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Ein Durchzugsort, der seine Helden ehrt

Surabaya, Indonesien

Zwei mächtige Tiere schmücken das Wappen Surabayas – ein Hai („Sura”) und ein Krokodil („Baya”). ntent

Der Legende nach wurde die Stadt an der Nordostspitze der Insel Java an der Stelle errichtet, wo einst ein Kampf zwischen den beiden Giganten stattfand. Heute ist Surabaya die zweitgrößte Stadt Indonesiens und mit seinen imposanten Werftanlagen die zweitwichtigste Schiffsanlegestelle des Landes. Ankunft, Beladung und Abfahrt der riesigen, hölzernen Lastensegler sind immer ein beeindruckendes Schauspiel. Auch wenn die meisten Einwohner dem Islam angehören, ist Surabaya dennoch ethnisch sehr durchmischt. Die Mehrheit der jüdischen Gemeinde Indonesiens lebt in Surabaya, wo auch eine der zwei Synagogen des Landes ihre Tore zum Gebet offen hält.

Einheit der Kontraste

Ähnlich wie Jakarta, trägt auch Surabaya ein Bild massiver Gegensätze in sich – Arm und Reich leben Tür an Tür, das soziale Gefälle ist allgegenwärtig. Nichtsdestotrotz ist die Kriminalität weit unter dem Durchschnitt indonesischer Großstädte, was die Metropole gar etwas angenehmer als die Hauptstadt macht. Moderne Shopping Malls, schicke Villen und gehobene Restaurants teilen sich das Stadtgebiet mit Kolonialbauten im alten Stil und einfacheren Behausungen aber auch Wellblechhütten.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 27 Grad ist in Surabaya das ganze Jahr über kein Frieren angesagt. Besonders warm wird es im Oktober und November, wenn das Quecksilber auf 36 Grad klettert. Allerdings herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit vor und von Dezember bis März wird der Regenschutz zu einem unverzichtbaren Accessoire.

Besonders die Lage zwischen Bali und Jakarta macht Surabaya zu einem viel angesteuerten Durchzugsort, an dem es sich aber lohnt, auch mal länger zu verweilen. Der örtliche Juanda International Airport hält hier die Bewegungen der Reisenden im Fluss.

Kochtopf-Abenteurer müssen allein schon wegen „Rujak Cingur” einen Zwischenstopp einlegen. Das regionaltypische Gericht aus Nasen- und Lippenfleisch vom Rind wird mit Reiskuchen und Früchten in einer süßlich-scharfen Sauce serviert und zählt unbestritten zu Surabayas kulinarischen Aushängeschildern.

Auf den Spuren zur Unabhängigkeit

Spricht man von den Sehenswürdigkeiten der Stadt, so darf das Monumen Kapal Selam „Monkasel” nicht fehlen. Nördlich des Stadtzentrums eröffnet das stillgelegte russische U-Boot, das einst seinen Dienst für die indonesischen See-Streitkräfte verrichtete, Besuchern sein Innenleben. Im Torpedoraum oder auf der Kommandobrücke lässt sich die historische Vergangenheit dieses Symbols des indonesischen Widerstandes erschnuppern.

Ebenso in die Gruppe der Nationaldenkmäler fallen das Hotel Majapahit, wo 1945 zum ersten Mal die indonesische Flagge gehisst wurde und das über 40 Meter hohe Heldendenkmal „Tugu Pahlawan” – simpel gestaltet aber deswegen nicht weniger eindrucksvoll. Es erinnert an die gefallenen Einwohner Surabayas, die besonderen Einsatz gegen die unterschiedlichen Besatzungsmächte gezeigt und damit maßgeblich zur Unabhängigkeit Indonesiens beigetragen hatten. Ihrem Einsatz verdankt Surabaya den Beinamen „Heldenstadt”. Ein Museum zu Füßen des Monuments blättert in den Büchern der Geschichte und führt durch eine dunkle Vergangenheit.

Historische Bedeutung ist ebenso der Roten Brücke („Jembatan Merah”) einzuräumen. Einst trennte sie die europäische Bevölkerung der Stadt, die Niederländer, von den einheimischen und bereits ansässigen Ethnien und markierte mit ihrer Umgebung das Zentrum Surabayas.

Ein Gruß aus China und dem Orient

Bewegt man sich von der Brücke Richtung Osten, gelangt man in das geheimnisvolle Chinatown von Surabaya. Neben dem ältesten buddhistischen Tempel der Stadt und diversen Teehäusern ist es vor allem auch der Nachtmarkt mit seinen kulinarischen Spezialitäten und den hin und wieder stattfindenden kulturellen Vorführungen, der Surabaya ein gänzlich anderes Gesicht verleiht. In eine ebenso interessante Richtung führt das Araberviertel Sasak, nordwestlich von Chinatown. Arabische Musik, Schleier, Teppiche, Nüsse und Datteln lassen das Bild eines orientalischen Bazars aus Tausendundeiner Nacht aufkommen.

Zurück im alten Surabaya, drängt sich ein besonderes Gebäude im Kolonialstil in das Blickfeld. Das House of Sampoerna bringt Besuchern die Geschichte eines der größten Zigarettenhersteller des Landes näher. Auch heute noch entstehen hier die Zigaretten mit dem süßlich-exotischen Aroma von Gewürznelken. Unter der Woche kann man den Dreherinnen zusehen, wie sie die traditionellen „Kretek” rollen, die heutzutage überwiegend in Indonesien hergestellt werden.

Tierische Begegnungen

Tierischer geht es im Süden Surabayas zu, wo der „Bonbin Surabaya“ – der regionale Zoo – die Rolle eines Besuchermagneten einnimmt. Auch wenn der Zoo sich mit der erfolgreichen Nachzüchtung der bedrohten Vogelart des Balistars verdient gemacht hat, gerät er jedoch  immer wieder in Konflikt mit Tierschützern, die die Haltungsbedingungen vom Brillenbären, vom Sumatra-Tiger oder dem Sulawesischen Hirscheber anprangern.

Wer sich etwas weiter aus der Stadt hinaus begibt, nämlich 15 Kilometer Richtung Westen, findet im Mangrovenpark Wonorejo ein Naturidyll vor, das mit seiner paradiesischen Ausstrahlung die Seele streichelt. Die typische Fauna und Flora der Mangroven eröffnet sich dem Besucher bei einer Bootstour zwischen Flusseidechsen Wasservögeln und Mangrovenbäumen. Man sagt außerdem, dass sich auch hin und wieder ein Krokodil blicken lässt.

Falls dieses Krokodil Boxhandschuhe trägt, sollte man allerdings auch nach einem Hai Ausschau halten.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Surabaya!

Surabaya / Indonesien
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Beiläufige Urlauberinfos

Treffen Sie die ansässigen Menschen immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls regionale Traditionen.

Handeln Sie anständig: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug kann man wiedergutmachen, zum Beispiel bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Reduzieren Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzer Abduschen). Verzichten Sie auf entbehrlichen Plastikmüll. Supporten Sie lokale Kleinhändler und nicht internationale Multis.

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