Shillong, Indien
Shillong, die Hauptstadt des indischen Bundesstaats Meghalaya, thront mitten in den sanft geschwungenen Khasi-Bergen im äußersten Nordosten Indiens. Dank zahlreicher Wasserfälle, saftig-grüner Pinienwälder und klarer Gebirgsbäche hat sich für die Region der klingende Beiname „Schottland des Ostens“ eingebürgert. Wer einmal durch die nebelverhangenen Hügel spaziert ist, versteht sofort, woher dieser Spitzname stammt.
Das Klima in Shillong ist angenehm gemäßigt: milde Sommer wechseln sich mit kühlen Wintern ab. Dazwischen legt der Monsun eine eindrucksvolle Vorstellung hin und verwandelt die Landschaft in ein sattes Grün. Wer ein bisschen Regen nicht scheut, wird mit tosenden Wasserfällen und einer fast schon kitschig-romantischen Nebelstimmung belohnt.
Kultur zum Anfassen: Museen in Shillong
Wer mehr über die Ursprünge Nordostindiens erfahren möchte, kommt am Don Bosco Zentrum für einheimische Kulturen nicht vorbei. Über mehrere Stockwerke hinweg widmet es sich der Bewahrung indischer Traditionen und zeigt Kleidung, Waffen, Schmuck und seltene Fotografien, die einen tiefen Einblick in das Leben der Bergvölker geben.
Etwas leichter im wahrsten Sinne des Wortes geht es im Schmetterlingsmuseum zu. Botanik- und Insektenfans kommen hier voll auf ihre Kosten: Gezüchtet wird nicht nur zur Freude der Besucher, sondern auch, um bedrohte Arten zu schützen.
Seen, Parks und der Blick über die Stadt
Mitten im Zentrum liegt der hufeisenförmige Ward See, über den eine kleine, malerische Holzbrücke führt. Lotuspflanzen säumen das Ufer, bunte Fische ziehen ihre Bahnen durchs Wasser, und ein gemütliches Bootsvergnügen gehört für viele Besucher einfach dazu.
Gleich in der Nähe lädt der Lady Hydari Park im japanischen Gartenstil zum Verweilen ein. Ein kleiner Zoo, Schaukeln und Rutschen für die Kinder sowie schattige Picknickplätze machen ihn bei Einheimischen besonders beliebt.
Etwas außerhalb der Stadt liegt der Umiam See, auch Barapani genannt. Er ist von grünen Hügeln umrahmt und bietet ein kleines Wassersportzentrum, an dem sich Kajak- und Bootsfans austoben können.
Für alle, die es lieber ruhiger angehen lassen: Die Caroline Wasserfälle laden zu einem erfrischenden Bad ein, umgeben von wild wachsenden Orchideen. Und wer den ganz großen Überblick sucht, sollte den höchsten Aussichtspunkt Shillongs ansteuern. Von hier aus liegt die gesamte Stadt zu Füßen, besonders bei Nacht ein Anblick, der einem glatt den Atem raubt.
Bunt, laut, lebendig: der Bada Bazar
Der Bada Bazar zählt zu den größten Märkten Nordostindiens und ist ein Fest für alle Sinne. Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse, Kleidung und Eisenwaren wechseln sich in dichtem Gedränge ab. Wer den Alltag der Einheimischen hautnah erleben möchte, ist hier goldrichtig, auch wenn der Geruchssinn manchmal auf eine harte Probe gestellt wird.
Ausflüge in die Umgebung
Nicht weit von Shillong entfernt stürzen die Elefanten-Wasserfälle malerisch über zwei farnbedeckte Felsstufen. Ihren Namen verdanken sie einem Felsen, der einst wie ein Elefant geformt war, bevor ihn ein Erdbeben in seine Einzelteile zerlegte. Der Name ist geblieben, der Elefant leider nicht.
Ein Klassiker unter den Tagesausflügen ist die kleine Stadt Cherrapunjee, auch als Sohra bekannt. Sie gilt als eine der regenreichsten Gegenden der Welt und ist berühmt für ihre Kalksteinhöhlen, den würzigen Orangenhonig sowie die legendären lebenden Wurzelbrücken. Diese werden über Generationen hinweg aus den Wurzeln von Gummibäumen gezogen und tragen dabei erstaunlich viel Gewicht, ganz ohne einen einzigen Nagel.
Ebenfalls einen Ausflug wert ist Mawlynnong, ein Dorf, das oft als eines der saubersten Asiens gehandelt wird. Gepflasterte Wege, liebevoll gepflegte Gärten und eine bemerkenswerte Gastfreundschaft machen den Besuch zu einem echten Kontrastprogramm zum quirligen Stadtleben.
Wer es ruhiger mag, findet in den Heiligen Wäldern ein grünes Refugium. Lange Zeit war der menschliche Zutritt hier tabu, weshalb sich seltene Farne und Orchideen in ungestörter Pracht entfalten konnten. Für Entspannung ganz anderer Art sorgt Jakrem mit seiner heißen Schwefelquelle, der heilende Kräfte nachgesagt werden.
Golf, Rock und Matriarchat: die Besonderheiten Shillongs
Shillong beherbergt einen der größten natürlichen Golfplätze Asiens. Eingebettet in ein traumhaftes Panorama, verlangt der 18-Loch-Kurs den Spielern mit Bunkern, dichten Bäumen und dem berühmt-berüchtigten Regen einiges ab. Ein entspanntes Nachmittagsrundchen sieht anders aus.
Nicht umsonst trägt Shillong den Titel „Hauptstadt des Rock“ in Indien. Zahlreiche indische und internationale Bands geben sich hier regelmäßig die Klinke in die Hand, und aus der Stadt selbst stammen einige der bekanntesten Rockgruppen des Landes. Musikfans sollten also ruhig mal ein Ohr in Richtung der lokalen Bar- und Livemusikszene riskieren.
Ein weiteres kulturelles Kuriosum: Die Khasi, die traditionelle Bevölkerungsgruppe der Region, leben in einer der wenigen matrilinearen Gesellschaften der Welt. Die Mutter steht an der Spitze der Familie, der Besitz wird an die jüngste Tochter weitergegeben, und auch der Nachname folgt der weiblichen Linie. Ein Gesellschaftsmodell, über das man auf der Heimfahrt durchaus noch ein wenig nachdenken kann.
Anreise und beste Reisezeit
Shillong selbst besitzt weder einen eigenen Flughafen noch einen Bahnhof. Reisende landen meist am größeren Flughafen von Guwahati und legen die restliche Strecke über gut ausgebaute Bergstraßen mit dem Auto zurück. Auch ein kleinerer Regionalflughafen in der Nähe kann als Anreisepunkt dienen. Trotz der Lage inmitten der Berge ist die Stadt verkehrstechnisch gut angebunden.
Am angenehmsten zeigt sich Shillong in den Übergangsmonaten, wenn die Temperaturen mild und die Regenwahrscheinlichkeit gering ist. Wer die Stadt hingegen zur Monsunzeit besucht, erlebt sie von einer ganz anderen Seite: kristallklare Luft, tosende Wasserfälle in voller Pracht, dafür aber auch reichlich Regenschauer. Ein Regenschirm gehört hier so oder so ins Reisegepäck.
Zwischen Nebelschwaden, Rockmusik und lebenden Wurzelbrücken hat Shillong so einiges zu bieten, das man in Indien nicht unbedingt erwarten würde. Viel Spaß und viele Eindrücke auf Ihrer Reise nach Shillong!
Für Fotograf:innen: Sonnenauf- und Sonnenuntergänge
| Mittwoch, 07.10.2026 | ||
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| Dienstag, 27.10.2026 | ||
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| Freitag, 06.11.2026 | ||
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∠° steht für Sonnenwinkel (∠ 90° = senkrecht), °C für die Temperatur in Grad Celsius.
Ermittelte Zeitzone: Asia/Kolkata
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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026 um 16:16 Uhr MEZ
Beiläufige Infos
Während eines Gesprächs behandeln Sie die Bewohner vor Ort stets mit der notwendigen Anerkennung. Achten Sie dabei auch auf lokale Gepflogenheiten.
Benehmen Sie sich verantwortungsfreudig: Die Emission des Treibhausgases CO2 für den Flug kann man wiedergutmachen, beispielsweise bei der schweizerischen Organisation myclimate. Drosseln Sie den Verbrauch von Wasser (z.B. mit kürzer unter die Dusche gehen). Dezimieren Sie beim Shopping entbehrlichen Plastikmüll. Fördern Sie kleine Händler an Stelle von großen Unternehmen.























