Hintergrundbild: © flickr-User: a_rabin (modified by UI) - CC BY 2.0

Zu Besuch in der Stadt des Regens

Bogor, Indonesien

Die „Regenstadt” („Kota Hujan”) zaubert Indonesien-Reisenden, die eine erfrischende Abkühlung suchen, ein Lächeln ins verschwitzte Gesicht.

Ungefähr 60 Kilometer südlich vom hitzigen Jakarta entfernt, findet man diese regenreichste Stadt Javas, die aufgrund ihrer klimatischen Besonderheiten mit kühleren Temperaturen als die Küstengebiete punkten kann. Die meisten Tropfen fallen zwischen Dezember und Februar. Und die Höchsttemperaturen überschreiten – über das Jahr verteilt – die Grenze von 26 Grad kaum. Viel Wasser und fruchtbarer vulkanischer Boden bedeuten nun aber auch einen großen Vorteil für die Pflanzenwelt. Und somit liegt es auf der Hand, dass Bogor für eine bestimmte Sehenswürdigkeit weltweit ganz besondere Berühmtheit erlangt hat – den Botanischen Garten „Kebun Raya Bogor”.

Ab in die Botanik

Bereits im Mai 1817 eröffnet, bietet dieses Naturparadies Platz für lange Spaziergänge auf einem 87 Hektar großen Areal. 6.000 Pflanzenarten – darunter 200 Palmenarten und beinahe 900 Orchideensorten – gibt es hier zu erkunden. In den Wipfeln der Bäume fühlen sich einige Fledermausarten geborgen und mehr als 50 verschiedene Vogelarten zwitschern hier ihr tägliches Lied. Dieses wunderschöne Fleckchen Natur wurde unter der niederländischen Kolonialmacht auf Initiative des deutschen Botanikers Caspar Georg Carl Reinwardt kultiviert und diente der Katalogisierung des pflanzlichen Reichtums Indonesiens. Der Garten zählt auch heute noch als ein Mittelpunkt der botanischen Forschung im Inselreich. Besonders viel Aufmerksamkeit erregt die Riesenrafflesie, die hier einen Durchmesser von bis zu 1 Meter erreichen kann. Bei einem Gewicht von bis zu 11 Kilogramm wundert es einen dann nicht weiter, dass es sich hierbei um die größten Exemplare der Welt handelt. Mehrere idyllische Teiche und ein reizendes Café machen das malerische Bild des botanischen Gartens im Zentrum der Stadt komplett.

Ein sorgloser Palast

Direkt an diesen herrlichen Park grenzt der Istana Bogor – der Präsidentenpalast, der dem indonesischen Staatsoberhaupt im Sommer einen Rückzugsort bietet. Das Gebäude, das im 18. Jahrhundert als koloniales Herrenhaus und Landsitz der niederländischen Gouverneure unter dem Namen Buitenzorg („Ohne Sorge”) erbaut wurde, fiel im Jahr 1834 einem Erdbeben zum Opfer. Es dauerte bis 1856 ehe man beschloss, das Haus wieder aufzubauen. Und in dieser Form ist es auch heute noch zu bewundern. Nach der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens, richtete sich Präsident Sukarno hier ein. Dass er ein Liebhaber der Künste war, zeigt seine große Kunstsammlung, die heute noch für Staunen unter den Besuchern sorgt. Der Komplex besteht aus mehreren Gebäuden. Der Hauptpalast steht für Tagungen der Minister und für Staatsempfänge zur Verfügung, die seitlichen Flügel beherbergen geräumige Wohnungen für hohe Staatsgäste. Rund um den Präsidentenpalast grast eine Herde gefleckter Axishirsche. Die anmutigen Tiere wurden bereits zu Zeiten der Niederländer angesiedelt und verleihen dem Areal heute eine exotische, friedliche Note.

Bogor verfügt über eine Vielzahl an Kolonialgebäuden und Museen. Die hiesige Kathedrale ist eine der ältesten katholischen Kirchen des Landes, in der immer noch Gottesdienste stattfinden. Und auch die Anhänger Buddhas können ihre Gebete in einem der ältesten buddhistischen Tempel Indonesiens sprechen – dem „Hok Tek Bio” im klassischen südchinesischen Baustil. Zu den Museen, die einen Besuch wert sind, zählen das Zoologische Museum, das bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch die niederländischen Kolonialherren eröffnet wurde, das Tanah-Museum, das einen wahren Reichtum an Boden- und Gesteinsproben aus unterschiedlichen Gegenden Indonesiens beherbergt oder das Pembela Tanah Air Museum, in dem die Geschichte des Militärs historisch aufbereitet wurde.

Vom Stockbett bis zur Suite

Was das Übernachten betrifft, versucht die Stadt alle Größen von Geldbeuteln zu bedienen. Angefangen bei wirklich preiswerten Backpacker-Pensionen für die Gegner des Komforts über einfache Mittelklassehotels bis hin zu exklusiven Ressorts mit prunkvollen Suiten, Pools, Golfplätzen, Tenniscourts und Spas, bietet Bogor eine reiche Auswahl.

Auf der kulinarischen Ebene reicht die Palette von sundanesischen Spezialitäten über indonesische Klassiker bis hin zu westlichen Restaurantketten. Einige Restaurants präsentieren sich mit reizenden Gastgärten und traumhafter Aussicht über die Häuserdächer.

Von Bergen umgeben, verlocken Wanderungen dazu, die Gegend zu erkunden. Rund 15 Kilometer von der Stadt entfernt befindet sich der Vulkan Salak mit seinen zwei Kratern – ein beliebter Ort zum Spazieren und Klettern.

Zwillingsvulkane und eine Tiersafari

Ein wahres Naturparadies erwartet den Besucher auf dem Gunung Gede: Die Zwillings-Vulkane Gede und Pangrango markieren das Areal des Gunung Gede Pangrango Nationalparks. Auf etwa 150 Quadratkilometern tummeln sich seltene Tierarten wie der Java-Langur, die Javanische Zwergohreule, der Silbergibbon, das Malaiische Stachelschwein, der Sunda-Stinkdachs und die Bengalkatze. Hin und wieder lässt sich auch der eine oder andere Leopard blicken.

Beachten Sie vorerst die Anmeldepflicht und die Parkgebühr – dann steht einem Abenteuerausflug nichts mehr im Wege. Durch eine der vier Pforten geht es in das Reich im Schatten der Vulkane: Cibodas, Gunung Putri, Selabintana, und Situ Gunung. Die meisten Fußspuren verzeichnet Cibodas. Nicht nur die Parkverwaltung ist hier zu finden, sondern auch die Wege zu einem rauschenden Wasserfall, zum idyllischen Biru See und zu heißen Thermalquellen. Auch die Edelweiß-Wiese („Suryakencana Meadow”), die zwischen April und August in voller Blüte steht, ist über Cibodas erreichbar. Nicht auf der Wiese aber auf markierten Campingplätzen können Besucher, die mit einem einzigen Tag nicht auskommen, ihre Zelte aufschlagen und am nächsten Tag völlig ausgeruht den Weg fortsetzen.

Ebenfalls einen Abstecher wert ist der Tierpark „Taman Safari” (20 Kilometer südöstlich von der Stadtgrenze), der über den wunderschönen, oft wolkenverhangenen Puncak-Pass zu erreichen ist. Hier fährt man mit dem eigenen Auto oder einem Bus durch eine Ansammlung von etwa 2.500 Tieren mit Arten wie Bengaltiger, Orang Utans, Nilpferden, Komodo Waranen, Elefanten und Giraffen. Abseits der klassischen Safariroute gibt es außerdem einen Streichelzoo, Delfin- und Elefantenvorführungen wie auch eine spannende Wildwest-Show. Und wenn der Tag zu Ende geht, die Unternehmungslust aber noch nicht ausgeschöpft ist, lässt es sich in einer der Lodges im Park prima übernachten. Tierbesuche nicht ausgeschlossen.

Bogor ist am besten über den Soekarno-Hatta International Airport in Jakarta erreichbar. Zahlreiche Busse nehmen die 55-Kilometer-Strecke auf sich. Aber auch die Zugverbindung mit Jakarta ist immer wieder eine beliebte Alternative, die – bezogen auf die abenteuerlichen Straßenverkehrsverhältnisse – auch höhere Sicherheit bedeutet.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Bogor!

Bogor / Indonesien
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Wohlbekannte Infos zu Fernreisen

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