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Von Mérida zu den bedeutendsten Maya-Städte Mexikos

Merida, Mexiko

Mérida ist die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán.

Die Geschichte der Stadt lässt sich weit in die präkoloniale Zeit hinein verfolgen, spätestens seit dem 13. Jahrhundert gab es an dieser Stelle die Maya-Stadt T’ho, die allerdings zur Zeit der Ankunft der Spanier in Yucatán bereits verlassen war.

1542 gründete Francisco de Montejo, der Eroberer Yucatáns, auf den Ruinen von T’ho Mérida, das sich rasch zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum der Halbinsel entwickelte. Blütezeit war das späte 19. Jahrhundert, als Mérida dank des internationalen Sisal-Booms einen enormen Aufschwung erlebte.

Eine Besonderheit Meridás ist übrigens der Kalkboden, auf dem die Stadt errichtet ist: Es gibt keine oberirdischen Flussläufe, dafür aber unterirdische Wasservorkommen, Kavernen und Grotten, so genannte Cenotes.

Was Sie sehen müssen!

Mérida ist am Reißbrett geplant und eine typische Kolonialstadt mit rasterförmig angelegten Straßen, die – mit wenigen Ausnahmen – keine Namen haben, sondern Nummern; die Straßen mit geraden Ziffern verlaufen in Nord-Süd-Richtung, die mit ungeraden von Ost nach West. Im historischen Zentrum sind außerdem an vielen Straßenecken Schilder mit Bildern und dem Namen des jeweiligen Viertels angebracht. Die Einheimischen beziehen sich bei Ortsangaben häufig auf diese Straßenecken.

Zentrum der Stadt ist natürlich der Zócalo, der hier Plaza de la Independencia heißt. An ihm liegen der neoklassizistische Palacio del Gobierno, die Casa de Montejo (der Palast des Stadtgründers aus dem Jahr 1549) und die Kathedrale San Ildefonso aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ein schmuckloser, aber imposanter Bau, errichtet aus den Steinen einer Maya-Pyramide, die an dieser Stelle stand. Der Palacio Municipal befindet sich an der Ostseite des Platzes, gleich dahinter ist der Jardín del Componista, wo abends Konzerte aufgeführt werden.

Am Paseo Montejo, einer der schönsten Straßen Méridas, liegen die Prachtbauten aus der Blütezeit des 19. Jahrhunderts, so auch der Palacio Cantón, der heute das Museo Regional de Antropología beherbergt, eine der wichtigsten und schönsten Sammlungen von Maya-Kunst. Am Paseo Montejo lässt es sich auch – besonders abends – wunderbar spazieren gehen oder in einem der Lokale ein Gläschen trinken.

Ausflüge ins Umland

Mérida ist v.a. Ausgangspunkt für die Besichtigung einiger der bedeutendsten Maya-Städte Mexikos. Entlang der Ruta Puuc (Puuc heißt die Hügellandschaft südlich von Mérida) liegen u.a. Uxmal, Kabáh, Sayil, Xlapak und Labná.

Uxmal

Uxmal (der Name bedeutet „Die dreimal gebaute“) liegt rund 85km südlich von Mérida, zählt zum UNESCO-Welterbe und ist reine „Zona Archeólogica“, d.h. es gibt keinen „lebenden“ Ort an dieser Stelle. Die Geschichte der Stadt liegt großteils im Dunkeln, die heute erhaltenen Gebäude stammen aus der Zeit zwischen 700 und 1000. Wann genau und weshalb die Stadt aufgegeben wurde, ist unbekannt, es gibt keine Anzeichen für einen Zusammenbruch oder Krieg.

Gleich nach dem Eingang erhebt sich die Pirámide del Adivino (Pyramide des Zauberers). 38 Meter ist sie hoch und 118 Stufen führen zu dem Tempel auf ihrer Spitze. Bemerkenswert ist der ovale Grundriss der Pyramide. Nebenan liegt das Cuadrángolo de las Monjas, das „Viereck der Nonnen“, eigentlich ein Verwaltungsgebäude mit einem großen rechteckigen Innenhof. Auch ein Ballspielplatz gehörte zu der Anlage, hinter dem man nun zum Palacio del Gobernador gelangt. An diesem beeindruckt besonders ein Fries aus 150 Masken und reichen Ornamenten. Die einstmals größte Pyramide Uxmals, die Gran Pirámide, befindet sich hinter dem Palacio, ist allerdings bis jetzt nur teilweise rekonstruiert.

Kabáh

20km südwestlich liegt Kabáh, das über einen Sacbé, einen aufgeschütteten und gepflasterten Fußweg mit großen „Triumphbögen“ an beiden Enden mit Uxmal verbunden war. Nur wenige Bauwerke sind bislang restauriert, das bekannteste ist der Tempel der Masken mit seiner einmaligen Fassadendekoration aus 250 Masken des Regengottes Chac.

Sayil

Wenige Kilometer weiter kommt man nach Sayil, ebenfalls in der „klassischen“ Zeit erbaut. Die Anlage ist sehr weitläufig, die markantesten Bauwerke sind der dreistöckige Palacio und El Mirador, vermutlich ein Observatorium.

Xlapak ist wiederum nur 5km von Sayil entfernt. Interessantestes Gebäude hier ist ein rechteckiger Palast mit einem rundum verlaufenden Fries aus Masken und geometrischen Ornamenten.

Labná schließlich ist v.a. für den wunderbaren, reich verzierten und gut erhaltenen Arco Triunfal berühmt. Neben diesem Torbogen befindet sich ein Tempel, eine 170m lange Sacbé führt zum zentralen Gebäude der Stadt, dem mit vielen Malereien und Reliefs geschmückten Palacio.

Grutas de Loltun

Angenehme Abwechslung zu den vielen Ruinen sind die Grutas de Loltun, auch weil sie erfrischende Kühle bieten. Dieses Höhlensystem befindet sich 18km nordwestlich von Labná und war schon in prähistorischer Zeit Unterschlupf und Kultstätte. Maya-Inschriften, aber auch Spuren von Menschenopfern wurden hier gefunden.

Dzibilchaltún

Ca. 20km nördlich von Mérida liegt noch eine weitere Ruinenstätte, eine der ältesten und größten Maya-Siedlungen Yucatáns: Dzibilchaltún. Von den Bauwerken der ehemals bedeutenden Stadt ist allerdings nur der Templo de las siete Muñecas (Tempel der sieben Puppen) erhalten geblieben. Die Steine der übrigen Bauten wurden seit Beginn der spanischen Besiedlung bis in die 1930er-Jahre nach und nach abgetragen und für den Bau von Häusern und Straßen in Mérida verwendet, so dass heute meist nur mehr die Fundamente erhalten sind.

Unterkünfte, Essen und Shopping

Zu kaufen gibt es in Mérida alle Arten von Kunsthandwerk aus Yucatán, bunt bestickte Kleider und Hemden, Lederwaren und v.a. Hängematten. Das Hotelangebot ist einem touristischen Zentrum entsprechend groß und reicht in alle Kategorien. Auch Restaurants gibt es in großer Zahl, und das Essensangebot ist in Yucatán immer überaus verlockend und voller Genüsse.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Merida!

Merida / Mexiko
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Beiläufige Informationen

Während eines Gesprächs behandeln Sie die Bewohner vor Ort immer mit Respekt. Achten Sie dabei auch auf lokale Gepflogenheiten.

Urlauben Sie verantwortungsvoll: Den C02-Ausstoß des Fluges kann man ausbügeln, beispielsweise bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Drosseln Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Vermeiden Sie unnützen Einwegmüll. Fördern Sie kleinere Familienunternehmen statt Großunternehmer.

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