Hintergrundbild: © Frank Douwes - CC BY 2.0

Mission zum Mond

Bromo Nationalpark, Indonesien

Als vor vielen tausenden von Jahren der Vulkan Tengger ausbrach, legte er den Grundstein für einen einzigartigen Nationalpark, der heute als Hauptattraktion der Provinz Ost-Java zahlreiche Freunde der Feuerberge in die Region lockt.

Es muss eine gewaltige Eruption gewesen sein, denn in der riesigen, teilweise mondartigen Kraterlandschaft ragen heute fünf Vulkankegel in die Höhe: Bromo, Widodaren, Kursi, Watangan und Batok sind ihre Namen und letzterer ist der einzige, der das Feuerspeien aufgegeben hat.

Die Spitze Javas

Bromo Tengger Semeru Nationalpark Bromo Tengger Semeru Nationalpark - © www.urlauberinfos.com - CC BY-SA 2.0

In Nachbarschaft zu ihnen steht der Mount Semeru als höchster Berg von Java. Mit einer Höhe von mehr als 3.600 Metern glauben wir ihm das auch. Ein Ende hat die Eruptionsphase, die in den späten 1960er Jahren begann, immer noch nicht gefunden. Und so hüllt er sich auch heute noch täglich in Dampf und Rauch. Nur geübte Wanderer und Kletterer können ihn erklimmen – und das nur, wenn er mal nicht gesperrt ist. Denn Sicherheit geht vor, wenn die Gefahr eines Ausbruchs in der Luft liegt und ob dies der Fall ist, lässt sich in den Stützpunkten des Nationalparks erfragen.

Der zweite große Player in dieser Vulkan-Ansammlung ist der Mount Bromo, der aktivste unter ihnen. Und wenn man die landschaftlichen Reize vergleicht, handelt es sich auch um den Aufsehen erregendsten. Dieser Abschnitt ist folglich auch der am besten besuchte, nicht selten zieht es Touristengruppen und Schulklassen hierher. Am Fuße des Vulkans errichteten Gläubige einen hinduistischen Tempel – der so genannte „Poten” ist der Beginn eines Pilgerweges.

Einmal im Jahr erfolgt eine nächtliche Prozession zum Gipfel. Dann wird das Kassada Fest begangen, das auf einen uralten Mythos zurückzuführen ist. Einst wurde die Majapahit-Prinzessin Roro Anteng von Problemen geplagt: Wie sehr sie und ihr Prinz sich auch bemühten, es gab keine Nachkommen. So kam es, dass sie eines Nachts die Götter um Hilfe baten und im Gegenzug versprachen, ihr letztes Kind als Opfergabe in den Krater zu werfen. Gesagt, getan – der Kinderwunsch wurde erhört, das Letztgeborene verschwand im Feuerschlund. An die Stelle des Kindes treten heute Tiere, Früchte und Reis.

Ein Meer aus Sand

Mondlandschaft Mondlandschaft - © www.urlauberinfos.com - CC BY-SA 2.0

Gemeinsam bilden die beiden Großvulkane das Bromo-Semeru-Massiv, deren gesamte Fläche der Nationalpark ausmacht – und das sind immerhin beachtliche 58.000 Hektar. Im Jahr 1982 wurde das Gebiet östlich von Malang als geschützter Park deklariert. Landschaftlich lässt es sich nicht in einen Topf werfen. Einen beachtlichen Teil macht das Sandmeer aus, das einem schon mal den Eindruck vermittelt, auf einem Mond gelandet zu sein. Es handelt sich auch um das einzige Schutzgebiet des Landes mit einem solchen Meer aus Sand. Daneben gibt es allerdings auch tropischen Regenwald mit Orchideen und Wasserfällen, außerdem vier Seen und an die 50 Flüsse.

Mehr als 130 Vogelarten tummeln sich in der Region. Machen Sie sich auf eine Begegnung mit alten Wildhuhnarten wie dem Bankivahuhn oder mit dem Rhinozerosvogel gefasst, der anhand seines charakteristischen Hornaufsatzes auf dem Schnabel leicht erkennbar ist. Über 20 Säugetierarten fühlen sich im Park heimisch. Unter ihnen die Marmorkatze mit der namensgebenden Zeichnung, der Javaneraffe, der Leopard oder der Rothund – ein Wildhund mit orangem bis rötlichem Fell. Endemische Orchideenarten, Pionierpflanzen an den Kraterrändern wie das Edelweiß und viele andere bedrohte Pflanzenarten haben hier ihr natürliches Refugium gefunden.

Vulkanmenschen mit langer Geschichte

Auch menschliche Spuren einer ethnischen Minderheit finden sich im Nationalpark der Feuerberge. Das Volk der Tengger zog sich einst hierher zurück als sich im restlichen Land der Islam verbreitete und besiedelte die Gegend um den Mount Bromo. Als legitime Nachfolger von Prinz und Prinzessin der Majapahit zählen sie zu den Hindu, deren Glaubensbild viele animistische Elemente aufweist. Etwa 500.000 Tengger gibt es noch und sie bewohnen die farbenfrohen Häuser, auf die man hier immer wieder stößt.

Ein sehr schöner Platz mit viel Potential zum Erholen ist der Madakaripura Wasserfall. Eigentlich sind es ja sieben Wasserfälle und es kann auch recht feucht werden, wenn man seinen Weg entlang der Kaskaden macht. Von den Tengger werden sie als heilig verehrt und ihr kostbares Wasser für feierliche Zeremonien verwendet. Die Anreise zum Mount Bromo erfolgt meist über Probolinggo oder Ngadisari. Von Ngadisari fahren Linienbusse an den Beginn des Sandmeers bei Cemoro Lawang. Für den Eintritt in den Park ist eine Gebühr an den Ticketschaltern zu zahlen. Auch werden gegen Aufpreis Führungen mit Autos angeboten. Wer noch mehr Geld locker hat oder auf ursprüngliche Weise zum Krater möchte, kann sich auf ein kleines Pferd aus der Herde der Tengger schwingen.

Unvergessliche Sonnenaufgänge

Am schönsten präsentiert sich das Gebiet wenn die Sonne aufgeht, der Morgennebel sich über den Krater legt und wenn die Sonne abends wieder den Rückzug antritt. Sonnenaufgang ist etwas für Early Birds – zwischen 04:30 und 05:30 sollte man einen hohen Aussichtspunkt erreicht haben, um das reizvolle Naturschauspiel in seiner ganzen Pracht genießen zu können. Das bedeutet jedoch, kurz vor 03:00 am Morgen bereits seinen Weg von Ngadisari anzutreten. Den besten Blick auf Bromo, Semeru und ihr Tal bietet der Mount Penanjakan. Zahlreiche Postkarten können nicht irren. Und auch wenn der Aufstieg auf den beinahe 2.800 Meter hohen Berg recht beschwerlich ist, zahlt er sich allerdings wirklich aus.

Krater des Bromos Krater des Bromos - © www.urlauberinfos.com - CC BY-SA 2.0

Sie sollten jedoch unbedingt beachten, dass im Massiv kühlere Temperaturen vorherrschen. Tagsüber klettert das Quecksilber selten über die 20-Grad-Marke und in der Nacht kann es dann auch richtig frostig werden mit Temperaturen um die 0 Grad. Die große Zeit des Regens reicht von November bis März – mit einem Höhepunkt im Jänner und Februar, wo die Gefahr von Überflutungen dann auch schon mal sehr akut werden kann. Weil der Park so weitreichend ist und ein einziger Tag für eine ausreichend zufriedenstellende Erkundung kaum reicht, gibt es einige Möglichkeiten zum Übernachten. Lodges und Homestays, sogar Hotels bieten einen Platz für die Nacht an. Sie konzentrieren sich vor allem um Cemoro Lawang aber auch in den nahe gelegenen Orten Sukapura, Probolinggo und Tosari sind welche zu finden.

Kleine Imbisshütten warten darüber hinaus mit einer Auswahl traditioneller indonesischer Kost auf. Und die ist ganz bestimmt um einiges besser als Astronautennahrung.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise in den Bromo Tengger Semeru Nationalpark!

Bromo / Indonesien
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