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Wandern bei den Bergvölkern im Norden Thailands

Trekking in Thailand

Eine abwechslungsreiche Mischung aus Kulturerleben hautnah, sportlicher Betätigung, wilder Natur und abenteuerlicher Action bietet eine Trekking-Tour zu den im Norden Thailands lebenden Bergvölkern.

Ausgangspunkt für diese Unternehmung ist die Provinz Chiang Mai im nördlichen Thailand. In Chiang Mai gibt es Dutzende Anbieter solcher Trekking-Touren wobei deren Länge zumeist fünf Tage oder kürzer beträgt.

Gereist wird mit dem Reiseleiter und einer Gruppe von bis zu 12 Personen. Zu einem typischen Programm einer mehrtägigen Tour gehören Wandern, Rafting auf Bambusflößen und ein Elefantenritt. Übernachtet wird in den Dörfern der Bergvölker. Gerade für Reisende, die aufs Geld achten müssen, ist es ein Vorteil, dass für die Zeit während der Tour die Kosten für Übernachtungen und Verpflegung entfallen.

Dafür muss man ich auf das Leben ohne Strom, fließendes Wasser, bequemes Bett und mit einfachsten Sanitäranlagen einstellen. Das einmalige Erlebnis, das Leben der Bergvölker inmitten des grünen Nordens Thailands kennenzulernen, entschädigt jedoch allemal für ein paar Tage Verzicht auf den gewohnten Komfort. 

Die Bergvölker

Im Goldenen Dreieck von Thailand, Burma und Laos im Norden Thailands leben an die 500.000 Mitglieder von Bergvölkern. Viele dieser Stämme sind in der Provinz Chiang Mai angesiedelt. Sie leben in Dörfern, von denen manche nahe aneinander liegen. Die Bergvölker sind aus diversen Regionen von Asien nach Nordthailand eingewandert und haben daher einen unterschiedlichen kulturellen, ethischen und sprachlichen Hintergrund. Die größten Völker in Chiang Mai - die Karen, Akha, Lahu, Lisu, Meo und Yao – kommen ursprünglich aus China und sind inzwischen zu einer touristischen Attraktion geworden. Die Bergdörfer betreiben schon seit Jahrhunderten Brandrodung. Um Ackerfläche für die landwirtschaftliche Nutzung verfügbar zu machen, verbrennen sie Wald.

Angebaut werden zum Beispiel Opium, Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln, Bohnen und anderes Gemüse. Die Karen bauen keinen Opium an und konsumieren diesen auch nicht. Dafür brennen sie aus Mais und Reis Schnaps. An Tieren für den Eigengebrauch werden in den Dörfern Hühner, Schweine, Kühe und Rinder gehalten. Die Karen züchten zwar Schweine, essen sie aber nicht, sondern verkaufen sie an die Lahu. Die Bergvölker gehören einem animistischen Glauben an, glauben also an die Seele der Natur, an Geister und betreiben Ahnenkult.

Das Leben in den Bergvölkern macht den Eindruck, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Inmitten von Wald und Reisfeldern stehen auf Pfählen stehende Bambushütten, in denen die Dorfbewohner leben. Zu hören sind lediglich die Geräusche des Dorflebens und der herumlaufenden Tiere. Ein idyllisches Leben im Einklang mit der Natur. Im Rahmen einer Trekking-Tour können die Dörfer der Bergvölker besucht und als Übernachtungsgelegenheit genutzt werden. Abends bereitet der Leiter für die Trekking-Gruppe Essen zu und es wird musiziert und getanzt. Der Reiseleiter sorgt neben einem leckeren Essen auch stets für abgekochtes Wasser, Tee und Kaffee. An ihn kann man sich auch wenden, wenn man mit den Dorfbewohnern kommunizieren und mehr über sie erfahren möchte.

Verhalten in den Bergdörfern

Zunächst einmal gilt: Für die Bergvölker sind Sie vermögend. Wenn Sie das Leben der Stämme kennenlernen wollen, dann tun Sie das am besten auf gleicher Augenhöhe mit den Dorfbewohnern. Wertvolle Gegenstände wie teuren Schmuck oder Kleidung sind da hinderlich – und auf einer Trekkingtour ohnehin fehl am Platz. Respektvolles und höfliches Benehmen versteht sich eigentlich von selbst, schließlich genehmigen die Stammesangehörigen ihnen Einblicke in ihr Leben und in ihre Privatsphäre, weshalb es sich auch nicht gehört, Fotos von Personen zu schießen ohne sie vorher um Erlaubnis zu fragen. Das Berühren von Gegenständen von religiöser Bedeutung ist ebenfalls unangebracht. Vielleicht haben Sie nach dem Besuch eines Dorfes das Bedürfnis den Stämmen finanziell etwas zu helfen. In diesem Fall ist es das Sinnvollste, wenn Sie der Dorfschule eine Spende zukommen lassen.

Mögliche Unternehmungen während der Trekkingtour

Bamboo-Rafting
Bestandteil fast jeder Trekking-Tour ist die Fahrt auf einem aus zusammengebundenen Bambusstangen bestehenden Floß, z.B. auf dem Fluss Mae Tang. Sitze gibt es darauf keine, die Passagiere müssen versuchen, so geht es geht im Stehen ihr Gleichgewicht zu halten. Gelenkt und von Felsen ferngehalten wird das Floß mittels einer Bambusstange vom Kapitän und unter Mithilfe der Passagiere. Auf einem Bambusfloß die atemberaubende Landschaft Thailands an sich vorbeiziehen lassen: ein einmaliges Erlebnis. Das Gepäck wird übrigens ebenfalls auf dem Floß mittransportiert, daher möglichst wasserdicht verpacken!

Elefantenreiten
Wer würde nicht einmal gerne in luftiger Höhe auf dem Rücken eines grauen Riesen durch die Dschungellandschaft Thailands reiten? Möglich ist das unter anderem im etwa eine Stunde von Chiang Mai entfernten Maetaman Elephant Camp. Früher diente es als Ausbildungsort für Arbeitselefanten. Neben einer Elefanten-Show, bei der Elefanten Kunststücke vorführen und mit dem Pinsel Bilder malen, werden hier auch Ausritte auf den Elefanten geboten. Über ein Holzgerüst können bis zu drei Personen auf den Rücken des Elefanten klettern. Der Ausflug geht mitten durch den Wald, am Fluss Mae Tang entlang und auch mal quer durch diesen hindurch. Weil so ein Elefant stacheliger ist als er aussieht und es durch wilde Natur geht: Tragen Sie lange Hosen!

Die richtige Ausrüstung

Für ein paar nützliche Reiseutensilien werden Sie unterwegs sicherlich dankbar sein, doch zu viel sollte es nicht werden, schließlich muss alles auf dem eigenen Rücken mitgeschleppt werden. Die Unterkünfte in den Hütten der Bergvölker sind einfach, weshalb eine sich selbstständig aufblasende Isomatte den Schlaf wesentlich bequemer und erholsamer macht Nachts kann es in den Bergen ganz schön kühl werden, ein warmer Schlafsack schafft da Abhilfe. Im Rucksack sollten sich an Kleidung unbedingt Regenschutzkleidung, eine Mütze sowie kurze und lange Hosen und Oberteile befinden.

In den Bergen Nordthailands werden Sie nach Sonnenuntergang froh über einen mitgenommenen Fleecepullover und eine dicke Jacke sein. Dies gilt besonders von November bis Februar, von März bis Oktober hingegen reichen ein Pullover und ein dünner Schlafsack aus. Gutes, bequemes Schuhwerk mit Profil ist selbstverständlich bei den Wanderungen durch unwegsames Gelände. Für Langschläfer empfehlen sich Ohrenstöpsel, denn in den Dörfern beginnt das Leben früh; gackernde Hühner und quiekende Schweine fungieren in den frühen Morgenstunden als Ersatz für einen Wecker. Ebenfalls nützlich sind Sonnencreme, Mückenmittel, Wasserflasche und eine Taschenlampe, um sich zurechtzufinden, denn es wird früh dunkel und Strom steht nicht zur Verfügung. Damit man sich auch später noch an den abenteuerlichen Erlebnissen erfreuen kann, die man beim Trekking bei den Bergvölkern gesammelt hat, ist ein Fotoapparat sicherlich hilfreich.

Etwas ganz Essentielles vergisst man leicht beim Planen einer solchen Reise: Toilettenpapier, denn das kann unterwegs nicht überall gekauft werden, also besser welches mitnehmen. Außer diesen wirklich wichtigen Dingen, sollte nicht viel eingepackt werden. Ihr übriges Gepäck können Sie in Ihrem Hotel in Chiang Mai lassen, wenn sie dort eine Unterkunft haben. Wichtige Papiere auf eine Trekkingreise mitzuschleppen, ist ein ziemlich gefährliches Unterfangen, besser in einem sicheren Schließfach deponieren.

Beste Reisezeit

Um eine möglichst angenehme Trekking-Tour zu erleben, ist es ratsam diese zwischen November und Februar zu unternehmen, wenn es nicht so heiß ist und wenig Regen fällt. Allerdings kann es in dieser Zeit nachts sehr kalt werden. Zwischen März und Mai hingegen ist das Wetter sehr warm mit kaum Regen, weshalb sich die Natur jedoch nicht in ihrer vollen grünen Pracht zeigt. Nicht empfehlenswert ist eine Trekking-Tour im Norden Thailands zwischen Mai bis Oktober, also in der Regenzeit. Die Böden sind in diesen Monaten aufgeweicht und matschig und das Wandern in den Bergen ist unter diesen Umständen keine sinnvolle Idee.

Genießen Sie Ihre Trekking-Tour bei den Bergvölkern in Nord-Thailand!

Text von Mona Groß

 / Thailand
Links bemerken Sie das Hintergrundfoto. Zum Vergößern einfach anklicken.

Allgemeine Infos

Behandeln Sie die ansässigen Menschen immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Achten Sie dabei auch auf die Gewohnheiten vor Ort.

Handeln Sie verantwortungsbewusst: Den C02-Ausstoß des Fluges kann man ausbügeln, beispielsweise bei der Non-Profit-Organisation atmosfair. Beschränken Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit kürzeren Duschgängen). Pfeifen Sie auf unnützen Einwegmüll. Befürworten Sie kleinere Familienunternehmen an Stelle von großen Unternehmen.

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