Polonnaruwa
Eine Königsstadt mit viel Geschichte
Nachdem die alte Königsstadt ihre Vormachtstellung verlor, übernahm Polonnaruwa die Rolle als singhalesische Hauptstadt und wurde zum politischen und religiösen Zentrum der Insel. Ihre größte Blüte erlebte die Stadt unter der Herrschaft von König Parakrama Bahu I., der Polonnaruwa mit ambitionierten Bauprojekten in ein wahres Prunkstück verwandelte. Vieles davon lässt sich noch heute bestaunen, mitten in einem weitläufigen archäologischen Park, der zu den kulturellen Highlights ganz Sri Lankas zählt.
Der Parakrama Samudra – ein Meer mitten im Landesinneren
Der befestigte Stadtkern liegt am östlichen Ufer des Parakrama Samudra, eines gewaltigen, künstlich angelegten Sees. Der Name bedeutet so viel wie „Meer des Parakrama“, und das trifft es ziemlich gut: An manchen Stellen ist das gegenüberliegende Ufer kaum zu erkennen. Angelegt wurde der Stausee, um die umliegenden Reisfelder zuverlässig zu bewässern, denn ohne ausgeklügeltes Wassermanagement ist in dieser trockenen Region an Landwirtschaft kaum zu denken. Heute lädt der See zusätzlich zum entspannten Spaziergang am Ufer ein, während Reiher und andere Wasservögel geduldig auf ihren nächsten Fang warten.
Königspaläste und heilige Rundbauten
Palast des Königs Parakrama Bahu I.
Die Ruinen dieses einst mehrstöckigen Ziegelbaus lassen noch heute erahnen, wie prunkvoll der Königssitz einmal gewesen sein muss. Eine Galerie mit zahlreichen, nach außen offenen und miteinander verbundenen Zimmern umzog das Gebäude und beherbergte vermutlich Wohnräume, Empfangssäle und Verwaltungsräume.
Die Ratshalle
Ebenfalls von Parakrama Bahu I. errichtet, später aber erweitert und umgebaut: Hier tagte einst der königliche Rat, um über das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner zu entscheiden.
Watadage, der Rundtempel
Eines der elegantesten Bauwerke Polonnaruwas steht auf einer kreisrunden Terrasse und beherbergte einst die Heilige Zahnreliquie Buddhas. Die filigrane Steinmetzarbeit und die symmetrische Anordnung der Buddha-Statuen machen den Watadage bis heute zu einem der meistfotografierten Motive der Stadt.
Satmahal Prasada
Ein echter Exot unter den Bauwerken: Der Name bedeutet so viel wie „siebenstöckiges Bauwerk“, und mit seiner pyramidenförmigen Stufenform erinnert der Bau eher an südostasiatische Tempelanlagen als an klassische singhalesische Architektur. In den Nischen der einzelnen Stockwerke fanden früher Buddha-Statuen ihren Platz.
Steinerne Bücher, Reliquienhäuser und ein Fels voller Buddhas
Gal Pota, das steinerne Buch
Ein monumentaler Steinmonolith, der der Legende nach über eine beachtliche Distanz nach Polonnaruwa transportiert wurde, ganz ohne Kran oder Lastwagen, versteht sich. In feinster Handarbeit in mehrere Felder gegliedert, berichtet die Inschrift von König Nissanka Malla, seinen Verdiensten und seiner Verbundenheit zum Buddhismus. Wer sich für alte Schriften begeistert, kommt hier voll auf seine Kosten.
Hatadage und Atadage
Beide Gebäude wurden errichtet, um die Heilige Zahnreliquie Buddhas zu beherbergen, jenes Kleinod, um das sich die singhalesische Geschichte fast schon obsessiv drehte. Erhalten sind heute vor allem die Grundmauern sowie kunstvoll gearbeitete Steinbilder und Reliefs, die von der einstigen Pracht erzählen.
Nissanka Latha Mandapa
Eine Anbetungsstätte für die Zahnreliquie, deren acht Steinsäulen in Form knospender Lotosstängel geschnitzt wurden. Ein Detail, das man leicht übersieht, wenn man nicht genau hinschaut, aber genau deshalb sollte man hinschauen.
Shiva-Devale
Ein Hindu-Tempel aus der Zeit der Chola-Herrschaft, der im Gegensatz zu vielen buddhistischen Bauwerken komplett aus Stein errichtet wurde und deshalb bis heute vergleichsweise gut erhalten ist.
Gal Vihara
Der wohl beeindruckendste Ort in ganz Polonnaruwa: Direkt in den anstehenden Fels gehauen, thronen hier gleich vier Buddha-Statuen in unterschiedlichen Haltungen, stehend, sitzend und liegend. Die Detailtreue und Größe der Figuren lässt selbst hartgesottene Tempelmuffel für einen Moment verstummen.
Felsenkloster von Dimbulagala
Wer noch etwas Energie übrig hat, sollte den Abstecher zum Felsenkloster wagen. Der Aufstieg fordert Kondition und gutes Schuhwerk, oben angekommen warten aber jahrhundertealte Malereien und ein grandioser Ausblick über die umliegende Landschaft als Belohnung.
Weitere Highlights im archäologischen Park
Rankoth Vehera
Der größte Stupa Polonnaruwas ragt weiß und wuchtig über die Baumkronen und gehört zu den imposantesten Dagobas der Insel. Sein Name bedeutet so viel wie „goldene Spitze“, wobei die Farbe heute eher an frisch gekälkte Wände erinnert als an Gold.
Kiri Vehera
Eine weitere, gut erhaltene Stupa, bekannt für ihre nahezu makellose, glockenförmige Kuppel. Der Legende nach wurde sie kaum restauriert und blieb dennoch erstaunlich gut erhalten.
Lankatilaka Vihara
Ein imposantes Bildhaus mit meterhohen Mauern, in dessen Inneren eine kolossale, stehende Buddha-Statue thront, der im Laufe der Zeit leider der Kopf fehlt. Trotzdem, oder gerade deshalb, gehört der Ort zu den stimmungsvollsten Plätzen der gesamten Anlage.
Aktivitäten für Aktive und Naturfans
Da die einzelnen Sehenswürdigkeiten von Polonnaruwa über ein großes Areal verstreut liegen, ist die Anlage geradezu prädestiniert für eine Fahrradtour. Viele Unterkünfte in der Umgebung verleihen Räder, und wer erst einmal auf zwei Rädern zwischen Palmen, Stupas und dem glitzernden Parakrama Samudra unterwegs ist, möchte gar nicht mehr absteigen.
Wer nach so viel Kultur Lust auf Tierbeobachtungen hat, wird auch in der Umgebung fündig. Die Nationalparks Minneriya und Kaudulla liegen nicht weit entfernt und sind besonders bei Elefantenfans beliebt: Zu bestimmten Zeiten im Jahr versammeln sich dort große Herden am Wasser, ein Naturschauspiel, das man so schnell nicht vergisst. Auch der Stausee bei Giritale eignet sich hervorragend für eine ruhige Bootsfahrt oder Vogelbeobachtung.
Unterkünfte & praktische Tipps
In Polonnaruwa findet sich für jeden Geldbeutel etwas Passendes, von einfachen Gästehäusern und privaten Zimmern bis hin zu komfortablen Hotels direkt am See. Wer die Ruinenstadt authentisch erleben möchte, übernachtet am besten in Sichtweite des Parakrama Samudra, denn ein Sonnenaufgang über dem Wasser entschädigt für jedes frühe Aufstehen.
Tipps und Tricks
Da die Tempelanlagen weiträumig verteilt liegen, lohnt sich die Anmietung eines Fahrrads oder eines Fahrers mit Tuk-Tuk. Für den Besuch der heiligen Stätten gilt außerdem die übliche Etikette: Schultern und Knie bedeckt halten, Schuhe und Kopfbedeckung vor den Tempeln ablegen. Und da die Mittagshitze in dieser Region durchaus spürbar ist, starten erfahrene Reisende ihre Erkundungstour am besten früh am Morgen oder erst wieder am späten Nachmittag.
Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Polonnaruwa!
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
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| Dienstag, 27.10.2026 | ||
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| Freitag, 06.11.2026 | ||
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Ermittelte Zeitzone: Asia/Colombo
Unterkünfte

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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:50 Uhr MEZ
Wohlbekannte Urlauberinfos
Im Gespräch behandeln Sie die Bewohner vor Ort stets mit dem nötigen Respekt. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls lokale Gepflogenheiten.
Benehmen Sie sich gewissenhaft: Den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß Ihres Fluges kann man kompensieren, etwa bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Mindern Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Verringern Sie beim Einkaufen unsinnigen Plastikmüll. Supporten Sie kleine Händler anstatt Großkonzerne.
















