Bangalore Bengaluru, Indien
Schon Indiens Staatsgründer Jawaharlal Nehru hatte mit der Hauptstadt des südindischen Bundesstaates Karnataka Großes vor: Bangalore, liebevoll auch „Gartenstadt“ genannt, gilt bis heute als geistiges und kulturelles Zentrum Indiens.
Wer bei Bangalore nur an Serverfarmen und Start-up-Büros denkt, hat die Rechnung ohne die Stadt gemacht. Klar, als „Silicon Valley Indiens“ hat sich der Ort einen Namen gemacht, doch zwischen den Glastürmen der IT-Branche verstecken sich prächtige Parkanlagen, altehrwürdige Tempel und architektonische Prachtbauten wie das Vidhana Soudha, den imposanten Sitz der Landesregierung von Karnataka. Wer davorsteht, versteht sofort, warum die Einheimischen so stolz auf ihr Wahrzeichen sind.
Offiziell heißt die Millionenmetropole inzwischen Bengaluru, der alte Name wurde abgelegt, um sich von der kolonialen Vergangenheit zu lösen. Für Reisende bleibt sie aber unter beiden Namen bekannt und liebenswert unübersichtlich zugleich.
Klima und beste Reisezeit
Bangalore liegt auf einem Hochplateau, und das macht sich beim Klima angenehm bemerkbar. Während anderswo in Indien die Hitze gnadenlos zuschlägt, bleibt es hier vergleichsweise mild: Selbst im Sommer klettert das Thermometer selten über die 35-Grad-Marke, in den kühleren Monaten sinken die Temperaturen auf angenehme Werte um die 14 Grad. Dieses milde Klima gab der Stadt übrigens auch ihren Ruf als „Gartenstadt“, hier wächst und blüht es das ganze Jahr über prächtig.
Für einen Besuch empfehlen sich vor allem die Monate zwischen September und März. Die Luft ist klarer, die Temperaturen angenehmer, und wer durch die Parks schlendern möchte, tut dies ohne dabei ins Schwitzen zu geraten.
Sehenswürdigkeiten in Bangalore
Lal Bagh
Südlich des Stadtzentrums erstreckt sich der botanische Garten Lal Bagh, einst von Hyder Ali, einem der einflussreichsten Herrscher seiner Zeit, ins Leben gerufen. Tropische und subtropische Pflanzen verwandeln den Park in ein grünes Universum für sich. Sein Sohn Tipu Sultan sowie spätere britische und indische Einflüsse haben ihre Spuren in Gestaltung und Pflanzenauswahl hinterlassen. Geordnete Wege treffen auf wild wuchernde Ecken, und wer botanisch interessiert ist, kann hier stundenlang von Pflanze zu Pflanze wandern, denn die Artenvielfalt ist beeindruckend groß.
Bull-Tempel
Kaum zu übersehen: Der Bull-Tempel zählt zu den ältesten Heiligtümern der Stadt und beherbergt einen gewaltigen, aus einem einzigen Stein gehauenen Stier. Er symbolisiert Nandi, das Reittier Shivas, und gilt als eines der wichtigsten Pilgerziele für Hindus in der Region. Besucher reiben traditionell Kokosöl auf den schwarz glänzenden Körper der Statue, regelmäßig finden hier Zeremonien und Musikdarbietungen statt. Wer authentische Spiritualität abseits der Touristenpfade erleben möchte, ist hier goldrichtig.
Museen und Kultur
Venkatappa Kunstgalerie
Bangalore hat einige Kunsthallen zu bieten, doch die Venkatappa Kunstgalerie sticht besonders heraus. Sie widmet sich vor allem dem Werk des gleichnamigen indischen Malers, der mit seinen Bildern die Monsunzeit und die Landschaften seiner Heimat auf Leinwand bannte. Ein Besuch lohnt sich für jeden, der sich für indische Malerei abseits der großen Namen interessiert.
Vishveswaraya Industrial & Technological Museum
Wer verstehen möchte, warum Bangalore heute als Technologie-Hauptstadt Indiens gilt, findet im Vishveswaraya Museum spannende Antworten. Interaktive Ausstellungen erklären technische Zusammenhänge kindgerecht wie auch für Erwachsene unterhaltsam, ein Pflichttermin für Technikfans jeden Alters.
Shopping und Nightlife
Wer glaubt, in Bangalore drehe sich alles nur um Chipsätze und Codezeilen, wird spätestens abends eines Besseren belehrt. Die Stadt gilt als eine der lebendigsten Ausgehmetropolen Indiens, mit einer bunten Mischung aus Rooftop-Bars, Live-Musik-Kneipen und Craft-Beer-Brauereien, die dem inoffiziellen Titel „Pub-Hauptstadt Indiens“ alle Ehre machen.
Auch tagsüber lohnt sich ein Streifzug durch die Stadt: Auf den Märkten und in den Einkaufsvierteln finden sich Seidenstoffe, Sandelholzschnitzereien und kunstvoller Schmuck, ideale Mitbringsel für die Heimreise. Zwischen traditionellen Basaren und modernen Einkaufszentren liegt in Bangalore selten mehr als eine Straßenecke.
Ausflug nach Hassan: Tempelvielfalt pur
Wer die Tempelbaukunst Südindiens hautnah erleben möchte, sollte einen Abstecher nach Hassan einplanen. Die Stadt punktet mit dem altehrwürdigen Chenna Keshava Tempel, dem Hasanamba Tempel und dem Siddeshvara Tempel, allesamt beeindruckende Zeugnisse religiöser Baukunst. Das örtliche District-Museum rundet den Besuch ab, mit einer Sammlung historischer Waffen, Münzen und lokaler Handwerkskunst. Hassan eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Region, bevor es zurück nach Bangalore geht.
Mysore: Stadt der Künstler und Paläste
Mysore ist ein Fest für alle Sinne. Kunsthandwerker verkaufen hier indische Seide und die berühmten Sandelholzprodukte, für die die Region weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Der prunkvolle Mysore Palast gehört zu den meistfotografierten Bauwerken Südindiens, besonders wenn er abends illuminiert wird. Wer danach noch Zeit hat, spaziert durch den Mysore Zoo, entspannt am Karangi See oder besucht die Jaganmohan Kunstgalerie mit ihrer Sammlung indischer Gemälde. Zwischen all dem verstecken sich zahlreiche hinduistische Tempel, die zum spontanen Innehalten einladen.
Tanz, Trekking und Kletterfelsen
Kulturliebhaber sollten sich das Nrityagram Dance Village nicht entgehen lassen. In diesem einzigartigen Tanzdorf werden klassische indische Tanzstile gelehrt und aufgeführt, geführte Touren geben Einblick in Training und Tradition. Besonders lohnend ist ein Besuch während des jährlichen Tanz- und Musikfestivals, wenn das Dorf zur Bühne für Künstler aus ganz Indien wird.
Actionfreudige Reisende zieht es hingegen nach Ramanagaram. Die Kleinstadt ist nicht nur für ihre Seidenmärkte bekannt, sondern auch für ihre imposanten Granitfelsen, ein wahres Paradies für Kletterer und Trekking-Fans. Die schroffe Landschaft diente sogar schon als Kulisse für Bollywood-Filme, wer genau hinschaut, erkennt vielleicht die eine oder andere Filmszene wieder.
Ob Tempel, Technologie oder Trekkingpfade: Bangalore und seine Umgebung überraschen mit einer Vielseitigkeit, die man der Stadt auf den ersten Blick kaum zutraut. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt hier weit mehr als nur die Zentrale des indischen Silicon Valleys. Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Bangalore!
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
|
06:09:14 |
12:07:37 ∠ 71,9° |
18:06:01 |
| Samstag, 17.10.2026 | ||
|
06:10:14 |
12:05:08 ∠ 68,1° |
18:00:02 |
| Dienstag, 27.10.2026 | ||
|
06:12:04 |
12:03:38 ∠ 64,6° |
17:55:12 |
| Freitag, 06.11.2026 | ||
|
06:14:53 |
12:03:22 ∠ 61,3° |
17:51:51 |
∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Asia/Kolkata
Unterkünfte

Zum Anzeigen der besten Unterkünfte bitte Drittanbieter-Inhalte und -Cookies erlauben!
Drittanbieter-Cookies und -Inhalte für Karte mit Hotels erlauben
Destinationen zu Karnataka
Alle Regionen in Indien
1 EUR = 108,14 INR (Indische Rupie)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
Wohlbekannte Infos
Während eines Gesprächs behandeln Sie die Bewohner vor Ort immerzu mit angemessenem Respekt. Achten Sie dabei auch auf landestypische Gebräuche.
Handeln Sie gewissenhaft: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug können Sie neutralisieren, etwa bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Mindern Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit weniger Duschen). Pfeifen Sie auf entbehrlichen Verpackungsmüll. Supporten Sie kleinere Familienunternehmen an Stelle von großen Unternehmen.























