Hintergrundbild: © Jonathan McIntosh (modified by UI) - CC BY 2.0

Die vielen Seiten einer Mega-City

Jakarta, Indonesien

Mega-Auswüchse verzeichnet die Hauptstadt und Millionen-Metropole.

Sie gilt nicht von ungefähr als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes und trägt den Titel der größten Stadt Südostasiens mit mächtiger Überlegenheit. Flirrende Hektik ist in dieser Mega City deutlich spürbar, die von den Einwohnern in Anlehnung an den New Yorker „Big Apple” liebevoll „Big Durian” (Durian = eine regionaltypische Stinkfrucht) genannt wird. Nach Jakarta fährt man nicht zum Entspannen, sondern um etwas zu sehen.

Big Durian in Bewegung

Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt verfügt Jakarta mit dem Soekarno-Hatta Airport – etwa 20 km nordwestlich von Jakarta – über einen bedeutenden internationalen Flughafen. Die Regionalbahn bewegt sich auf keinem großen Schienennetz, ist oft stark überbesetzt und kämpft mit sich häufenden Ausfällen. Deswegen ist das Hauptfortbewegungsmittel des öffentlichen Verkehrs der Bus. Zahlreiche Taxis, die hier relativ kostengünstig ihre Kilometer abspulen, bieten sich jenen an, die lieber mit weniger Körperkontakt reisen.

Armut und Reichtum leben hier Tür an Tür und einem Großstadt-Moloch entsprechend, ist die Luft nicht unbedingt für Sauerstoff-Therapien geeignet.

Das Thermometer zeigt auch nachts selten weniger als 20 Grad an, mit schwüler Hitze und häufigem Regen ist das ganze Jahr über zu rechnen. Und weil Jakarta am Mündungsufer des Ciliwung-Flusses liegt, sind Überschwemmungen hier keine Seltenheit.

Was das Shoppen angeht, hat sich Big Durian bereits am Westen orientiert. Riesige Shopping Malls und zahlreiche Supermärkte bieten mittlerweile europäischen Standard. Neben dem Wirtschaftszentrum des Landes ist Jakarta aber auch eine wichtige Instanz in der Auseinandersetzung mit der kulturellen Vergangenheit. Zahlreiche Museen halten das Bewusstsein auf dieser Ebene aufrecht. Wer sich an die Geschichte und Tradition des Landes annähern möchte, wird in Jakarta also mehr als genügend Stoff finden.

Der kleine Ursprung einer großen Stadt

Kota, die kleine Altstadt, besticht mit restaurierten Gebäuden aus der Kolonialzeit. Wie etwa das Jakarta History Museum mit archäologischen Ausgrabungen, Waffen und Möbeln der Kolonialzeit sowie der als Fruchtbarkeitssymbol geltenden bronzenen Kanone „Si Jagur”. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Wayang Museum, das sich dem traditionellen Puppentheater widmet. Entlang des Großen Kanals mit den holländischen Warenhäusern spaziert man zur über 200 Jahre alten Hühnermarktbrücke, der letzten verbliebenen Zugbrücke, bis man schließlich vom Aussichtsturm an der Kanalmündung den Blick über die Häuserzeilen zum Segelhafen schweifen lassen kann. Der „Sunda Kelapa” ist heute der weltweit größte existierende Hafen für Lastensegelschiffe. Von hier treten die hölzernen Segel-Oldtimer immer noch regelmäßig ihre Reisen über das südchinesische Meer und die malaiische Inselwelt an.

Südlich des Hauptbahnhofs öffnet das alte chinesische Viertel „Glodok” mit dem bedeutendsten chinesischen Tempel der Stadt, dem „Jin De Yuan”, seine Pforten. An religiösen Feiertagen versammelt sich die chinesische Community in diesem reichlich mit Porzellanfiguren verzierten Haus der Götter.

Hoch hinaus geht es auf dem Unabhängigkeitsplatz, wo das Nationaldenkmal „Monas” – ein über 130 Meter hoher Turm – eine goldene Flamme in den Himmel reckt. Von seiner Aussichtsplattform lässt sich die Großstadt ansatzweise überblicken. Westlich des Platzes gibt das Nationalmuseum einen Einblick in Volksbrauchtum, Kunst, Archäologie und geographische Besonderheiten des Landes. In nordöstlicher Richtung bietet die Istiqlal-Moschee als größte Moschee Südostasiens Raum für 120.000 Gläubige. Etwas weiter östlich vom Unabhängigkeitsplatz befindet sich das Bharata Theater, das sich dem traditionellen Javanischen Volkstheater – wie etwa dem Wayang Orang – verschrieben hat.

Meeresbrise, Little Indonesia und die wilden Tiere

Fröhliches Lachen erfüllt den nördlichen Teil Jakartas, wo der größte Vergnügungspark Südostasiens, der Taman Impian Jaya Ancol, für Spaß und Action garantiert. Aufgrund der direkten Lage am Meer geizt er nicht mit Möglichkeiten zum Baden und Wakeboarden. Auch das Festland hat es in sich: eine Gondelbahn, ein Golfplatz, eine Bowlingbahn, ein Aquarium mit Haifischbecken und Glastunnel – sogar ein Freilicht-Theater und ein Kunstmarkt sorgen für schöne Stunden. Und mit dem „Dunia Fantasi” verfügt man über eine Art indonesischen Rummelplatz mit Riesenrad, Karussell, Hochschaubahn und noch so einigem mehr.

Ganz Indonesien an einem Fleck – derart komprimiert kann man die traditionellen Hausbauformen der verschiedenen Provinzen im Themenpark „Taman Mini Indonesia Indah” bewundern. Rund um einen See im Südosten der Stadt hat man die regional-typischen Hütten im Miniformat nachgebaut. Eine Gondelbahn ermöglicht zudem einen Blick aus der Sicht der Vögel.

Ein Refugium im Lärm der Großstadt ist der Ragunan Zoo südlich des Stadtzentrums. Über 400 Tierarten – vornehmlich solche, die Indonesien als ihre Heimat sehen – bringen den Puls wieder in eine Ruhephase. Orang Utans, Sumatra-Tiger, Anoas oder Komodo-Warane zeigen den tierischen Reichtum Indonesiens. Und der Zoo-eigene See lädt zu entspannenden Bootsfahrten inmitten dieser Tieransammlung ein.

Die Ruhe im Meer finden

Noch idyllischer ist allerdings die freie Natur. Ausgangspunkt: Die Bucht von Jakarta. Vom Hafen in Ancol geht es mit dem Schnellboot zu den nahegelegenen Kepulauan Seribu, den 1.000 Inseln. Dieser Meeresnationalpark ist für seinen Reichtum an Korallen und Pflanzen bekannt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten machen einen Island-Hopping-Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis: eine Festung, eine Ruine eines holländischen Forts, ein Schiffswrack, ein Friedhof aus dem 18. Jahrhundert, ein Vogelschutzgebiet, eine Schildkröten-Aufzuchtstation, Delfinshows und prächtige Korallengärten. Diverse Restaurants, Bungalows und Hotels haben sich dem Wohl der Urlauber verschrieben.

Zurück auf dem Festland erwartet den Besucher ein unglaublicher Reichtum an kulinarischen Genüssen. Natürlich werden auch in Jakarta an jeder Ecke die mobilen Garküchen angeworfen und exotische Street Food-Köstlichkeiten zum geringen Preis an den Hungrigen gebracht. Doch auch was die Restaurants betrifft, braucht sich die indonesische Hauptstadt nicht zu verstecken.  Neben heimischer Küche findet man auch ausgezeichnete indische oder japanische Restaurants. Selbst auf Deutsche Biergasthöfe mit Leberkäse und Kasseler im Angebot braucht man nicht zu verzichten.

Weltoffenheit ist in Jakarta kein Fremdwort. Sie gehört zum täglichen Leben wie die Erdnuss-Sauce zum Sate.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Jakarta!

Jakarta / Indonesien
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Allgemeine Urlauberinfos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die ansässigen Menschen immer mit Respekt. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf lokale Gepflogenheiten.

Urlauben Sie gewissenhaft: Die CO2-Emission der Flugreise kann man ausbügeln, beispielshalber bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Drosseln Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit weniger Duschen). Vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll. Supporten Sie kleine Gewerbetreibende an Stelle von großen Unternehmen.

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