Hintergrundbild: © flickr-User: rusticus80 (modified by UI) - CC BY-SA 2.0

Eine der heiligsten Stätten der Hindus

Varanasi, Indien

Varanasi, auch bekannt unter dem früheren Namen Benares, blickt auf eine weit mehr als 3000jährige Geschichte zurück, und ist damit eine der ältesten dauerhaft besiedelten Städte der Welt.

Am heiligen Fluss Ganges gelegen, den hier an einer Furt eine alte Handelsstraße quert, die von Bengalen (dem heutigen Bangladesch) nach Nordindien führt, wird Varanasi von zwei weiteren Flüssen begrenzt, die in den Ganges münden, Varuna und Assi. Diesen beiden Flüssen verdankt die Stadt auch ihren Namen.

Varanasi ist v.a. eine der heiligsten Stätten der Hindus. Es ist die Stadt Shivas, der wichtigsten Manifestation des Göttlichen im Hinduismus. Shiva ist der Gott der Ekstase und der Zerstörung, steht aber auch für Neubeginn. Seit über 2.500 Jahren strömen die Pilgermassen nach Varanasi, um dort im Ganges zu baden, denn das Bad im heiligen Fluss gilt als reinigend. Doch auch, wer in Varanasi stirbt, gilt als gesegnet, denn er durchbricht den ewigen Zyklus von Geburt und Wiedergeburt.

Was Sie sehen müssen!

In den engen, verwinkelten Gassen der Altstadt, in denen man sich auch schnell mal verlaufen kann, wird der Besucher von einer Unmenge an Eindrücken überwältigt: die für europäische Begriffe oft aggressiven Händler, Obdachlose, Verkehrschaos, Leichen, die zum Fluss getragen werden, und zwischen all dem Kühe, die natürlich auch überall ihren Mist hinterlassen.

Die Seele der Stadt ist der Ganges, das religiöse, spirituelle, kulturelle, aber auch das ökonomische Leben spielt sich entlang des Flusses ab. Das Flussufer ist geprägt von den Ghats, Treppenanlagen, die zum Wasser führen und das Ufer befestigen. Diese Ghats werden v.a. zum Beten und zum Baden benutzt, es gibt aber auch eigene Burning Ghats, wo die Toten verbrannt werden, deren Asche man sodann in den Ganges streut.

Die Ghats lassen sich am besten zu Fuß erkunden. Für Fahrzeuge ist in den engen Gassen der Altstadt meist sowieso kein Durchkommen. Auch vom Fluss aus ist der Blick auf die Stadt beeindruckend. Eine Bootsfahrt am Ganges zählt den absoluten „Musts“, v.a. bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang ist die Stimmung einfach unbeschreiblich. Mit dem Wasser des Ganges sollte man hier allerdings besser nicht in Berührung kommen: es ist völlig verseucht. Die Grenzwerte an Kolibakterien für Badewasser werden um ein Vielfaches überschritten, auch die Konzentration an Cholera- und Typhuserregern ist mehr als bedenklich.

Auch abends und nachts ist das Treiben auf den Ghats faszinierend. Aus Sicherheitsgründen sollte man aber bei solch nächtlichen Spaziergängen Vorsicht walten lassen. Außerdem ist es ratsam, stets eine Taschenlampe mitzuführen, da es in Varanasi recht häufig zu Stromausfällen kommt.

Ebenfalls entlang des Ganges finden wir die meisten weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt, so den Großen Markt und zahlreiche Tempelanlagen, etwa den Vishwanath Tempel (auch „Goldener Tempel“ genannt), den Durga-Tempel, den Tulsi-Manas-Tempel, den Bharat-Mata-Tempel ("Mutter-Indien-Tempel") u.v.a.m. Oft ist allerdings Nicht-Hindus der Zutritt untersagt.

Ausflüge ins Umland

Auch das Umland von Varanasi bietet etliche Attraktionen: Äußerst beeindruckend sind etwa die historischen Befestigungsanlagen und der Palast von Ramnagar Fort (14km von Varanasi am gegenüber liegenden Ufer des Ganges) oder Chunar Fort (45km entfernt).

Unbedingt besuchen sollten Sie auch Sarnath, etwa 10km nördlich von Varanasi. Sarnath ist ruhiger und beschaulicher als Varanasi, und hier, im Hirschgarten, soll Buddha 560 v. Chr. seine erste Predigt gehalten haben. Sarnath ist deshalb eines der vier wichtigsten Pilgerziele der Buddhisten.

Hotels und Essen

Da der Fluss die Lebensader der Stadt ist, ist es durchaus empfehlenswert, sich ein Quartier in seiner Nähe zu suchen. Die meisten Hotels und Lodges liegen ohnehin in dieser Gegend. Es gibt viele, auch preisgünstige Hotels, manche direkt am Fluss mit Blick auf die Ghats. Zahlreiche Restaurants versorgen den Besucher mit Essen; authentische indische Küche findet man am besten in der Nähe des Großen Marktes.

Für alle, die es etwas ruhiger lieben, ist Sarnath eine gute Alternative. Auch hier gibt es etliche Hotels, und es ist doch weit weniger hektisch und auch sicherer als in Varanasi.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Varanasi!

Text von Gerhard Waiz

Varanasi / Indien
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Beiläufige Informationen

Im Gespräch behandeln Sie die ansässigen Menschen immer mit einer angebrachten Wertschätzung. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls die Gewohnheiten vor Ort.

Handeln Sie verantwortungsfreudig: Den Kohlendioxid-Ausstoß Ihres Fluges kann man kompensieren, etwa bei der schweizerischen Organisation myclimate. Mindern Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzer Abduschen). Pfeifen Sie auf entbehrlichen Müll. Supporten Sie kleinere Familienunternehmen und nicht internationale Multis.

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