Dantewada, Indien
Willkommen im Land der Adivasi
Ganz im Süden des zentralindischen Bundesstaats Chhattisgarh liegt der Distrikt Dantewada, benannt nach seiner gleichnamigen Hauptstadt. Wer hier ankommt, merkt schnell: Dies ist nicht das Indien der überfüllten Metropolen und quirligen Basare, sondern ein ursprünglicher Landstrich, in dem die Natur noch das Sagen hat und die Geschichte spürbar unter jedem Stein liegt.Über sechzig Prozent der Bevölkerung gehören zu den sogenannten Tribals, den indigenen Volksgruppen, die sich selbst stolz Adivasi nennen, was so viel wie "die ersten Bewohner" bedeutet. Und das ist keine Übertreibung: Ihre Wurzeln in dieser Region reichen weit zurück, lange bevor hier jemand an Landkarten oder Bundesstaaten gedacht hat.
Die verschiedenen Stammesgemeinschaften pflegen bis heute ihre eigenen Tänze, Gesänge und Rituale, die bei zahlreichen Festen im Jahresverlauf gefeiert werden. Wer Glück hat und zur richtigen Zeit vor Ort ist, bekommt einen authentischen Einblick in eine Kultur, die anderswo in Indien längst von der Moderne überrollt wurde. Berühmt sind die Adivasi zudem für ihr kunsthandwerkliches Talent, insbesondere für filigrane Arbeiten mit Metall, Bambus und Terrakotta.
Natur pur: Wälder, Hügel und Wasserfälle
Die Landschaft Dantewadas ist ein einziges grünes Versprechen. Sanfte Hügelketten, dichte Tropenwälder und unzählige Flüsse und Seen prägen das Bild einer Region, die von touristischem Massenbetrieb bislang weitgehend verschont geblieben ist. Genau das macht ihren Reiz aus.In den Wäldern wachsen neben zahlreichen Heilpflanzen und exotischen Fruchtbäumen auch wertvolle Hölzer wie die Teakholzbäume, die hier in beeindruckender Zahl stehen. Wer besonders aufmerksam durch die Natur streift, kann sogar auf natürlich gewachsene Bonsai-Bäume stoßen, deren zwergenhafter Wuchs auf besondere Salzablagerungen im Boden zurückzuführen ist. Eine echte botanische Kuriosität.
Über die gesamte Region verteilt finden sich zudem malerische Wasserfälle, die sich hervorragend für eine kleine Wanderung oder eine Verschnaufpause im Grünen eignen. Nehmen Sie sich Zeit dafür, das Tempo hier ist ohnehin ein anderes als in Delhi oder Mumbai.
Für Mineralienfans und Bergbau-Interessierte
Dantewada ist geologisch gesehen eine echte Schatzkammer. In den umliegenden Wäldern und Hügeln lassen sich zahlreiche Minen und Mineralvorkommen entdecken, die auch für Laien faszinierend sind. Die Region zählt zu den eisenerzreichsten Gebieten der Welt, was ihr wirtschaftlich eine bedeutende Rolle verschafft hat. Wer sich für Geologie oder Bergbaugeschichte interessiert, findet hier reichlich Gesprächsstoff und Anschauungsmaterial.Tempel, Ruinen und stille Orte der Andacht
Kulturschätze zwischen Glaube und Verfall
Kulturinteressierte kommen in Dantewada voll auf ihre Kosten, denn die Region beherbergt eine ganze Reihe historischer Tempelanlagen, die sowohl hinduistische als auch tribale Einflüsse widerspiegeln. Das mit Abstand bekannteste Bauwerk ist der Danteshwari-Tempel direkt in der Hauptstadt, der der Göttin Danteshwari gewidmet ist und im südindischen Baustil errichtet wurde. Viele Besucher berichten, dass der Ort eine besonders ruhige, fast meditative Atmosphäre ausstrahlt, ein guter Platz also, um dem Reisealltag kurz zu entfliehen.
Einen Ausflug wert ist auch das kleine Städtchen Barsur, liebevoll "Stadt der Tempel und Seen" genannt. Viele der einstigen Tempelanlagen dort sind heute nur noch Ruinen, doch gerade dieser Zustand verleiht dem Ort eine ganz eigene, morbide Schönheit. Zwischen bemoosten Steinen und idyllischen Wasserflächen lässt sich hier wunderbar in vergangene Jahrhunderte eintauchen, fast so, als hätte die Zeit an manchen Stellen einfach vergessen weiterzulaufen.
Gut zu wissen, bevor Sie aufbrechen
Dantewada ist ein Reiseziel für alle, die abseits ausgetretener Pfade unterwegs sein möchten und sich für authentische Stammeskultur, unberührte Natur und stille Geschichtszeugnisse begeistern können. Da die Region in der Vergangenheit von politischen Spannungen betroffen war, lohnt es sich, vor der Reise aktuelle Reisehinweise einzuholen und sich am besten vor Ort mit ortskundigen Guides zu bewegen. Wer diese Vorbereitung nicht scheut, wird mit einem der ursprünglichsten Gesichter Indiens belohnt, das man so schnell nicht vergisst.Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
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∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Asia/Kolkata
Unterkünfte

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1 EUR = 108,14 INR (Indische Rupie)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
Grundsätzliche Reiseinfos
Im Gespräch behandeln Sie die ansässigen Menschen stets mit dem nötigen Respekt. Achten Sie dabei auch auf lokale Gepflogenheiten.
Reisen Sie verantwortungsbewusst: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug kann man kompensieren, beispielshalber bei dem Klimakompensationsanbieter atmosfair. Mindern Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzer Abduschen). Dezimieren Sie beim Shopping überflüssigen Verpackungsmüll. Befürworten Sie lokale Produzenten und nicht internationale Multis.























