Hintergrundbild: © Luke,Ma - CC BY 2.0

Heiliger Affenwald!

Ubud, Indonesien

Eine liebliche Idylle aus Reisfeldern, kleinen Dörfern und Tempeln umgibt den Ort, der 30 Kilometer nordöstlich von Denpasar liegt.

Die höhere Lage bringt ein etwas kühleres Klima – was sich an sich ganz gut zum Abkühlen eignet, wenn einem die indonesische Hitze doch etwas zu schaffen macht.

Kunst liegt hier in der Luft. Sobald man einen Fuß in die kleine Stadt gesetzt hat, wird einem klar, dass sich Ubud den Titel „Kulturelles Zentrum Balis” mehr als verdient hat. Weit in die Vergangenheit reichen die Wurzeln der Kreativität, viele Künstler zog es hierher, um Inspiration einzusaugen. Aus Europa, aus Amerika, aus der asiatischen Nachbarschaft.

Eine Quelle des künstlerischen Handelns

Unter anderen ließ sich hier der deutsche Maler und Musiker Walter Spies nieder, die österreichische Harfenistin und Schriftstellerin Vicki Baum entdeckte eine kreative Quelle und der auf den Philippinen geborene Maler Don Antonio Blanco ließ sich von der Muse küssen. Letzterem ist das örtliche Blanco Renaissance Museum gewidmet, das sich in einem Aufsehen erregenden neo-klassizistischen Kuppelbau befindet. Blanco war zeitlebens von Dalí fasziniert, entwickelte aber schließlich seinen eigenen Stil, der heute in seinem einstigen Studio bewundert werden kann. Künstlerisch war Blanco dem weiblichen Körper verfallen – das Hauptthema seines Schaffens lässt sich somit bereits erahnen. Ubuds Straßen sind gesäumt mit Ateliers, Galerien, kleinen Läden und Ständen, die Malereien, Batik-Textilien und Holzschnitzereien zum Verkauf anbieten. Immer wieder lässt sich ein geeignetes Souvenir für zuhause finden.

Der König lässt tanzen

Unzählige Souvenirläden und Kunstshops reihen sich auf der Monkey Forest Road – einer der Hauptstraßen – nebeneinander. Restaurants und Bars gesellen sich gleich dazu. An der Kreuzung zur Jl. Raya Ubud erstrahlt der Puri Saren Palast (Wasserpalast) im historischen Glanz. Heute leben in der Residenz des letzten Königs von Ubud dessen Nachfahren und regelmäßig öffnen sie die Tore zum Innenhof, wo traditionelle Tänze aufgeführt werden.

Überhaupt ist Ubud für seine Tanzaufführungen bekannt, die sich einer großen Variation verschrieben haben. Natürlich gibt es die anmutigen Tänzerinnen, für die Bali so bekannt ist. Doch stehen hier auch weniger beschauliche aber deswegen nicht weniger beeindruckende Kriegs- und Trancetänze auf dem Programm. Die Karten zu jenen Darbietungen werden in der Regel auf der Straße verkauft. Halten Sie einfach Ausschau nach einem der vielen Kartenhändler.

Ubud erschließt sich immer mehr dem modernen Tourismus. Die Zahl der Hotel-Ressorts, Homestays und Restaurants ist im Ansteigen und bedeutet für den Besucher somit eine bessere Auswahlmöglichkeit, denn spätestens seit den 1970er Jahren entwickelte sich Ubud weg vom Rucksacktourismus hin zu einer Oase des Komforts. Was sich auch in den zahlreichen Spa- und Massageangeboten zeigt, die mit Rosenblütenbädern, Kräutergetränken und frisch gepressten Fruchtsäften zur Erholung winken.

In all dem Aufschwung lässt sich allerdings doch an einigen Ecken immer noch das traditionelle Ubud erkennen – Tempel wie der Pura Dalem („Tempel der Unterwelt“) und der Pura Gunung Lebah (Pilgerort und einer der ältesten Tempel Balis) ragen als Zeugen der Vergangenheit in den Himmel.

Das älteste Kunstmuseum Ubuds – das Museum Puri Lukisan (Palast der Malereien) – birgt Gemälde und Holzschnitzereien der Vorkriegszeit aber auch der Nachkriegszeit und der Moderne in sich.

Und das Agung Rai Kunstmuseum vereint eine Schau balinesischer und internationaler Maler mit einem anschließenden Luxus-Ressort und einem reizenden Open-Air-Restaurant.

Abenteuer Fortbewegung

Althergebracht ist auch der öffentliche Verkehr. Eine tragende Rolle spielen hier immer noch die so genannten Bemos – Kleinbusse, die ihre mehr oder weniger fixen Routen abfahren und im Bedarfsfall einfach vom Straßenrand aus heran gewunken werden können. Mit diesen Gefährten ist auch ein Ausflug ins benachbarte Denpasar möglich. Für weitere Strecken, wie etwa zum Flughafen oder auch zu anderen beliebten Destinationen in der näheren Umgebung, stehen allerdings auch Busse am eigenen Busbahnhof bereit. Etwas entfernter vom Stadtzentrum befindet sich der Heilige Tempelkomplex Goa Gajah – auch als Elefantenhöhle bekannt. Es ist ein gar mystischer Ort, wo bedrohliche Fratzen und Dämonen in die Felswände gehauen wurden um böse Geister zu vertreiben. Die Hauptfigur, die über dem Eingang prangt war vermutlich ein Elefant und als solcher Namensgeber für die Tempelanlage, die sogar einen Badetempel mit einschließt.

Glücklich ist, wer unter Affen lebt

Neben dem botanischen Garten nördlich der Stadt ist es aber vor allem der Heilige Affenwald, auf dem der Ort seine Beliebtheit aufgebaut hat. Mehr als 340 Affen haben südlich der Stadt ihr Paradies inmitten über 100 verschiedener Baumarten gefunden. Sie lassen sich in erster Linie der Gattung des Javaneraffen zuordnen, der auch unter dem Namen Langschwanzmakak oder Krabbenesser bekannt ist. Im indonesischen Glauben verspricht man sich Glück, wenn man sich unter Affen begibt. Am südlichen Ende der Monkey Forest Road befindet sich der Eingang in das geheimnisvolle Affenreich, das auch den mystischen Hindutempel-Komplex „Pura Dalem Agung Padangtegal” miteinschließt. Zu der Anlage gehören ebenfalls ein Kremationstempel, Dämonenstatuen und ein Badetempel, der von einer heiligen Quelle gespeist wurde. Vorsichtig sollte man sein, wenn man Essbares mit sich trägt. Bei dem Gedanken an eine köstliche Mahlzeit, kann bei manchem Affen schon mal die Höflichkeit versagen, beziehungsweise eine diebische Ader freigelegt werden.

Wer angesichts solch krimineller Energie unrund wird, sollte sich an einen Einheimischen wenden, der einen gern in die große Kunst des Yoga und der Meditation einweiht. Denn auch das wird in Ubud groß geschrieben und macht den Ort zu einem Reiseziel, das sich in mehrfacher Hinsicht auszahlt.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Ubud!

Ubud / Indonesien
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Allgemeine Urlauberinfos

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