Hintergrundbild: © Sergio Kasusky Pech (modified by UI) - CC BY 2.0

Die Umgebung von Mexiko-Stadt zeigt völlig neue Facetten

Umgebung von Mexico City

Jardines flotantes

In Xochimilco, dem „Ort der Blumenfelder“, südlich der Hauptstadt befinden sich die berühmten schwimmenden Gärten (Jardines flotantes). Obwohl es in der Tolteken-Stadt noch immer viele Blumen und ein weit verzweigtes Kanalsystem gibt, existieren die „schwimmenden Gärten“ in der Form nicht mehr. Die Chinampas stammen noch aus der Azteken-Zeit: sie füllten Schilf- und Korbgeflechte mit Erde und bauten Pflanzen darauf an.

Xochimil Cocanals
© WP-User: Clinker - CC BY-SA 1.0
Mit der Zeit wuchsen die Wurzeln in den Seeboden, wodurch kleine fruchtbare Inseln entstanden, die heute noch gute Erträge bringen. Bereits 1984 wurden die Gärten zum Naturschutzgebiet erklärt, 1987 sogar zum UNESCO-Welterbe. Man kann sich auf den Kanälen der Chinampas in blumengeschmückten Kähnenherumfahren lassen. Kleinere Boote sorgen für Erfrischungen und musikalische Unterhaltung. Eine Rundfahrt kostet ab 75 mex$ pro Boot; ein Trinkgeld ist üblich! Am Wochenende kommen auch viele Familien aus Mexiko-City nach Xochimilco.

Parque Nacional Ixta-Popo / Popocatépetl, Ixtaccíhuatl

Südöstlich der Hauptstadt bietet sich ein interessanter Tagesausflug zum bekanntesten Berg Mexikos an. Ausgangspunkt für Besteigungen des Popocatépetl ist der Ort Tlamacas, wo es auch eine schöne Herberge samt Restaurant gibt. Die beiden erloschenen Vulkane Popocatépetl (Rauchender Berg) und Ixtaccíhuatl (Schlafende Frau) sind Teil des geschützten Ixta-Popo-Nationalparks. Die schneebedeckten Fünftausender bilden einen beeindruckenden Bergkamm, der die Hochebenen von Mexiko-Stadt und Puebla trennt.

Popocatépetl Popocatépetl - © Jakub Hejtmánek (modified by UI) - CC BY-SA 3.0

Wer den 5.452 Meter hohen Popocatépetl besteigen will, muss kein Profi-Bergsteiger sein. Es ist jedoch ratsam, sich 1-2 Tage in Tlamacas auf 4000 Meter Höhe zu akklimatisieren. Von dort führen zwei Wege zum Gipfel: Bricht man um 2 Uhr morgens auf der sog. „Las Cruces-Route“ auf, erreicht man die Bergspitze gegen Mittag und ist noch vor Sonnenuntergang wieder zurück. Die zweite Route an der Westseite des Berges ist deutlich steiler und sollte nur von erfahrenen Alpinisten begangen werden.

Aber auch diese Tour ist an einem Tag machbar. Nördlich des „Popo“ befindet sich der 5286 Meter hohe Ixtaccíhuatl, dessen Besteigung ebenfalls nur einen Tag erfordert und in etwa dem Schwierigkeitsgrad des Popocatépetl entspricht. Kalkulieren Sie je nach Jahreszeit Wetter und Schneegrenze ein!

Teotihuacán

60 km nordöstlich der Hauptstadt liegt die größte und beeindruckendste Pyramidenanlage Mexikos. Über die Erbauer Teotihuacáns ist wenig bekannt, aber man weiß, dass es eine glanzvolle Tempelmetropole, religiöses Zentrum und bedeutender Handelsplatz mit urbanem Charakter war. „Der Ort, an dem die Menschen zu Göttern wurden“, so die Übersetzung, muss zu Beginn des 8. Jhdts. gewaltsam zerstört und niedergebrannt worden sein – die Ursache ist bis heute unbekannt. Die ersten Ausgrabungsarbeiten begannen Mitte des 19. Jhdts., 1988 wurde die Ruinenstätte zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Teotihuacan Teotihuacan - flickr-User: GT-8191 (modified by UI) - Public Domain

Sehenswürdigkeiten

  • Das Kultzentrum liegt entlang einer 2 km langen und 40 m breiten Nord-Süd-Achse, von den Azteken Mic Caotli, von den Spaniern Camino de los Muertos genannt – „Straße der Toten“.
  • Am Südende der Tempelstadt liegt die Zitadelle mit dem stark zerstörten Tempel des Quetzalcóatl, dessen Fassade mit Reliefs und Skulpturen verziert ist.
  • Die 65 m hohe Sonnenpyramide (Pyrámide del Sol) war ein wichtiger Teil des Götterkults. Von ihrer Spitze hat man eine tolle Aussicht über die gesamte Anlage!
  • Von der 45 m hohen Mondpyramide (Pyrámide de la Luna) am Ende der Prachtstraße wurde nur die Vorderseite rekonstruiert. Auf dem Vorplatz wurden bedeutende Zeremonien abgehalten.
  • Der Palacio del Quetzalpapalotl (Palast des Quetzal-Schmetterlings) war die Wohnstätte des Hohepriesters und ist das prachtvollste Gebäude der Stadt.
  • Bunte Freskenmalereien im Originalzustand können in den Gebäudekomplexen Tetitla, Atetelco, Zacuala und Yayahuala außerhalb der Anlage besichtigt werden.
  • Im Tepantitla-Palast befindet sich das bedeutendste Wandgemälde Teotihuacáns, Paraíso de Tlaloc (Paradies des Regengottes Tlaloc).
  • Im südlichen Teil der Anlage befindet sich ein Museum mit Graphiken, Fotos, Ausgrabungsfunden und einem Modell der gesamten Tempelstadt.
  • Am Ende eines Besichtigungstages in Teotihuacán (täglich 9-17 Uhr) sollten Sie die „Sound and Light Show“ besuchen. Ein weiteres Highlight: Am 21. März jeden Jahres, wenn die Sonne senkrecht über der Pyramide steht, ist die Ruinenstadt voller Menschen. Viele Mexikaner nutzen die Tagundnachtgleiche für eine zeremonielle Besteigung der Sonnenpyramide, um deren Energie zu erhalten.

Tula

Die ehemalige Tolteken-Hauptstadt liegt 75 km nordwestlich von Mexiko-Stadt. Nach dem Niedergang Teotihuacáns ließen sich die Tolteken hier, im „Ort des Schilfrohres“ nieder. Die Stadt umfasst gewaltige Bauwerke sowie ausgedehnte Wohn- und Handwerksviertel. Über 200 Jahre war sie das größte religiöse Zentrum des Stammes. Erst 1938 wurde Tula wieder entdeckt; bis dahin hielt man fälschlicherweise Teotihuacán für die Hauptstadt der Tolteken. Bei Ausgrabungen wurden Haupttempel, Ballspielplätze, Zentralaltar und El Corral (Hof) freigelegt, die Hauptpyramide und der Palast erst zum Teil.

Pirâmide Tolteca de Tula Pirâmide Tolteca de Tula - © Leandro Neumann Ciuffo (modified by UI) - CC BY 2.0

Sehenswürdigkeiten

  • Der 67 x 12,5 m große Ballspielplatz (Juego de Pelota)
  • Eine Mauer aus der Azteken-Zeit (Tzompantli / „Ort der Totenköpfe“)
  • Die 10 m hohe Stufenpyramide des Quetzalcóatl („Tempel des Morgensterns“) bildet das Zentrum der archäologischen Stätte. Dort fand man vier riesige schwarze Steinskulpturen, die vermutlich das Tempeldach trugen. An der Nordseite der Pyramide befindet sich die Schlangenmauer (Coatepantli), ein gut erhaltenes Relief. Der Palacio Quemado (Verbrannter Palast)
  • In einem Museum am Eingang der Anlage (täglich 10-17 Uhr) werden lokale Fundstücke ausgestellt.

Genießen Sie Ihre Reise in das Umland von Mexiko Stadt!

Text von Mag. Birgit Mair

Mexico City Umgebung / Mexiko
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Wohlbekannte Infos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die Lokalbevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf regionale Traditionen.

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