiche“ zählen zu den schönsten Beispielen antiker singhalesischer Baukunst. Die beiden kunstvoll aus Stein gearbeiteten Becken dienten einst den Mönchen des nahegelegenen Klosters zum Baden und beeindrucken noch heute durch ihre präzise Steinmetzarbeit und die harmonischen Proportionen.
Loha Pasada
Von diesem einst gewaltigen Palast sind heute nur noch die Grundsäulen übrig, aufgestellt in einem strengen quadratischen Raster. Der Anblick der endlosen Säulenreihen lässt erahnen, wie imposant das Bauwerk einmal gewesen sein muss.
Jaya Sri Maha Bodhi
Bevor Sie den heiligen Bodhi-Baum besuchen, müssen Sie durch eine Sicherheitskontrolle. Der Baum selbst steht auf einer Terrasse, die von einem goldenen Gitter umrahmt wird, und gilt als eines der wichtigsten religiösen Symbole des Landes.
Thuparama Dagoba
Die älteste Dagoba der Insel gehörte einst zu einem eigenen Klosterkomplex und besticht bis heute durch ihre elegante, glockenförmige Silhouette.
Jetavanaramaya
Einst eines der höchsten Bauwerke der antiken Welt, ragt dieser gewaltige Stupa auch in seinem heutigen, etwas verwitterten Zustand noch beeindruckend in den Himmel.
Abhayagiri Vihara
Nördlich der einstigen Zitadelle gelegen, umfasst diese Klosteranlage zahlreiche Gebäude sowie ein kleines Museum, das einen guten Einblick in das Leben der Mönche vermittelt.
Archäologisches Museum
Wer nach so vielen Ruinen noch etwas tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, wird im Archäologischen Museum fündig. Die Sammlung reicht von kunstvoll gearbeiteten Buddha-Figuren über filigrane Stelen bis hin zu den berühmten Latrinensteinen, mit denen schon die Mönche des alten Anuradhapura einiges an Komfort im Klosteralltag bewiesen haben.
Wo Sie übernachten können
Anuradhapura gliedert sich in die „Heilige Stadt“ mit den Ruinen und Tempelanlagen sowie die „Neustadt“, in der sich die meisten Unterkünfte befinden. Wer sparsam reist, findet hier familiäre Gästehäuser mit persönlicher Atmosphäre, während in der mittleren und gehobenen Kategorie komfortable Hotels und Bungalows zur Auswahl stehen. Für alle, die die heiligen Stätten in aller Ruhe erkunden möchten, lohnt sich eine Übernachtung vor Ort, statt die Stadt nur im Vorbeifahren abzuhaken.
Tipps für Ihren Besuch
Da sich die Sehenswürdigkeiten über ein weitläufiges Areal verteilen, sind Sie zu Fuß ziemlich lange unterwegs. Praktischer ist es, sich per Tuk Tuk kutschieren zu lassen, ein Fahrrad zu mieten oder einen privaten Fahrer zu engagieren. Gerade das Fahrrad hat seinen eigenen Charme: Zwischen schattigen Alleen, kleinen Seen und grasenden Kühen radeln Sie gemütlich von einer Ruine zur nächsten und genießen dabei das ländliche Flair der Region.
Als heiliger Ort erfordert Anuradhapura angemessene Kleidung: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, und an den Tempelanlagen heißt es grundsätzlich Schuhe aus. Ein leichtes Tuch für die Schultern sowie bequeme, leicht auszuziehende Schuhe gehören daher in jedes Gepäck.
Natur und Ausflüge in der Umgebung
Rund um die alte Königsstadt erstrecken sich ausgedehnte Bewässerungsseen, sogenannte „Wewas“, die einst für die Landwirtschaft angelegt wurden und heute ein beliebtes Ziel für Vogelbeobachter sind. Am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung lassen sich hier zahlreiche Wasservögel beobachten, während sich die Stupas der Stadt malerisch im Wasser spiegeln.
Nicht weit entfernt liegt außerdem der Felsentempel von Mihintale, der als Geburtsort des Buddhismus in Sri Lanka gilt und mit seiner langen Treppe zum Gipfel ein lohnendes Ausflugsziel für einen halben Tag darstellt.
Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Anuradhapura!Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
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Ermittelte Zeitzone: Asia/Colombo
Unterkünfte

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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:50 Uhr MEZ
Wohlbekannte Reiseinfos
Im Gespräch behandeln Sie die Lokalbevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch die Gewohnheiten vor Ort.
Handeln Sie gewissenhaft: Den CO2-Ausstoß des Fluges kann man ausbügeln, etwa bei atmosfair mit Sitz in Deutschland. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer Abduschen). Verzichten Sie auf überflüssigen Verpackungsmüll. Unterstützen Sie kleine Gewerbetreibende anstatt Großkonzerne.












