Delhi, Indien
Willkommen im Herzen Indiens
Delhi ist kein Reiseziel, das man nebenbei abhakt. Delhi ist ein Vollkontaktsport für alle Sinne: Hupkonzerte, Weihrauch, frittierte Teigtaschen, Marmorkuppeln, Straßenbarbiere, Papageien über Moscheekuppeln. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine der vielschichtigsten Metropolen der Welt geschenkt.
Die Stadt liegt am Westufer des Yamuna, dort wo die weite Ganges-Ebene beginnt. New Delhi ist die Hauptstadt Indiens und gleichzeitig ein Teil des riesigen Ballungsraums Delhi, der zu den größten der Erde zählt. Ein Stadtplan hilft hier nur bedingt: Delhi ist weniger eine Stadt als ein Stapel aus Städten, die über Jahrhunderte übereinander und nebeneinander gebaut wurden. Sultane, Moguln und britische Kolonialherren haben alle ihre Hauptstadt hier errichtet, und praktisch jede davon steht noch irgendwo herum.
Das Ergebnis: Kaum ein Ort in Indien hat so viele Sehenswürdigkeiten auf so engem Raum. Drei UNESCO-Welterbestätten, Mausoleen von unfassbarer Eleganz, Basare, in denen sich seit Generationen die Gewürzsäcke stapeln, dazu Museen, Galerien, Theater, Universitäten und eine Restaurantszene, die von der Straßenküche bis zur Fine-Dining-Bühne reicht.
Grob geteilt funktioniert Delhi so: Old Delhi ist das orientalische Labyrinth mit engen Gassen, Basaren, Tempeln und Moscheen. New Delhi wurde von britischen Architekten als symmetrische Gartenstadt angelegt, mit breiten Boulevards, Kreisverkehren, schattigen Alleen und Bungalows im Kolonialstil. Und im Süden wuchern die modernen Viertel mit Cafés, Designerläden, Kunstgalerien und Ausgrabungsstätten zwischen Wohnblöcken.
Jama Masjid und Chandni Chowk
Die Altstadt ist der Ort, an dem Sultane und Moguln ihre architektonischen Wunder hinterlassen haben. Indiens größte Moschee, die Jama Masjid (Masjid-i-Jahan Numa), wurde von Großmogul Shah Jahan erbaut und thront über dem Gewühl. Wer die steilen Stufen zum Tor hinaufsteigt, betritt einen weiten Innenhof, in dem die Akustik der Stadt plötzlich abgeschaltet scheint. Gegen ein kleines Entgelt lässt sich ein Minarett besteigen, und von dort oben versteht man endlich, wie dieses Häusermeer funktioniert. Schultern und Knie bitte bedeckt halten, Schuhe bleiben draußen.
Direkt davor beginnt Chandni Chowk, der legendäre Basar. Hier kauft man Hochzeitssaris, Silberschmuck, Brautschleier, Bücher, Mobiltelefone und Gewürze, oft in benachbarten Gassen mit jeweils eigener Spezialisierung. Am besten lässt man sich ohne festen Plan hineintreiben und steuert dabei die Gewürzgassen von Khari Baoli an, wo der Chilistaub in der Luft für ehrliche Tränen sorgt.
Red Fort: die Machtzentrale der Moguln
Nur wenige Schritte von der Jama Masjid entfernt erhebt sich der mächtige Festungspalast Red Fort, auch bekannt als Lal Qila oder Delhi Fort. Rote Sandsteinmauern, monumentale Tore, dahinter Audienzhallen, Wasserkanäle und Marmorpavillons: Die Anlage markiert den kreativen Höhepunkt der Mogulzeit unter Kaiser Shah Jahan und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Besonders stimmungsvoll sind die Audienzhallen Diwan-i-Am und Diwan-i-Khas, in denen der Herrscher einst Bittsteller und Vertraute empfing. Die Edelsteine sind längst verschwunden, die Proportionen aber sind geblieben, und die sind beeindruckend genug. Vom Hauptwall aus hält der indische Premierminister am Unabhängigkeitstag traditionell seine Ansprache an die Nation, was dem Fort eine politische Bedeutung gibt, die weit über Tourismus hinausreicht.
Tipp: Kommen Sie früh am Morgen. Dann ist das Licht auf dem roten Sandstein am schönsten, die Reisegruppen sind noch nicht da, und die Hitze hält sich noch zurück. Montags ist die Anlage üblicherweise geschlossen.
Mogulgräber, Minarette und alte Festungen
Das Humayun-Mausoleum (Humayun's Tomb) ist für viele Besucher der schönste Ort der Stadt. Die Grabanlage für den Mogulherrscher Humayun steht in einem streng geometrischen Gartenhof mit Wasserachsen und gilt als architektonische Vorstufe des Taj Mahal. Rot, weiß, symmetrisch, still. Wer erst Delhi und dann Agra besucht, erkennt die Familienähnlichkeit sofort. Auch diese Anlage ist UNESCO-Welterbe.
Im Süden der Stadt, in Mehrauli, ragt der Qutub Minar auf, eines der höchsten Ziegel- und Sandsteinminarette der Welt und ebenfalls Welterbe. Der kannelierte Turm ist über und über mit Kalligrafie überzogen, ringsum liegen Moscheeruinen, Torbögen und eine rätselhafte eiserne Säule, die seit sehr langer Zeit erstaunlich wenig Rost zeigt. Gleich in der Nachbarschaft lohnt der Mehrauli Archaeological Park, ein wunderbar verwunschenes Gelände mit Gräbern, Stufenbrunnen und Pavillons, durch das man fast alleine spazieren kann.
Auf einem antiken Hügel liegt die Festung Purana Qila mit ihren massiven Mauern, Türmen und einer feinen Moschee aus der frühen Mogulzeit. Ein guter Ort für eine Runde Bummeln im Nachmittagslicht, wenn sich Delhis Familien auf den Wiesen niederlassen.
Ebenfalls im Süden erzählt der Hauz Khas Complex von einer mittelalterlichen Koranschule und einem Wasserreservoir. Heute grenzt an die Ruinen ein Viertel mit Cafés, Boutiquen und Bars, was zu einem der schönsten Kontraste Delhis führt: Sultansgrab vorne, Espresso hinten.
Und dann sind da noch die Stufenbrunnen, diese kühlen unterirdischen Treppenarchitekturen. Agrasen ki Baoli versteckt sich mitten im Büroviertel und wirkt wie ein Geheimtipp, den die Stadt vergessen hat.
Das koloniale New Delhi
Wer aus der Altstadt nach New Delhi wechselt, wechselt gleichzeitig das Maßstabsgefühl. Die Briten planten hier eine Hauptstadt der Achsen und Perspektiven, und das Ergebnis ist bis heute erstaunlich luftig.
Mittelpunkt ist die zeremonielle Prachtstraße, die vom India Gate zum Präsidentenpalast Rashtrapati Bhavan führt. Der Triumphbogen des India Gate erinnert an die gefallenen indischen Soldaten des Ersten Weltkriegs, ist weithin sichtbar und abends effektvoll illuminiert. Rundherum verwandeln sich die Rasenflächen nach Sonnenuntergang in Indiens entspanntestes Picknickgelände, inklusive Eisverkäufern und Ballonhändlern.
Nicht weit entfernt liegt Jantar Mantar, eine historische Sternwarte mit begehbaren Messinstrumenten aus Mauerwerk. Die surrealen Rampen und Bögen dienten der Beobachtung von Sonne und Sternen und sehen aus wie Skulpturen einer anderen Zeitrechnung.
Das kommerzielle Herz der Kolonialstadt ist Connaught Place, ein kreisrundes Ensemble weißer Kolonnaden mit Läden, Buchhandlungen, Kaffeehäusern und Bars. Ideal für eine Pause im Schatten, wenn die Füße vom Sightseeing genug haben.
Tempel, Gurdwaras und ein Lotus aus Marmor
Delhi ist eine Stadt der Glaubensrichtungen, und das kann man besichtigen, ohne dass es museal wirkt.
Der gewaltige Hindu-Tempel Akshardham am Ostufer des Yamuna wurde aus rosafarbenem Sandstein aus Rajasthan und italienischem Carrara-Marmor errichtet, ganz ohne Stahl und Beton. Tausende geschnitzte Figuren, Elefantensockel, Ausstellungshallen und abends eine Wasser- und Lichtvorführung. Achtung: Taschen, Kameras und Handys müssen am Eingang abgegeben werden, planen Sie also Zeit für die Kontrollen ein.
Das Baha'i House of Worship, besser bekannt als Lotus Tempel, ist eine der elegantesten modernen Bauten Indiens. Inspiriert von der Lotusblüte, bestehen die Fassaden aus 27 marmorverkleideten Blütenblättern, gruppiert zu neun Seiten mit neun Eingängen. Innen: kein Altar, keine Bilder, nur Stille. Wer nach einem Tag in Delhis Verkehr sucht, was Ruhe eigentlich bedeutet, findet es hier.
Der Laxminarayan Tempel (Birla Mandir) wurde zu Ehren von Vishnu und Lakshmi, der Göttin des Wohlstands, gebaut. Ein bunter, lebendiger Tempelkomplex mit vielen Schreinen, Brunnen und Gartenanlagen, der besonders zu Krishnas Geburtstag Janmashtami von Gläubigen überquillt.
Ein Erlebnis ganz eigener Art ist der Sikh-Tempel Gurudwara Bangla Sahib mit seiner goldenen Kuppel und dem großen heiligen Wasserbecken. Besucher sind willkommen, sofern sie Kopfbedeckung tragen und barfuß gehen. In der riesigen Gemeinschaftsküche wird täglich kostenlos Essen für alle zubereitet, unabhängig von Religion oder Herkunft. Wer beim Teigfladen-Rollen zusehen darf, bekommt eine Lektion in Gastfreundschaft, die man nicht so schnell vergisst.
Tipp: Hazrat Nizamuddin und die Qawwali-Abende
Wie eine vergessene Insel liegt das Viertel Nizamuddin zwischen verstopften Ausfallstraßen und eleganten Vororten im Süden Delhis. Wer die Gassen betritt, fühlt sich schlagartig in eine andere Epoche versetzt: Garküchen, Rosenblättverkäufer, Devotionalienläden, dichte Menschenströme.
Im Zentrum liegt der Hazrat Nizamuddin Dargah, die Grabstätte des Sufi-Heiligen Nizamuddin Auliya und einer der bedeutendsten Schreine des Sufismus in Südasien. Der Marmorhof wird von Veranden gefasst, das Grabmal selbst von einer weißen Kuppel bekrönt und durch filigrane Gitterfenster geschützt. Pilger kommen von nah und fern, binden Fäden an die Gitter, legen Blüten und Tücher nieder.
Das Beste: An Donnerstagabenden werden hier traditionell Qawwalis gesungen, die ekstatischen Sufi-Lieder mit Harmonium, Trommeln und Handklatschen. Man sitzt dicht gedrängt auf dem Boden, die Rhythmen ziehen an, und irgendwann vergisst man die Zeit. Frauen dürfen den Hof betreten, die innerste Grabkammer allerdings nicht. Schuhe gibt man am Eingang ab, den Kopf bedeckt man, und Wertsachen lässt man besser im Hotel.
Museen, Kunst und Gedenkorte
Für Regentage, Hitzetage und Kulturhungrige hat Delhi reichlich Innenräume zu bieten.
Das National Museum führt durch Jahrtausende südasiatischer Geschichte, von Funden der Indus-Kultur über buddhistische Skulpturen bis zu Miniaturmalerei und Textilien. Das National Gallery of Modern Art zeigt indische Moderne, das National Crafts Museum präsentiert Handwerk aus allen Regionen des Landes, oft mit Kunsthandwerkern, die vor Ort arbeiten.
Zwei Orte gehören zur politischen Erinnerung der Nation: Raj Ghat, die schlichte schwarze Gedenkplatte an der Einäscherungsstelle Mahatma Gandhis, umgeben von einem stillen Park. Und Gandhi Smriti, das Haus, in dem Gandhi seine letzten Lebensmonate verbrachte und ermordet wurde. Betonfußspuren markieren dort seinen letzten Weg, was auf beklemmend eindrückliche Weise wirkt.
Wer zeitgenössische Kunst mag, sollte sich im Süden der Stadt umsehen. Galerien in Lado Sarai und Hauz Khas zeigen aktuelle indische Positionen, und im Lodhi Art District haben internationale und indische Künstler ganze Wohnblockfassaden in großformatige Murals verwandelt. Eine Straßenkunst-Runde dort ist eine der entspanntesten Sightseeing-Übungen der Stadt.
Grüne Oasen zum Durchatmen
Delhi ist lauter, als man denkt, und grüner, als man glaubt. Die Stadt besitzt großzügige Parks, in denen zwischen Papageienschwärmen und Streifenhörnchen auf einmal Ruhe einkehrt.
Der Lodhi Garden ist der Liebling der Einheimischen: eine weitläufige Anlage mit Rasenflächen, alten Bäumen und mittelalterlichen Grabbauten, die einfach so zwischen den Joggingwegen stehen. Morgens trifft sich hier halb Delhi zum Laufen, zu Yoga-Übungen und zum berühmten indischen Lachyoga, das man einmal im Leben gehört haben sollte.
Sunder Nursery direkt neben dem Humayun-Mausoleum ist ein wunderbar restaurierter Heritage-Park mit Wasserachsen, Blütenbeeten, Schmetterlingen und Grabmonumenten. Ideal für einen langen, langsamen Vormittag mit Kamera.
Im Süden lädt der Garden of Five Senses zu einem Spaziergang zwischen Skulpturen, Felsen und Bambushainen ein. Und wer echte Wildnis im Stadtgebiet sucht, findet sie im bewaldeten Delhi Ridge, dem nördlichen Ausläufer des Aravalli-Gebirges, wo es tatsächlich Pfauen, Schakale und Nilgauantilopen gibt.
Basare, Boutiquen und die Kunst des Handelns
Shopping ist in Delhi kein Nebenprogramm, sondern Disziplin mit eigenen Regeln. Wichtigste Regel: Der erste Preis ist ein Gesprächsangebot, kein Endergebnis. Freundlich lächeln, Interesse dosieren, weitergehen können.
Im Basar von Chandni Chowk und den umliegenden Gassen gibt es Stoffe, Brokat, Hochzeitsschmuck, Papierwaren und Gewürze in Mengen, die jede Küche überfordern. Am Janpath und im kunsthandwerklichen Dilli Haat finden Sie Textilien, Lederwaren, Messing, Holzschnitzereien und Kunsthandwerk aus verschiedenen Bundesstaaten, hier bereits deutlich entspannter sortiert.
Für Designerstücke, Bücher, Tee, Gewürzmischungen und indische Kosmetik ist Khan Market die richtige Adresse, mit netten Cafés für die Pause zwischendurch. Hauz Khas Village punktet mit Mode junger Labels, Vintage-Läden und Restaurants mit Blick auf die Ruinen. Und wer Schnäppchenjagd im Großstadtstil mag, stürzt sich in die Marktstraßen von Sarojini Nagar oder Lajpat Nagar.
Praktisch: Teppiche, Pashminas und Edelsteine werden gern mit Zertifikaten verkauft, die nicht alle halten, was sie versprechen. Kaufen Sie Wertvolles nur in etablierten Geschäften, und lassen Sie sich von übereifrigen Helfern nicht in Läden schleppen, die Sie nicht selbst ausgesucht haben.
Essen in Delhi: das eigentliche Hauptargument
Man könnte argumentieren, dass Delhi vor allem eine Stadt zum Essen ist und die Mogulbauten nur die Dekoration liefern. Die Küche der Stadt vereint Einflüsse aus Punjab, Kashmir, Awadh und Persien, und sie tut das mit Butter, Joghurt, Kardamom und einer erfreulichen Portion Unbescheidenheit.
In Old Delhi gehören Kebabs, Nihari und Biryani zum Pflichtprogramm, am besten in einem der traditionsreichen Restaurants in den Gassen nahe der Jama Masjid. Die Paranthe Wali Gali in Chandni Chowk hat sich seit Generationen auf gefüllte, in der Pfanne gebratene Fladenbrote spezialisiert, vom Kartoffel- bis zum Paneer-Parantha. Dazu kommen Chaat-Snacks in allen Varianten: knusprig, süß, sauer, scharf, gleichzeitig. Zum Abschluss ein dicker Lassi oder ein Glas Masala Chai.
Punjabi-Klassiker wie Butter Chicken, Dal Makhani und Tandoori-Gerichte gelten als Delhis Beitrag zur Weltkulinarik, und vegetarische Reisende haben es hier so leicht wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Gleichzeitig hat die Stadt eine ambitionierte moderne Restaurantszene, in der indische Regionalküche neu interpretiert wird, oft in stilvollen Adressen in Süd-Delhi und in den Hotels der gehobenen Kategorie.
Streetfood-Regeln für Genießer mit Magen: Essen Sie dort, wo viel Betrieb ist, also hoher Durchsatz und frische Ware. Bevorzugen Sie heiß Gebratenes und Frittiertes, seien Sie bei rohen Salaten, aufgeschnittenen Früchten und Eiswürfeln zurückhaltend und trinken Sie Wasser aus versiegelten Flaschen. Eine geführte Streetfood-Tour mit einem lokalen Guide ist eine ausgezeichnete Investition, weil sie Ihnen die besten Stände zeigt und die schlechten erspart.
Aktiv unterwegs: Rikscha, Rad, Yoga und Cricket
Delhi wirkt auf dem Papier nicht wie eine Sportdestination. Tatsächlich lässt sich hier erstaunlich viel bewegen, wenn man es geschickt anstellt.
Rikscha-Tour durch Old Delhi: Die Gassen von Chandni Chowk sind für Autos zu eng und für Fußgänger zu voll. Eine Fahrrad-Rikscha ist das perfekte Fortbewegungsmittel, kombiniert mit Achterbahn-Feeling zum Sparpreis. Viele Anbieter verbinden das mit einem Rundgang über die Dächer und durch die Haveli-Innenhöfe.
Heritage Walks: Geführte Spaziergänge durch Mehrauli, Nizamuddin, Lutyens' Delhi oder die Altstadt gehören zum Besten, was die Stadt an Programm bietet. Ohne Erklärung bleibt manche Ruine nur eine Ruine.
Radtouren am frühen Morgen: Wenn Delhi noch schläft, sind die Boulevards der Kolonialstadt fast leer. Mehrere Anbieter starten im Morgengrauen und zeigen die Stadt beim Aufwachen, inklusive Teepause an einem Straßenstand. Ein Erlebnis, das ganz oben auf der Liste landet.
Yoga und Meditation: Von Morgenkursen in den Parks über Studios in Süd-Delhi bis zu Ashrams und Zentren mit langer Tradition gibt es Angebote für Anfänger und Fortgeschrittene, oft auch auf Englisch.
Cricket: Ein Spiel im Stadion der Stadt ist Kultur pur. Wenn die Ränge toben, versteht man in fünf Minuten mehr über Indien als in fünf Museen. Wer keine Tickets bekommt, schaut das Match einfach mit den Einheimischen in einer Bar oder im Straßencafé.
Golf und Wellness: Delhi besitzt gepflegte Golfanlagen mitten in der Stadt, teils mit historischen Grabmonumenten als Hindernis-Kulisse. Und praktisch jedes gute Hotel hat ein Spa mit ayurvedischen Behandlungen, was nach einem Sightseeing-Tag in 38 Grad eine ausgesprochen gute Idee ist.
Beste Reisezeit und Klima
Delhi kennt Extreme. Der Sommer vor dem Monsun ist brutal heiß, mit Temperaturen, bei denen selbst der Asphalt aufgibt. Dann folgt der Monsun mit schwerem Regen, hoher Luftfeuchtigkeit und gelegentlich überschwemmten Unterführungen. Der Winter bringt überraschend kühle Nächte, Nebel am Morgen und Einheimische in Wollmützen.
Die angenehmste Reisezeit liegt in den Monaten von Oktober bis März, wenn die Tage mild und sonnig sind und man stundenlang durch Monumente spazieren kann, ohne zu schmelzen. Besonders schön sind der Spätherbst und der Frühling, wenn die Gartenanlagen blühen.
Ein ehrliches Wort zur Luftqualität: In den Wintermonaten kann Delhi unter Smog leiden, teilweise deutlich. Wer empfindliche Atemwege hat, informiert sich vorab über die aktuellen Werte, legt die Sightseeing-Runden auf den Vormittag und packt gegebenenfalls eine Feinstaubmaske ein. Das soll niemanden abschrecken, gehört aber zur realistischen Planung.
Ein weiterer Reisezeit-Faktor sind die Feste. Diwali, das Lichterfest, verwandelt die Stadt in ein Meer aus Öllampen und Lichterketten. Holi im Frühjahr ist die farbenfrohe Ausnahme vom Alltag, bei der weiße Kleidung eine kurze Lebenserwartung hat. Dazu kommen Ramadan-Abende in den Gassen rund um die Jama Masjid, wenn nach Sonnenuntergang die Garküchen brodeln.
Anreise und unterwegs in der Stadt
Der internationale Flughafen Indira Gandhi International Airport im Südwesten der Stadt ist das wichtigste Luftfahrt-Drehkreuz Indiens und aus Europa gut erreichbar, teils mit Direktflügen. Vom Terminal führt eine eigene Express-Metrolinie ins Zentrum, außerdem gibt es offizielle Taxischalter, an denen Sie zum Festpreis buchen und sich lange Verhandlungen sparen.
Für Zugreisen ist Delhi der große Knotenpunkt des Landes. Drei Bahnhöfe sind für Reisende besonders wichtig:
- New Delhi Railway Station
- Old Delhi Railway Station
- Hazrat Nizamuddin Railway Station
Überlandbusse starten unter anderem am Interstate Bus Terminal am Kashmiri Gate. Zugtickets für beliebte Verbindungen sollten Sie früh buchen, die klimatisierten Klassen sind schnell voll.
Die absolute Heldin des städtischen Verkehrs ist die Delhi Metro: modern, klimatisiert, sauber, schnell und sehr günstig, mit englischer Beschilderung und einem Netz, das die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abdeckt. Es gibt Wagen, die Frauen vorbehalten sind, Sicherheitskontrollen an jedem Eingang und in Stoßzeiten ein Gedränge, das Ihnen neue Freunde verschafft. Besorgen Sie sich eine aufladbare Karte, dann entfällt das Schlangestehen.
Für kurze Strecken sind Auto-Rikschas ideal. Bestehen Sie auf dem Taxameter oder vereinbaren Sie den Preis vorher. Noch einfacher: App-basierte Fahrdienste, die in Delhi breit verfügbar sind und den Preis gleich anzeigen. Wer selbst fahren möchte, sollte es sich gut überlegen. Mietwagen mit Fahrer sind hier üblich, bezahlbar und erheblich stressfreier.
Ausflüge in die Umgebung
Delhi ist das perfekte Sprungbrett für Nordindien. Vieles lässt sich als Tagesausflug machen, manches verdient eine Übernachtung.
Agra und das Taj Mahal: Der berühmteste Bau der Welt ist mit Schnellzügen oder über die Autobahn gut an einem Tag erreichbar, samt Agra Fort und dem eleganten Grabmal Itimad-ud-Daulahs. Wer kann, bleibt über Nacht und erlebt das Taj Mahal im Morgenlicht.
Jaipur: Die rosa Stadt Rajasthans bildet mit Delhi und Agra das klassische Goldene Dreieck. Paläste, Basare, Festungen auf Felsrücken, und eine Küche, die mit Delhi mithalten kann.
Mathura und Vrindavan: Die Pilgerstädte der Krishna-Verehrung liegen auf dem Weg nach Agra und sind ein intensives Erlebnis, besonders zur Zeit religiöser Feste.
Neemrana: Ein restauriertes Festungspalast-Hotel in den Aravalli-Hügeln, ideal für ein Wochenende mit Terrassen, Innenhöfen und Ausblick.
Natur und Vögel: Das Sultanpur National Park südwestlich der Stadt ist ein Paradies für Wasser- und Zugvögel, mit Beobachtungspunkten und gemütlichen Uferwegen. Wer mehr Zeit hat, fährt weiter zum Vogelparadies in Bharatpur. Für einen Ausflug in die Hügel locken die Seen und Felsenlandschaften der Aravallis im Umland, wo auch Mountainbike-Runden und leichte Wanderungen möglich sind.
Rishikesh und Haridwar: Am Austritt des Ganges aus dem Himalaya-Vorland warten Yoga, Rafting und abendliche Lichterzeremonien am Fluss. Dafür sollten Sie allerdings mindestens zwei bis drei Tage einplanen.
Praktische Tipps für Delhi-Reisende
Einreise: Für einen Indien-Besuch ist ein Visum erforderlich. Für viele Nationalitäten steht ein elektronisches Visum zur Verfügung, das vorab online beantragt wird. Beantragen Sie es frühzeitig und prüfen Sie die aktuellen Bestimmungen vor der Reise.
Gesundheit: Lassen Sie sich rechtzeitig ärztlich beraten, auch zu empfohlenen Impfungen. Trinken Sie nur versiegeltes oder aufbereitetes Wasser, halten Sie eine Reiseapotheke parat und schließen Sie eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ab.
Kleidung und Respekt: In religiösen Stätten gilt: Schultern und Knie bedecken, Schuhe ausziehen, in Moscheen und Gurdwaras den Kopf bedecken. Ein leichter Schal im Tagesrucksack löst die meisten dieser Aufgaben auf einmal. Fotografieren Sie Menschen nur mit Einverständnis.
Geld und Bezahlen: Gezahlt wird in Indischen Rupien. Kartenzahlung ist in Hotels, Restaurants und größeren Läden gängig, digitale Bezahl-Apps sind allgegenwärtig, auf dem Basar und in der Rikscha ist Bargein in kleinen Scheinen Gold wert.
Sicherheit und Alltag: Delhi ist für Reisende grundsätzlich gut machbar, verlangt aber Aufmerksamkeit. Buchen Sie Touren und Transfers über Ihr Hotel oder etablierte Anbieter, ignorieren Sie Fremde, die Ihnen erzählen, Ihr Hotel sei geschlossen oder die Sehenswürdigkeit heute nicht zugänglich, und behalten Sie Wertsachen im Gedränge im Blick. Alleinreisende Frauen sollten abends Taxis oder App-Fahrdienste nutzen und die Frauenwagen der Metro kennen.
Zeitplanung: Unterschätzen Sie den Verkehr nicht. Zwei große Sehenswürdigkeiten plus einen Markt am Tag sind ein gutes Pensum, drei sind Sport. Kombinieren Sie geografisch: Old Delhi an einem Tag, Lutyens' Delhi und Museen an einem zweiten, Süd-Delhi mit Qutub Minar, Mehrauli und Hauz Khas an einem dritten.
Und dann: Lassen Sie sich treiben. Delhi belohnt die Menschen, die stehenbleiben, einen Chai trinken und zusehen. Viel Freude und viele Eindrücke auf Ihrer Reise!
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
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06:17:18 |
12:09:03 ∠ 56,2° |
18:00:49 |
| Samstag, 17.10.2026 | ||
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12:06:34 ∠ 52,4° |
17:50:00 |
| Dienstag, 27.10.2026 | ||
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06:29:36 |
12:05:04 ∠ 48,9° |
17:40:31 |
| Freitag, 06.11.2026 | ||
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06:36:47 |
12:04:47 ∠ 45,6° |
17:32:48 |
∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Asia/Kolkata
Unterkünfte

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Destinationen zu National Capital Region (Delhi)
Alle Regionen in Indien
1 EUR = 108,14 INR (Indische Rupie)
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
Wohlbekannte Infos zu Fernreisen
Treffen Sie die ansässigen Menschen stets mit der notwendigen Anerkennung. Nehmen Sie bitte Rücksicht auf regionale Traditionen.
Urlauben Sie verantwortungsbewusst: Den CO2-Ausstoß des Fluges können Sie neutralisieren, zum Beispiel bei myclimate aus der Schweiz. Drosseln Sie Ihren Wasserbedarf (z.B. mit kürzeren Duschgängen). Dezimieren Sie beim Shopping überflüssigen Einwegmüll. Fördern Sie lokale Produzenten an Stelle von großen Unternehmen.


















