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Hintergrundbild: © Mohamed Eissa (modified by UI) - CC BY-SA 3.0
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Geschmackvoll dekorierte GondelnFlorierende Hafenstadt am Mittelmeer
🙄 Niedriges Attraktivitätslevel

Damiette (Dumyat), Ägypten

Damiette, auf Arabisch Dumyat, ist eine quirlige Hafenstadt im Nordosten des Nildeltas. Halbmondförmig schmiegt sich die Stadt an den östlichen Nilarm, der hier nach seiner langen Reise quer durch Ägypten endlich das Mittelmeer erreicht. Wer zum ersten Mal am Ufer steht, versteht sofort, warum die Einheimischen so stolz auf diesen Flecken sind: Süßwasser trifft Salzwasser, Fischerboote kreuzen Frachtschiffe, und dazwischen schaukeln die fein herausgeputzten Ausflugsboote, die man hier „Canjes“ nennt.

Damiette ist eine lebendige Stadt im Nildelta und gilt als wohlhabende, tatkräftige Region, in der gearbeitet, gehandelt und vor allem gehandwerkt wird. Die Stadt ist geprägt von einer langen Tradition im Möbelbau und einer regen Handelsaktivität. Damiette ist keine Kulisse für Pauschaltourismus, sondern eine echte ägyptische Arbeits- und Sommerstadt. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus.

Am schönsten erschließt sich Damiette zu Fuß. In den engen Gassen des alten Zentrums reihen sich Werkstätten, Stoffläden, Gewürzhändler und Süßwarenbäcker aneinander. Es duftet nach frisch gerösteten Kaffeebohnen, nach Sägespänen und nach gegrilltem Fisch, und irgendwo schleift immer jemand eine Stuhllehne. Feilschen gehört dazu, ein Lächeln hilft mehr als jede Verhandlungstaktik.

Kreuzfahrer, Sultane und ein Hafen, den alle wollten

Dass ausgerechnet dieser Punkt an der Nilmündung eine bewegte Geschichte hat, ist kein Zufall. Wer den Hafen von Damiette kontrollierte, kontrollierte den Zugang zum Delta und damit die Hintertür nach Kairo. Schon in der Antike war die Lage strategisch begehrt, im Mittelalter wurde sie regelrecht zum Schicksal der Stadt.

Während der Kreuzzüge belagerten europäische Heere Damiette gleich mehrfach, nahmen es ein, verloren es wieder und zogen schließlich geschlagen ab. Die Erinnerung daran saß so tief, dass der Mamlukensultan Baibars die alte Stadt niederlegen ließ, damit sie nie wieder als Brückenkopf dienen konnte. Wieder aufgebaut wurde Damiette anschließend etwas weiter flussaufwärts, in sicherer Entfernung zur offenen Küste.

Von den mittelalterlichen Mauern ist heute wenig übrig, dafür lebt die Geschichte in den Bauwerken und in den Erzählungen der Menschen weiter. Fragen Sie im Café ruhig nach den Kreuzfahrern. Sie bekommen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ausführliche Antwort und gleich noch einen Tee dazu.

Ras El-Bar: Sommerfrische, wo der Nil ins Meer fließt

Der eigentliche Urlaubsmagnet liegt nördlich des Stadtkerns. Ras El-Bar ist Damiettes Seebad und einer der klassischen Sommerorte Ägyptens, lange bevor das Rote Meer entdeckt wurde. Zwischen Nilarm und Mittelmeer zieht sich ein schmaler Landstreifen, an dessen Spitze sich Fluss und Meer treffen. „El-Lisan“, die Zunge, nennt man diesen Punkt, und er ist der Lieblingsplatz für Sonnenuntergänge, Selfies und Familienausflüge.

Der Strand ist gepflegt, breit und im Sommer angenehm belebt. Entlang der Promenade reihen sich Ferienwohnungen, kleine Hotels, Cafés und Eisdielen. Hier urlauben vor allem Ägypterinnen und Ägypter, was Ras El-Bar zu einem herrlich authentischen Erlebnis macht: viel Familie, viel Lachen, viel Musik und erstaunlich wenig Strandliegen-Grabenkämpfe.

Ein Hinweis, der Ihnen Ärger erspart: Das Mittelmeer hat hier mitunter kräftige Strömungen, besonders in der Nähe der Flussmündung. Schwimmen Sie an bewachten Abschnitten und nehmen Sie die Warnflaggen ernst. Und noch etwas: Am Strand gilt außerhalb internationaler Hotelanlagen eher zurückhaltende Badekleidung, viele Frauen gehen komplett bekleidet ins Wasser. Ein leichtes T-Shirt über dem Badeanzug ist die entspannteste Lösung.

Die Möbelhauptstadt Ägyptens

Wenn Ägypten ein Wohnzimmer wäre, hätte Damiette es eingerichtet. Die Stadt ist das unangefochtene Zentrum der ägyptischen Möbelherstellung, und zwar seit Generationen. In unzähligen kleinen Werkstätten in den Seitengassen entstehen Sofas, Schlafzimmer, verschnörkelte Vitrinen und geschnitzte Stühle, die man anderswo im Land in den Schaufenstern wiederfindet.

Für Besucher ist das ein kleines Spektakel. Man riecht die Werkstätten, bevor man sie sieht, hört das Klopfen der Hämmer und kann Schreinern beim Intarsienlegen über die Schulter schauen. Die Handwerker sind meist auskunftsfreudig, ein höfliches Nicken und die Frage, ob man fotografieren darf, öffnen Türen.

Ein Sofa im Handgepäck wird schwierig, aber kleinere Souvenirs mit demselben Können gibt es durchaus: Schatullen, Backgammonbretter, Holzarbeiten mit Perlmutteinlagen. Wer tatsächlich Größeres mitnehmen will, sollte sich vorab über Versand und Zoll informieren, sonst wird aus der Urlaubsfreude schnell eine Logistikübung.

Moscheen, Kirchen und alte Stadtviertel

Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist die Amr-ibn-al-As-Moschee, eine der ältesten Moscheen Ägyptens. Ihre schlichte Würde beeindruckt mehr als jedes Prunkdekor, und ihre Geschichte ist typisch für Damiette: Während der Kreuzfahrerzeit diente sie zeitweise als christliche Kathedrale, später wurde sie wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben.

Auch die El-Maati-Moschee und die koptische Mar-Girgis-Kirche lohnen einen Blick. Damiette hat eine gewachsene christliche Gemeinde, und das Nebeneinander von Minaretten und Kirchtürmen gehört zum Stadtbild. Besuchen Sie religiöse Stätten außerhalb der Gebetszeiten, ziehen Sie die Schuhe aus, kleiden Sie sich bedeckt, dann sind Sie nahezu überall willkommen.

Rund um die großen Plätze und entlang der Corniche findet sich außerdem noch die eine oder andere Fassade aus osmanischer und kolonialer Zeit, mit Holzbalkonen und verwitterten Mustern. Nicht museal herausgeputzt, sondern mitten im Alltag. Genau deshalb sehenswert.

Kulinarik: Käse, Fisch und verführerisch viel Zucker

Damiette hat seinen Namen sogar in die Käsetheke gebracht: Der weiße Salzlakenkäse Domiati, der in ganz Ägypten zum Frühstück gereicht wird, stammt ursprünglich von hier. Dazu Fladenbrot, Tomaten, Oliven und ein starker Tee, besser kann ein Urlaubsmorgen kaum beginnen.

Zweite große Leidenschaft: Fisch. Durch Meer, Nil und die nahen Lagunen ist das Angebot herrlich frisch. Garnelen, Sardinen, Meeräschen und Wolfsbarsch landen gegrillt, frittiert oder als würziger Sayadeya-Reis auf dem Teller. In vielen Lokalen sucht man sich den Fisch an der Theke aus und bekommt ihn kurz darauf zubereitet serviert. Trinkgeld nicht vergessen, es gehört hier zum guten Ton.

Und dann wären da noch die Süßigkeiten. Damiette ist landesweit für sein Konditorenhandwerk bekannt, von Baklava über klebrig-warme Basbousa bis zu Halva in allen Varianten. Als Mitbringsel ideal, sofern es die Heimreise übersteht. Erfahrungsgemäß tut es das selten.

In den Märkten der Stadt bekommen Sie außerdem Kaffee, Leinen, Gewürze und Südfrüchte wie Guaven und Melonen, für die das fruchtbare Delta bekannt ist.

Der Manzala-See und seine gefiederten Wintergäste

Östlich der Stadt breitet sich der Manzala-See aus, eine riesige, flache Lagune zwischen Delta und Mittelmeer. Fischerboote gleiten durch das brackige Wasser, Schilfinseln wechseln mit offenen Flächen, und über allem liegt jenes weiche Licht, das Fotografen glücklich macht.

Ornithologisch ist die Region ein Schatz. Flamingos, Pelikane, Reiher und Störche sind hier regelmäßig zu beobachten, und im Winter machen zahllose Zugvögel aus Europa Station. Ein Fernglas gehört also unbedingt ins Gepäck. Bootstouren lassen sich vor Ort über lokale Fischer organisieren, am besten früh am Morgen, wenn das Wasser noch spiegelglatt ist und die Vögel aktiv sind.

Aktiv zwischen Fluss und Meer

Damiette ist kein Tauchparadies, dafür aber ein wunderbarer Ort für gemächliche Bewegung an der frischen Brise. Eine Bootsfahrt auf dem Nilarm bis zur Mündung ist Pflichtprogramm, gern im Abendlicht. Die Corniche lädt zum Spazieren und Radeln ein, und wer gern schwimmt, findet am Strand von Ras El-Bar reichlich Platz.

Am Wasser wird gefischt, was das Zeug hält, und mit etwas Kontaktfreude dürfen Sie oft mit hinaus. Angelruten stehen an der Promenade genauso selbstverständlich herum wie anderswo Sonnenschirme. Der stetige Mittelmeerwind sorgt zudem dafür, dass Sommertage hier deutlich erträglicher sind als im Landesinneren, was lange Strandspaziergänge zum Vergnügen macht.

Und dann gibt es noch die Disziplin, in der die Einheimischen wirklich Meister sind: das ausgiebige Sitzen im Straßencafé mit Blick aufs Wasser, Tee, Backgammon und Zeit. Machen Sie mit. Es wirkt Wunder.

Ausflüge in die Umgebung

Ezbet El-Borg liegt direkt gegenüber an der Nilmündung und ist ein Fischer- und Schiffbauort, wie er im Buche steht. Hölzerne Kutter entstehen unter freiem Himmel, der Fischmarkt ist ein Fest für alle Sinne, und Gäste aus Europa sind eine kleine Sensation.

Port Said im Osten bewacht den Nordeingang des Suezkanals. Die Stadt punktet mit Holzhäusern im Kolonialstil, Fähren über den Kanal und dem legendären Schauspiel vorbeiziehender Containerriesen.

Mansoura flussaufwärts ist eine lebhafte Universitätsstadt am Nil, ebenfalls eng mit der Kreuzzugsgeschichte verbunden. Wer das echte Delta erleben will, ist hier richtig.

Gamasa westlich an der Küste ist ein weiteres beliebtes Sommerbad mit langem Sandstrand. Und für alle, die von Damiette aus die große Reise anschließen: Der Weg nach Kairo führt mitten durch das grüne Delta, vorbei an Reisfeldern, Palmen und Dorfmoscheen, eine Fahrt, die selbst schon eine Sehenswürdigkeit ist.

Praktisches für Ihre Reise

Beste Reisezeit: Frühling und Herbst sind mild und angenehm. Der Hochsommer ist die Saison der ägyptischen Badegäste, dann ist Ras El-Bar voll, laut und fröhlich. Der Winter bringt Regen und Wind, belohnt aber mit Vogelbeobachtung am Manzala-See.

Sprache und Kontakt: Englisch wird nicht überall gesprochen, ein paar Brocken Arabisch und eine Übersetzungs-App helfen enorm. Die Gastfreundschaft ist dafür überdurchschnittlich groß, mit Einladungen zum Tee sollten Sie rechnen.

Kleidung und Verhalten: Damiette ist eher traditionell geprägt. Schultern und Knie bedeckt, das gilt vor allem in der Altstadt und an religiösen Orten. Wer während des Ramadan reist, sollte tagsüber Rücksicht beim Essen und Trinken in der Öffentlichkeit üben und wird abends mit einer besonders festlichen Stimmung belohnt.

Unterwegs: Innerhalb der Stadt sind Sammeltaxis und Taxis das Mittel der Wahl, Preise werden vorher vereinbart. Für die Fahrt nach Ras El-Bar oder zum Fischmarkt lohnt es sich, den Fahrer gleich warten zu lassen.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Damiette!

Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge

Mittwoch, 07.10.2026
Sonnenaufgang
06:50:20
Sonnenhöchstand
12:40:39
∠ 53,5°
Sonnenuntergang
18:30:58
Samstag, 17.10.2026
Sonnenaufgang
06:57:08
Sonnenhöchstand
12:38:10
∠ 49,7°
Sonnenuntergang
18:19:12
Dienstag, 27.10.2026
Sonnenaufgang
07:04:35
Sonnenhöchstand
12:36:41
∠ 46,1°
Sonnenuntergang
18:08:46
Freitag, 06.11.2026
Sonnenaufgang
06:12:40
Sonnenhöchstand
11:36:25
∠ 42,9°
Sonnenuntergang
17:00:11

∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Africa/Cairo

Unterkünfte

💶 Wechselkurs 💳
1 EUR = 58,85 EGP (Ägyptisches Pfund)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
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Grundsätzliche Urlauberinfos

Treffen Sie die ansässigen Menschen stets mit der notwendigen Anerkennung. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch regionale Traditionen.

Urlauben Sie verantwortungsvoll: Den CO2-Ausstoß des Fluges können Sie kompensieren, beispielsweise bei der schweizerischen Organisation myclimate. Beschränken Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit kürzer Abduschen). Vermeiden Sie unsinnigen Müll. Fördern Sie kleine Gewerbetreibende statt Großunternehmer.