Hintergrundbild: © Fedrizzi Junior - CC BY-SA 2.0

Multikulturelles Flair im Süden Brasiliens

Londrina, Brasilien

Ihr kleines London hatten die britischen Siedler die Stadt im Süden Brasiliens getauft, als sie sich hier in den 1930er Jahren häuslich machten. Ein Vulkan hatte das Gebiet mit fruchtbarer, roter Erde - der „terra roxa” - gesegnet. Und auch das humide Klima trug dazu bei, dass hier Kaffeesträucher richtiggehend aus dem Boden schießen konnten. Weil Londrina im Landesinneren liegt, verlegten die Siedler kurzerhand das Eisenbahnnetz hierher und schon konnten die grünen Bohnen mit Leichtigkeit an den entfernten Hafen gebracht werden. Es dauerte nicht lange, bis Londrina zu einem Global Player auf dem internationalen Kaffeemarkt wurde und in dieser Funktion etwa 60% des Kaffees weltweit produzierte. Auch heute noch fährt der Kaffee einen großen Teil des wirtschaftlichen Gewinns dieser Region ein.

Mittlerweile bietet Londrina seinen Einwohnern ein multikulturelles Zuhause und ist damit hinter Curitiba die zweitgrößte Stadt im Bundesstaat Paraná.

Etwa fünf Kilometer von der Stadt entfernt, bindet ein Flughafen Londrina an das Luftfahrtnetz Brasiliens an und ermöglicht den Besuchern eine entspannte Anreise. In der Stadt und ihrer Umgebung tummeln sich regionale Busse, die einen von A nach B bringen - man braucht nur etwas Geduld und Sitzfleisch, das alles verzeiht. Wer individueller unterwegs sein möchte, nimmt sich einen Mietwagen oder ein Taxi.

Auf schwarz-weißen Wegen

Im Zentrum der Stadt lädt der Calçadão zum Flanieren ein. Auf dem „großen Gehsteig” schlendert der Besucher über traditionelles, schwarz-weißes Pflasterstein-Mosaik. Imbissbuden und Restaurants sorgen für kulinarische Stärkung. Für das Einkaufserlebnis stehen reizende Shops offen, während Künstler ihre Werke präsentieren und Straßenmusikanten den stimmungsvollen Soundtrack liefern.

Der britische Einfluss zieht sich auch heute noch durch die belebten Straßen, Englisch hält immer öfter Einzug in den Lehrplan der Grundschulen. Spaziert man durch die Stadt, trifft man hin und wieder auf rote Telefonzellen, die die Queen bestimmt amüsieren würden.

Im Norden der Stadt findet man das ehemalige Bahnhofsgebäude, in dem heute das Historische Museum untergebracht ist. „Erhaltung des kulturellen Erbes“ lautet sein Auftrag: Fotos, Filme und Alltagsobjekte aus längst vergangenen Zeiten geben einen Eindruck, wie Londrinas Einwohner einst gelebt hatten.

Im Kunstmuseum von Londrina bringt ein besonderes Werk ein Funkeln in die Augen der Liebhaber der Moderne: die Skulptur „Ewiger Frühling” des französischen Bildhauers Auguste Rodin.

Rasanter spielt es sich hingegen auf dem „Autódromo Internacional Ayrton Senna” ab. Auf der drei Kilometer langen Rennstrecke werden immer wieder auch spannende Formel 3-Rennen ausgetragen. Und gleich in unmittelbarer Nachbarschaft präsentiert sich das Hufeisen-förmige „Estadio do Café”, die Heimstätte des regionalen Fußball-Clubs Londrina Esporte Clube.

Ein grünes Stück vom Himmel

Wer vom Stadtrummel genug hat, findet im Arthur Thomas Park - benannt nach einem der Gründerväter der Stadt - bestimmt ein entspannendes Plätzchen zwischen Affen oder Vögeln, am Aussichtsturm oder am See im Beisein der Wasserschweine.

Idyllische Gewässer machen auch den Reichtum des Lake Igapo Parks im Süden der Stadt aus. Vier verschiedene Seen und Gärten mit mehr als 180 unterschiedlichen heimischen Pflanzenarten wissen, wie man Besucher bezaubern kann. Darüber hinaus machen Wander- und Radwege diesen Ort zu einem Fixpunkt für Bewegungs-Hungrige.

Ein einzigartiges Naturjuwel befindet sich im Südwesten Londrinas, etwa 15 Kilometer vom Zentrum entfernt: der Park Mata dos Godoy. Dieser subtropische Wald mit 200 Baumarten, mehr als 180 Wildvogelarten, Tapiren, Hirschen und Wasserschweinen gilt als spezieller Artenpool und Naturschutzgebiet, weshalb nur ein geringer Teil des Areals betreten werden darf.

Mit 80 Kilometern vom Stadtzentrum ist der Apucaraninha Wasserfall in einer südlichen Region von Londrina etwas weiter entfernt. Die Reise wert ist die tosende Naturschönheit aber auf jeden Fall. Achtung: Hier ist vor dem Besuch eine Genehmigung der FUNAI - der Behörde zum Schutz der indigenen Bevölkerung - einzuholen!

Londrina ist sich seiner Schätze bewusst und lässt seine Besucher diese auch gerne entdecken. Wagen Sie einen Blick in die Schatztruhe, genießen Sie eine Tasse Kaffee und spüren Sie den Zauber des kleinen Londons mit seiner brasilianischen Glut.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Londrina!

Text von Mag. Oliver Rapouch

Londrina / Brasilien
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