Hintergrundbild: © Richard Mortel (modified by UI) - CC BY 2.0

Heiligtümer des Hinduismus

Chidambaram, Indien

Die Kleinstadt liegt im Bundesstaat Tamil Nadu, etwa 60 km nördlich von Thanjavur, 230 km südlich von Chennai, und wirkt gleich auf den ersten Blick sehr spirituell.

Die meisten Besucher kommen nach Chidambaram aus einem Grund: dem Nataraja-Tempel, einem der wichtigsten Heiligtümer des Hinduismus.

Nataraja-Tempel
Der Tempel liegt direkt im Zentrum der Stadt und ist täglich geöffnet. Nachdem man den Eintritt bezahlt hat, sollte man sich einer Führung anschließen, um auf alle Besonderheiten hingewiesen zu werden.

Erbaut wurde die Tempelanlage von den Cholas, der Herrscherdynastie Südindiens vom 9. bis zum 13. Jh., zu Ehren ihres Schutzgottes Shiva Nataraja. Der kosmische Tänzer lenkt durch seine Bewegungen die Geschicke der Welt.

Sofort stechen den Besuchern ein hohes, mit Gold gedecktes Dach und vier mächtige, farbenprächtige Tortürme und Auge. Man betritt fünf Haupthallen, in einer davon fanden die Krönungszeremonien der Cholas statt. In der innersten dieser fünf Hallen wird hinter einem schwarzen Vorhang ein Elementar-Lingam aufbewahrt, eines der Phallussymbole für Shiva, die in fünf Tempeln in Südindien die fünf Elemente repräsentieren. In der letzten der fünf Hallen soll Shiva in einem Wettbewerb mit seiner Frau Parvati seinen kosmischen Tanz aufgeführt haben. Die berühmten und allgegenwärtigen Bronzestatuetten von Shiva symbolisieren den natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen.

Weiters von Interesse im Tempelkomplex sind der Govindarajaswamy, der Parvati (Shivas Frau) gewidmete Shivakamasundari-Schrein und der Subramanyam-Schrein, in dem Murugan verehrt wird.

Das religiöse Erbe wird von Brahmanen der Dikshitar-Kaste bewahrt, deren Vorfahren vor 3.000 Jahren nach Chidambaram kamen. Da sie den Tempel verwalten und aus einigen Mitteln finanzieren, werden die Besucher oft um Spenden gebeten

Weitere Sehenswürdigkeiten

Zwei Kilometer nördlich des Nataraja-Tempels liegt ein beeindruckender Kali-Tempel, in dem auch Nicht-Hindus bei Zeremonien anwesend sein dürfen. Weiters ist Chidambaram für die Annamalai Universität berühmt, die auf Südindien-Studien spezialisiert ist. Außerdem ist der lebhafte Markt der Stadt einen Besuch wert.

Ziele in der Umgebung

Etwa 15 km östlich von Chidambaram beginnt ein riesiges Labyrinth von unzähligen Kanälen und Wasserwegen (sog. „backwaters“). Die Mangrovenwälder kann man von Pichavaram aus auf Bootsfahrten erkunden, die vom Tourismusbüro organisiert werden.

Tipp

Zweimal jährlich findet in Chidambaram ein großes Tempelfest statt – während der Termin im Dezember/Jänner in die ideale Reisezeit fällt, kann es zum Fest im Mai/Juni unangenehm heiß werden.

Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Chidambaram!

Text von Mag. Anissa Strommer

Chidambaram / Indien
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Allgemeine Infos

Während eines Gesprächs behandeln Sie die lokale Bevölkerung immerzu mit angemessenem Respekt. Beachten Sie dabei bitte ebenfalls regionale Traditionen.

Handeln Sie verantwortungsbewusst: Die CO2-Emission der Flugreise kann man ausbügeln, beispielsweise bei der schweizerischen Organisation myclimate. Beschränken Sie den Bedarf an Wasser (z.B. mit kürzer Abduschen). Verringern Sie beim Einkaufen überflüssigen Plastikmüll. Supporten Sie lokale Kleinhändler statt Großunternehmer.

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