Hintergrundbild: © Graeme Churchard (modified by UI) - CC BY 2.0

Ein Durchzugsort mit kulturellen Bahnen

Denpasar, Indonesien

Wer Bali einen Besuch abstatten möchte, den führt sein Reiseweg meistens über Denpasar.

Die Hauptstadt im Süden Balis ist auch die größte Stadt der Insel, gilt als Verwaltungszentrum und verfügt außerdem über den größten Flughafen der Umgebung. Sehr freundliche Einwohner besiedeln diesen multikulturellen Schmelztiegel, der sich langsam aber sicher auf dem Weg zu einer Millionenstadt befindet. Hektischer Straßenverkehr gehört dann natürlich dazu, an diesem Verkehrsknotenpunkt von Bali.

Traditionelle Architektur am Flughafen

Der Ngurah Rai Flughafen liegt nahe vom Ort Kuta, etwa 13 Kilometer von der Stadt entfernt. Gemessen an der Passagierzahl, kann man sogar vom zweitgrößten Flughafen Indonesiens sprechen. Seine Geschichte startet in den 1930er Jahren. Damals noch eine kurze Graspiste, wurde das Areal ständig erweitert und steht heute stolz zu seiner kulturellen Vergangenheit. Bereits bei der Ankunft erwartet den Besucher ein Balinesisches Tor, das auf einem Plateau in einem kleinen See steht. Und auch sonst verneigte man sich vor dem traditionellen Baustil, indem man vor allem Sandstein und Holz auf die Materialliste setzte und charakteristische Drachenköpfe als schmückendes Element einsetzte.

Das Klima ist das ganze Jahr über heiß und feucht, Schwankungen sind kaum zu verzeichnen. Im Durchschnitt muss man mit einer Temperatur von 28 Grad rechnen, die einem in der Stadt auch etwas heißer vorkommen können. Auch wenn viele Denpasar als hektischen Durchzugsort kennen, so findet man dennoch genügend Stoff für eine To-Do-Liste mit Tempeln, Museen und Palästen.

Die Geschichte Balis an einem Ort vereint

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall das Bali Museum („Museum Negeri Propinsi Bali”). An dieser Stelle, wo sich einst der königliche Palast von Denpasar befand, erwartet die Besucher heute ein breit-gefächerter Überblick über die balinesische Kultur. Der Palast wurde zwar beim Einfall der Niederländer zerstört, doch besann man sich des architektonischen Erbes und errichtete an dieser Stelle verschiedene Pavillons im traditionellen Baustil des Landes.
Heute widmet sich jeder dieser Pavillons einem speziellen Thema – balinesische Geschichte von prähistorischer Zeit bis heute, Textilkunst und Bronze- und Holzartefakte, Theatermasken und Musikinstrumente als Symbole balinesischer Vorführkunst sowie rituelle Artefakte des Hinduismus.

Zu finden ist das Bali Museum nahe dem zentralen Platz von Denpasar und Herzen des Stadtkernes – dem Puputan Platz („Taman Puputan”). Eine traurige Geschichte, die jedoch ein Symbol für den unbesiegbaren Stolz der Einheimischen ist, liegt diesem Namen zugrunde. „Puputan” bezeichnet den ritualisierten Massenselbstmord der balinesischen Königsfamilie, die sich lieber das Leben nahm, als sich der niederländischen Kolonialmacht zu unterwerfen.

Diorama der Unabhängigkeit

Ein weiteres Denkmal für derart aus dem Leben geschiedene Einheimische befindet sich im Lapangan Puputan Margarana – einem idyllischen Park inmitten des Regierungsviertels Renon im Osten von Denpasar. Das „Bajra Sandhi Monument” gilt als imposantes Andenken an den Kampf um die indonesische Unabhängigkeit. Bereits von Weitem sieht man das 45 Meter hohe Bauwerk, das an einen Tempel erinnert, in den Himmel ragen. Acht Eingänge ermöglichen dem Besucher den Zutritt in das moderne Heiligtum, das auf drei Etagen zu begeistern weiß. Etage 1 widmet sich in einer Ausstellung der generellen Information über das Monument und seiner Vorgeschichte. Auf zweiter Ebene tritt man schließlich in die Welt eines beeindruckenden Dioramas ein, das Szenen des balinesischen Kampfes um die Unabhängigkeit präsentiert. Zu Beginn reist man in die Zeit des balinesischen Königreiches, schreitet dann durch Hinduismus und niederländische Kolonialzeit bis in die Jetztzeit. Dabei erhält der Besucher einen faszinierenden Überblick über das Sozialleben der Balineser und wie es sich über die lange Zeit gewandelt hat. Im dritten Stock endet dann schließlich die Reise mit einem umwerfenden Panorama-Blick über die Dächer von Denpasar.

Bezaubernd ist auch der Satria Palast an der Jl. Veteran Denpasar. Der Palast mit den königlichen Tempeln bietet eine Bühne für traditionelle balinesische Tänze. Regelmäßig werden hier zu Festtagen auch farbenfrohe Zeremonien abgehalten.

Kulturelle Verschmelzung beim Bali Art Festival

Regelmäßig im Juni werden die Straßen von Denpasar von Musik und Tänzen erfüllt. Dann findet nämlich das Bali Art Festival statt, das einen Monat lang kulturelle Darbietungen, Kunstgegenstände aus traditioneller Handarbeit, Ausstellungen und farbenfrohe Trachten in den Mittelpunkt stellt. Alle Kulturen der Umgebung finden sich dann in Denpasar zusammen und schaffen Bewusstsein für ihre alten Traditionen – eine einmalige Chance, den kulturellen Reichtum Balis an einem Ort zu erleben.

Auch wenn sich Denpasar als Großstadt präsentiert, so ist doch vieles zu Fuß erreichbar. Wenn es aber doch zu weit wird, dann empfiehlt sich die Fortbewegung in einem Taxi oder einem Bemo. Letzteres ist eine Art Minibus, der eine festgelegte Route fährt. Durch zuwinken kann man zusteigen. Hierfür sollte man allerdings auch eine gute Portion Geduld mitbringen, denn mit der Zeit wird es nicht so genau genommen. Bemos fahren oft erst ab, wenn genügend Passagiere Platz genommen haben. Taxis sind also nicht nur komfortabler, sondern auch schneller und nicht selten sogar günstiger. Der Preis einer Fahrt sollte allerdings auch hier vor dem Einsteigen ausverhandelt werden.

Wenn es mal weiter raus gehen sollte, sind auch Busse eine mögliche Alternative. Vom Busbahnhof Ubung verkehren Linien nach Jakarta, Bandung, Surabaya und Yogyakarta. Nach Zügen sollte man jedoch keine Ausschau halten – auch Denpasar verfügt über keine Zugverbindungen.

Ein erholsamer Ausflug an den Strand

Sehenswürdigkeiten im Umland sind etwa Ubud mit seinem Heiligen Affenwald oder die Schildkröteninsel Serangan, etwa 3 Kilometer südlich von Sanur. In jenem Sanur, einem traditionellen Badeort 15 Minuten östlich von Denpasar, findet man Erholung auf wunderschönen Stränden. Hier kann man außerdem Boote mieten, Kitesurfen und die Strandpromenade entlang schlendern, wo einem Holzschnitzereien, Windspiele und Batik-Textilien angeboten werden. Jeden Juni findet hier außerdem ein farbenprächtiges Flugdrachenfestival statt. Sanur gilt seit jeher auch als Platz ritueller Reinigungen und Schlusszeremonien bei Totenverbrennungen. Mit etwas Glück können Sie einem solchen Ritual beiwohnen und den traditionellen Zauber verspüren, den Bali weiterhin stolz aufrecht erhält.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Denpasar!

Denpasar / Indonesien
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Wohlbekannte Infos zu Fernreisen

Behandeln Sie die Bewohner vor Ort stets mit der notwendigen Anerkennung. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls lokale Gepflogenheiten.

Handeln Sie verantwortungsfreudig: Den Kohlendioxid-Ausstoß Ihres Fluges können Sie neutralisieren, beispielshalber bei myclimate aus der Schweiz. Drosseln Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Verzichten Sie auf entbehrlichen Verpackungsmüll. Befürworten Sie kleinere Familienunternehmen anstatt Großkonzerne.

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