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Bedrohter Schatz

Amazonas Gebiet, Brasilien

Mächtig und ruhig schlängelt sich der Amazonas, wasserreichster Fluss der Welt, durch Brasilien und den nördlichen Teil Südamerikas: Ein Fluss der Geschichte geschrieben hat und Reisende seit jeher fasziniert

Über 6.000 km ist der Amazonas lang und er hat die Geschichte des gesamten Kontinents nicht unbedeutend beeinflusst. An manchen Stellen mehrere Kilometer breit durchzieht er stolz die brasilianische Provinz Amazonas und gliedert sich in zahlreiche Seitenarme und Flussdeltas. Doch nicht nur der Amazonas selbst ist ein weltweites Unikum, auch die tropischen Regenwälder des Gebietes bergen zahlreiche ungelüftete Geheimnisse. Mysteriöse Arten von Pflanzen und Tieren, von der Außenwelt teilweise unberührte indigene Völker und die tropisch-endlose Feuchtigkeit mit ihren Farben und Formen gelten als geheime Schätze ganz Südamerikas und vor allem Brasiliens. Die Wälder des Amazonas machen ein Drittel der weltweit noch vorhandenen Regenwaldgebiete aus und spielen eine lebenswichtige Rolle im fragilen weltweiten Klimakreislauf und Ökosystem. Mit zig tausenden verschiedenen Tierarten und exotischen Pflanzen gehört das Gebiet zu einem faszinierenden Wunderwerk der Natur, das weltweit einzigartig ist. Lianen, Schmetterlinge, hunderte Frosch- und Vogelarten, Riesenpflanzen, undefinierbare Farben und Lichtreflexe kombiniert mit tropischer Hitze, die sich sonst nur in Südostasien finden lässt, fasziniert es Abenteurer und Naturliebhaber gleichermaßen. Hypnotisch schön sind auch die Seitenarme des Hauptflusses wie der Rio Negro, der Madeira, Tapajos und andere kleinere Deltas. Über 1.500 verschiedene Fischarten, aber auch Krokodile und Schlangenarten leben noch im Amazonas, davon sind einige auf Grund von Verschmutzungen vom Aussterben bedroht.

Klima und beste Reisezeit

Im Amazonasgebiet herrscht tropisches, feucht-heißes Klima vor und das Jahr wird in Trocken- und Regenzeit unterteilt. Die Trockenzeit dauert von Juli bis Dezember, allerdings muss man auch in diesen Monaten immer wieder mit Regengüssen – vor allem am Nachmittag und Abend -  rechnen. Die Temperaturen liegen in dieser Zeit konstant bei etwa 31 bis 33 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, daher empfinden Reisende das Wetter auch oft als äußerst schwül. Von Januar bis Juni ist Regenzeit, pro Monat fallen dann etwa 170 bis 310 mm Niederschlag. Die Temperaturen sind ähnlich hoch wie in der Trockenzeit, die Sonnenstunden allerdings wesentlich geringer.

Das Wasser erreicht seinen Höchststand meistens zwischen Mai und August, diese Zeit ist daher für eine Flusskreuzfahrt sehr gut geeignet. Außerdem können in diesen Monaten auch die überschwemmten Waldflächen, Igapos genannt, mit kleinen Booten befahren werden. In der Trockenzeit können Sie auch die Strände an den Flüssen nützen. Wer Tiere beobachten möchte, wählt die Monate April bis August, da dann der Wasserstand hoch ist und man mit dem Kanu in die meisten Teile des Regenwaldes gelangen kann. Als beste Reisezeit gilt also insgesamt die Zeit zwischen Mai und August, da das Gebiet dann auf unterschiedlichste Art und Weise entdeckt werden kann.

Verantwortungsvolles Reisen durch hypnotische Landschaften

Zahlreiche Reiseanbieter haben sich auf moderaten Ökotourismus, Aufklärungsreisen und Projektunterstützung für Sozialprojekte spezialisiert. Idealer Ausgangsort für eine Reise am Amazonas und seinen Nebenflüssen ist Manaus, die Hauptstadt der brasilianischen Provinz Amazonas. Die Hauptstadt liegt am Rio Negro, einem der beeindruckendsten Seitenarme des sagenumwobenen Flusses. Manaus ist eine Hafenstadt und ankert Schiffe jeglicher Größe. Alle Arten von Bootsreisen, auch mehrtägig, können vor Ort organisiert werden. Anbieter gibt es zur Genüge, es zahlt sich jedoch aus, diese in Ruhe zu vergleichen und vor Ort Erkundigungen anzustellen.
Schiffsverbindungen für die Weiterreise finden sich von Manaus nach Peru, Kolumbien, Venezuela und nach Belem, das an der Atlantikküste Brasiliens liegt. Der Amazonas ist nach wie vor Traumziel jedes Reisenden, der sich für Südamerika interessiert und auch die Macht und Gemächlichkeit des Flusses am eigenen Leib spüren möchte. Je kleiner die Reisegruppen, desto einfacher ist es, mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu treten. Respektvolles Benehmen gegenüber Natur und Mensch und sparsamer Umgang mit Ressourcen vor Ort wie Wasser und anderen sind Voraussetzung, um der Region den wohlverdienten Respekt zu erweisen.
Ökotourismus hat sich in den letzten Jahren verstärkt und immer mehr Anbieter legen Wert auf „faires Reisen“, das für beide Seiten bereichernd wirkt, ohne die Schätze der Region weiter zu gefährden. Eine bezaubernde Variante des Reisens am Amazonas ist die Kombination aus Dschungelexpedition und mehreren Tagen Bootsfahrt mit Zwischenstopps in Dörfern und kleineren Städten, die vom Tourismus profitieren. Auf diese Art kann der komplexe ökologische Zusammenhang zwischen Urwald, Fluss und seinen Bewohnern auf respektvolle Art verinnerlicht werden und die Schönheit der einzigartigen Amazonasregion aufgenommen werden: Zwischen Hitze, Farben, endlosem Grün und Braun, Wasser und dem Charme seiner Bewohner.

Unterschiedlichste Tourangebote

In die einzigartige Natur des Amazonasgebietes einzutauchen ist natürliche eine einmalige Erfahrung, die man im Rahmen unterschiedlichster Touren machen kann. So werden beispielsweise Urwaldwanderungen, Kaiman- und Vogelbeobachtungen, Kanutouren, Besuche bei einheimischen Bewohnern oder Aufenthalte in einem Urwald-Camp angeboten. Normalerweise können Urwaldtouren als mehrtägige Pakete mit Ausflügen, Transfers und Übernachtungen gebucht werden, wobei das Programm von fachkundigen Führern, meist in englischer Sprache, durchgeführt wird.

Vorsicht vor unseriösen Angeboten

Auf eigene Faust ist es nicht immer einfach, einen erfahrenen Guide zu finden. Achten Sie hier vor allem auf die sogenannten „Bauernfänger“, unqualifizierte Guides, die schnelles Geld machen möchten und den Reisenden vieles vorenthalten. Zu finden sind sie sowohl auf der Straße als auch in der Nähe von Hotels oder am Flughafen. Empfehlenswert ist eine Vorab-Reservierung vom Heimatort aus, wenn Sie darauf verzichten möchten, so gilt es, folgende Regeln zu beachten: Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl und meiden Sie Anbieter, die Ihnen sonderbar vorkommen. Vergleichen Sie unterschiedlichste Angebote und nehmen Sie nicht gleich das erste an. Eine weitere Option ist es, sich im Fremdenverkehrsbüro eine Liste mit Unternehmen zeigen zu lassen, die auch gesetzlich eingetragen sind. Nehmen Sie keine zu billigen Angebote an, denn meistens haben diese einen Haken.

Richtiges Zeitmanagement

Für eine Urwaldtour sollte man mindestens drei Tage einplanen, noch besser sind natürlich vier oder fünf Tage. Zuvor empfiehlt es sich, einen Tag in Manaus zu verbringen, um dort die Sehenswürdigkeiten kennenzulernen.

Verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten

Der Standard der Unterkunft spielt auf Ihrer Reise durch das Amazonasgebiet natürlich auch eine wichtige Rolle, da der Aufenthalt sonst eventuell als Enttäuschung empfunden werden kann. Zur Auswahl stehen hier meistens komfortable Urwald-Lodges, die in etwa mit einem gehobenen Hotel verglichen werden können. Sehr häufig verfügen die Anlagen über Zimmer mit Klimaanlage, Bad, WC, Swimmingpool, Restaurants und Bars. Darüber hinaus werden auch einfachere Lodges angeboten, diese Unterkünfte sind gemütlich und haben einen gewissen Grundkomfort wie Klimaanlage oder ein eigenes Bad. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, bei Einheimischen zu übernachten und so Einblick in das authentische Leben zu bekommen. Amazonien kann aber auch vom Wasser aus im Rahmen einer Kreuzfahrt erlebt werden, wobei auch hier unterschiedliche Kategorien zur Auswahl stehen, wie beispielsweise Kabinen mit Klimaanlage und Bad, aber auch Hängematten an Deck. Ein sehr außergewöhnliches Erlebnis ist eine Expedition mit einem privaten Guide, der Sie durch die Wälder bzw. zu Einheimischen führt. Wer bereit ist, auf Komfort zu verzichten und seine Grenzen austesten möchte, wird dann mit unvergesslichen Momenten belohnt.

Mögliche Gefahren und notwendige Ausrüstungsgegenstände

Achtgeben sollte man vor allem auf den Straßenverkehr in Manaus, eine weitere Gefahr besteht darin, im Regenwald die Orientierung zu verlieren. Dann sieht plötzlich alles gleich aus,  es ist unmöglich, den richtigen Weg zu finden und auch Navigationsgeräte sind nicht mehr in der Lage, Signale zu empfangen. Daher ist es sehr wichtig, einen Guide auszuwählen, der die Region bestens kennt, da man als Reisender auf ihn angewiesen ist. Auch die richtige Ausrüstung spielt eine wesentliche Rolle. Immer dabei haben sollte man  eine lange, leichte Hose, Moskitospray, Sonnenhut, Sonnencreme, Taschenlampe, Regenjacke oder Regencape sowie feste Schuhe. 

Genießen Sie Ihre Reise in das Amazonas-Regenwaldgebiet!

Text von Mag. Manuela Molk

 / Brasilien
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Beiläufige Reiseinfos

Im Gespräch behandeln Sie die ansässigen Menschen immerzu mit angemessenem Respekt. Berücksichtigen Sie dabei bitte auch regionale Traditionen.

Reisen Sie verantwortungsfreudig: Den Kohlendioxid-Ausstoß Ihres Fluges kann man kompensieren, beispielshalber bei myclimate aus der Schweiz. Mindern Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit weniger Duschen). Vermeiden Sie unnützen Verpackungsmüll. Unterstützen Sie lokale Produzenten anstatt Großkonzerne.

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