Hintergrundbild: © Brianna Laugher (modified by UI) - CC BY-SA 2.0

Tausend Inseln mit ebenso vielen Urlaubsmöglichkeiten

Kepulauan Seribu, Indonesien

Ein kleines Inselreich in der großen Insel-Ansammlung Indonesiens: „Kepulauan Seribu” – die „tausend Inseln” – sagen die Einheimischen zu dem Gebiet aus Wasser, Felsen und Sand in der Javasee, aus dem dutzende Erhebungen über den Meeresspiegel ragen.

Tausend mag zwar übertrieben sein, doch so viele zu erkunden, wäre ohnehin recht schwierig. Da reichen auch schon rund 130 Exemplare, die von winzig und unbewohnt bis hin zu dicht besiedelt und mit einer kleinen Infrastruktur gesegnet alle Formen abdecken.

Sommerfrische für Großstadtflüchtlinge

Alles spielt sich in der Nähe von Jakarta ab – zwischen 15 und 60 Kilometern von der Küste entfernt. Gerade deswegen handelt es sich hierbei auch um einen beliebten Rückzugsort für die Einwohner der Millionenstadt. Wenn die Hitze drückt, der Smog an den Atemwegen kratzt oder einfach der Ruf der Natur lauter und lauter wird, verschafft ein Ausflug in dieses Paradies im Meer die nötige Abwechslung und Distanz.

Von Jakartas Hafen „Marina Ancol” verlassen regelmäßig Schnellboote das Festland, um Erholungshungrige in das nahe gelegene Inselparadies zu bringen. Hier findet man übrigens auch in den ansässigen Reisebüros passende Packages mit Transport und Übernachtung. Denn auch wenn sich ein Tagesausflug immer wieder auszahlt, so ist doch auch ein mehrtägiger Aufenthalt in einem der zahlreichen Ressorts möglich. Je nach Entfernung dauert eine Überfahrt zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. Eine weitere Möglichkeit bietet sich dem Reisenden im Hafen vom Stadtteil Muara Angke, wo größere aber auch langsamere Boote aus Holz den Urlauberfluss ermöglichen. Beachten Sie allerdings bei Ihrer Reiseplanung auch, dass Küstennähe in vielen Fällen auch ein stärkeres Problem mit der Umweltverschmutzung bedeutet.

Es wohnen nur einige tausend Menschen im Meeresgebiet mit einer Gesamtfläche von lediglich 12 Quadratkilometern. Die meisten von ihnen hat es auf Pulau Kelapa – die „Kokosnuss-Insel” – verschlagen, um die 15 Kilometer von Jakarta entfernt. Einige Inseln befinden sich in Privatbesitz und sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich, andere wiederum wurden aus Naturschutzgründen für Touristen gesperrt. Panjaliran Barat und Panjaliran Timur zählen zu letzteren, weil sie einen geschützten Nistplatz für bedrohte Meeresschildkröten bieten.

Was es wo zu entdecken gibt

Unterschiedliche Erscheinungsbilder, variierend in Beschaffenheit und Infrastruktur, lassen ein breites Spektrum an Vorzügen zu. Die interessantesten Sehenswürdigkeiten können Sie an folgenden Orten finden:
Pulau Bidadari, einer der bekannten Ressort-Orte, besitzt neben einfachen Bungalows, Restaurants und Wassersportangeboten (Jet Ski, Banana-Boot, Kanus) auch eine historische Festung und weitere archäologische Sehenswürdigkeiten. Die ehemalige Lepra-Kolonie wurde einst „Pulau Sakit” genannt – die „Insel der Kranken”. Heute hat man von dem ehemaligen Ort der gesellschaftlichen Verbannung einen herrlichen Blick auf das Hochhäuser-Meer von Jakarta. Besonders in der Nacht, wenn die Stadt in ihrer Lichterflut untergeht, kann man besonders schöne optische Eindrücke einfangen. Bei Pulau Cipir lagen einst eine niederländische Schiffswerft und eine Quarantänestation für Heimkehrer der Pilgerreisen. Heute verbreiten Ruinen aus der Kolonialzeit geschichtliches Flair. Nicht weit entfernt befindet sich die Friedhofsinsel Pulau Kelor. Neben Gräbern aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist hier die Ruine eines holländischen Forts aus dem 17. Jahrhundert zu entdecken. Auch Pulau Onrust war ständiger Schauplatz von Schiffsreparaturen durch die Niederländer und beherbergte eine Quarantänestation für Mekka-Pilger, außerdem ein Tuberkulose-Sanatorium. Vereinzelt gibt es immer wieder alte Mauerreste zu entdecken.

Exklusive Nachtlager und ein Meerestunnel

Bekannt als Schnorchel- und Tauchrevier ist Pulau Kotok, das auch mit hochpreisigen, exklusiven Ressortanlagen inklusive komfortablen Bungalows, Restaurants und Bars aufwarten kann. Wer auf traumhafte Strände und die Verbesserung seines Handicaps aus ist, sollte den Anker vor Pulau Bira mit seinem Golfplatz auswerfen. Eine weitere höherpreisige Ressort-Location ist Pulau Putri mit zahlreichen hochwertigen Restaurants. Außerdem kann sich der Besucher hier unter Fische und anderes Meeresgetier mischen, ohne dabei nass zu werden. Von einem gläsernen Unterwassertunnel aus, kann man die Wunderwelt des Meeres in all ihrer Pracht beobachten. Pulau Rambut hingegen, die Mangroveninsel im Süden, gilt als offizielles Vogelschutzgebiet. In der Zeit zwischen März und September finden mehr als 40 Vogelarten hier einen Rastplatz, an dem sie sich für den langen Weg nach Australien ausruhen können. Raja Pandita, einst Stammesführer der Tidung, wurde einst auf eine Insel in dieser Ansammlung verbannt. Unter seiner Führung kämpften die Tidung gegen den niederländischen Imperialismus. Pulau Tidung Besar wurde folglich nach ihm benannt. Hier starb der Volksheld, hier findet man sein Grab. Günstige Homestays und einfache Bungalows lassen auch einen längeren Aufenthalt zu.

Eine Mini-Stadt und das Naturrefugium

Dass es auch größer geht, beweist Pulau Pramuka. Dicht besiedelt von Fischerfamilien, findet man hier eine recht umfassende Infrastruktur vor. Neben Schulen, einem Hafen, einem Krankenhaus und einer Moschee findet man hier auch Lodges, die den Besuchern als Unterkunft zur Verfügung stehen. Und auf dem Fischmarkt wird der frischeste Fang präsentiert Dass man hier den Naturschutz ernst nimmt, beweisen die Schildkröten-Aufzuchtstationen, die sich am östlichen Rand befinden. Außerdem handelt es sich um einen perfekten Ausgangspunkt für einen Ausflug zur Pulau Congkak. Das glasklare Wasser und das versunkene Schiffswrack, das immer wieder kleine Haie und Stachelrochen anzieht, machen diesen Ort zu einem idealen Tauch- und Schnorchelrevier. Pulau Panjang wiederum ist der einzige Vertreter, der über eine kleine Landebahn für Propellerflugzeuge verfügt. Für Übernachtungen in den Ressorts muss man in der Regel recht tief in die Geldbörse greifen und kann dann zumeist ausschließlich auf Urlaubspakete mit Bootstransfer, Übernachtung und Vollpension zurückgreifen.

Ein großer Teil dieser Region wurde zum „Thousand Islands Marine Nationalpark“ ernannt. Prächtige Korallengärten verzeichnen regelmäßigen Besuch von der Echten Karettschildkröte, der Suppenschildkröte und von mehr als 140 verschiedenen Fischarten. Die Vegetation auf dem Land ist geprägt von Mangrovenwäldern, Kokospalmen, Pandanen, und Brotfruchtbäumen. Hin und wieder kann man eine faszinierende Begegnung mit einem Bindenwaran oder einem Netzpython machen. Wer zum Tauchen anreist, findet die beste Zeit dafür zwischen Mai und September – dann kann die Sichtweite unter Wasser auch mal ganze 15 Meter betragen. Wohin es einen auch in dieser Region verschlägt, der Zauber der Tausend Inseln weht über das gesamte Gebiet und lässt auch die Festlandeinheimischen gerne zu temporären Urlaubern im eigenen Land werden.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise in die Region Kepulauan Seribu!

Kepulauan Seribu / Indonesien
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Grundsätzliche Reiseinfos

Im Gespräch behandeln Sie die ansässigen Menschen stets mit der notwendigen Anerkennung. Achten Sie dabei auch auf landestypische Gebräuche.

Benehmen Sie sich anständig: Den C02-Ausstoß des Fluges kann man kompensieren, beispielsweise bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Reduzieren Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit weniger Duschen). Verringern Sie beim Einkaufen unnützen Verpackungsmüll. Unterstützen Sie kleine Händler statt Großunternehmer.

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