Alle Länder
Hintergrundbild: Foto from flickr-User: SEMARNAT (modified by UI) - Public Domain
Flagge Mexiko
Touristisch noch weitgehend unberührte Gebiete

Mexiko Norden, Mexiko

Der raue, weite Norden Mexikos zählt zu den touristisch am wenigsten erschlossenen Regionen des Landes, und genau darin liegt sein Reiz. Wer Trubel und überfüllte Strandpromenaden sucht, ist hier fehl am Platz. Wer aber Wüsten, wilde Berge und endlose Horizonte mag, wird sich in Bundesstaaten wie Sonora, Chihuahua, Durango und Sinaloa schnell verlieben.

Das Landschaftsbild wird von zwei der großen nordamerikanischen Wüsten geprägt, dazu kommen über 3.000 Meter hohe Bergketten und kilometerlange, meist menschenleere Strände. Wer sich gerne abseits ausgetretener Touristenpfade bewegt, findet hier eine der ursprünglichsten Ecken Mexikos.

Eine Geschichte voller Abenteurer, Siedler und Industrie

Schon in der Kolonialzeit zog der Norden Mexikos eine bunte Mischung aus Forschern, Abenteurern, Kreolen und Jesuitenpatern an. Mit der Zeit entstanden zahlreiche Bergwerke und ausgedehnte Viehfarmen, aus denen sich eine eigenständige, robuste Lebensart entwickelte, die man in der Region bis heute spürt.

Der Nordosten tat sich mit der Besiedlung deutlich schwerer. Piratenüberfälle an der Küste und sumpfige Lagunen im Landesinneren machten es den ersten Siedlern nicht leicht, und die Ureinwohner verteidigten ihr Land zäh und ausdauernd. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts änderte sich das Bild grundlegend: Monterrey mauserte sich zu einem der wichtigsten Industriestandorte Mexikos, mit Brauereien, Glas- und Zementfabriken sowie Eisen- und Stahlwerken.

Interessant ist auch der Einfluss aus dem Norden: Die spanische Krone lockte einst mutige Siedler mit riesigen Ländereien in die karge Gegend, und die vergleichsweise lockere Einwanderungspolitik Mexikos brachte in der Folge auch viele US-Bürger hierher. Die Menschen im Norden gelten deshalb bis heute als besonders eigenständig und anpackend, ihr Alltag wird nach wie vor stark von Vieh- und Landwirtschaft sowie vom Fischfang geprägt.

Wildnis für alle, die es aktiv mögen

Außerhalb der mittlerweile recht dicht besiedelten Zentren beginnt die eigentliche Wildnis, und genau die zieht Abenteurer magisch an. Besonders beliebt ist das Canyongebiet der Sierra Tarahumara, wo man zu Wasserfällen und alten Jesuitenklöstern wandern, reiten oder mit dem Geländewagen unterwegs sein kann. Weiter östlich warten archäologische Fundstätten, verschlafene Dörfer und Weingüter mitten in der Wüste darauf, entdeckt zu werden.

Auch Kanufahren und Klettern erfreuen sich in der Region wachsender Beliebtheit. Die Entfernungen sind mitunter beachtlich, und eine touristische Infrastruktur, wie man sie aus anderen Teilen Mexikos kennt, darf man hier nicht erwarten. Wer sich darauf einlässt, wird mit Landschaften belohnt, die man so schnell nicht vergisst. Als besonders angenehme Reisezeit empfiehlt sich der Herbst, wenn die größte Hitze vorbei ist, die Tage aber noch lang und meist sonnig sind.

Paquimé: Die bedeutendsten Ruinen Nordmexikos

Die Überreste der alten Oasenkultur von Paquimé, auch als Casas Grandes bekannt, gelten als die wichtigsten archäologischen Ruinen im Norden Mexikos. In der Nähe wird noch heute die berühmte Mata-Ortiz-Keramik von Hand gefertigt, ein schönes Mitbringsel für alle, die es kunstvoll und authentisch mögen.

El Pinacate: Mondlandschaft mitten in der Wüste

Im Gran Desierto del Altar liegt mit El Pinacate ein Biosphärenreservat, das seinesgleichen sucht. Nirgendwo sonst auf der Welt findet man eine derart hohe Konzentration an Vulkankegeln und Kratern auf so engem Raum, weshalb die Gegend gerne mit einer Mondlandschaft verglichen wird. Die Sonora-Wüste, die trockenste und heißeste der vier großen nordamerikanischen Wüsten, überrascht dabei mit einer erstaunlichen Vielfalt an Kakteen.

Sonoras einsame Strände

Wer glaubt, Mexikos Strände seien alle überlaufen, war noch nicht in Sonora. Hier reihen sich einsame Sandstrände aneinander, die zum Schnorcheln, Tauchen und Hochseefischen einladen, ganz ohne Liegestuhl-Gedränge und Cocktail-Verkäufer.

Sierra Tarahumara und die Kupferschlucht

Die Sierra Tarahumara, besser bekannt unter dem Namen Barranca del Cobre oder Kupferschlucht, gehört zu den beeindruckendsten Naturschauspielen Mexikos. Hier warten spektakuläre Schluchten, verlassene Minen, alte Herrenhäuser aus dem frühen 20. Jahrhundert sowie Höhlenbehausungen der indigenen Bevölkerung darauf, erkundet zu werden. Wer eine Vorstellung von der Weite und Wildheit des mexikanischen Nordens bekommen möchte, ist hier goldrichtig.

Cuatrociénegas: Türkise Becken in der Chihuahua-Wüste

In der Chihuahua-Wüste liegt mit Las Pozas de Cuatrociénegas ein echtes Naturwunder. Hunderte unterirdische Mineralquellen speisen hier kristallklare Becken, Lagunen, Flüsse und Salzsümpfe, die inmitten der Wüste wie eine Fata Morgana wirken. Wanderungen durch die umliegenden Gipsdünen lassen sich hervorragend mit einem erfrischenden Bad in den Mineralbecken kombinieren, ein echter Kontrastgenuss zwischen Hitze und kühlem Nass.

Reserva de la Biosfera El Cielo

Ein echter Überraschungsgast im trockenen Norden Mexikos ist die Reserva de la Biosfera El Cielo. Auf engstem Raum treffen hier tropischer Regenwald, Nebelwald, Kiefern-Eichen-Wälder und immergrüner Wald aufeinander, eine Vielfalt an Ökosystemen, die man in dieser kargen Region kaum erwarten würde. Das unter Naturschutz stehende Gebiet ist Rückzugsort für zahlreiche Wildtiere und zugleich ein unverzichtbarer Wasserlieferant für die Landwirtschaft im Osten und Südosten des Landes.

Der Norden Mexikos ist kein Ort für spontane Wochenendtrips mit Alles-inklusive-Programm, sondern für Reisende, die Weite, Ursprünglichkeit und ein bisschen Abenteuer suchen. Wer sich auf die Entfernungen und die eher schlichte touristische Infrastruktur einlässt, wird mit Landschaften und Eindrücken belohnt, die man so kein zweites Mal findet. Wir wünschen viel Freude und unvergessliche Momente auf Ihrer Reise in den Norden Mexikos!

Unterkünfte

💶 Wechselkurs 💳
1 EUR = 20,31 MXN (Mexikanischer Peso)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 17:13 Uhr MEZ
Links daneben sichten Sie das verkleinerte Titelfoto. Für eine größere Darstellung bitte anklicken.

Wohlbekannte Informationen

Behandeln Sie die lokale Bevölkerung stets mit dem nötigen Respekt. Achten Sie dabei auch auf regionale Traditionen.

Handeln Sie anständig: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug kann man wiedergutmachen, beispielsweise bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Drosseln Sie Ihren Wasserverbrauch (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Pfeifen Sie auf unnützen Plastikmüll. Befürworten Sie lokale Kleinhändler anstatt Großkonzerne.